(openPR) Multifunktionsanlage für Merz-Schule und Vereine – 800.000-Euro-Projekt größtenteils privat finanziert
Stuttgart, 14. Juli 2009 – Das Fliegen über einen Prominententisch ist zwar keine olympische Disziplin – aber eine sehr passende Showeinlage, wenn die Merz-Schule als Eliteschule des Sports und Partner des Olympiastückpunktes Stuttgart den Baubeginn eines neuen Sportplatzes feiert. Ministerpräsident Günther H. Oettinger, Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster und Bürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann gingen sicherheitshalber etwas in Deckung, als Schüler der Sport-akrobatik-Gruppe im Salto über ihren Tisch sprangen. Doch die Schüler erwiesen sich als ausgezeichnete Springer, und die Polit-Prominenz konnte unversehrt mit einem gemeinsamen Spatenstich mit der Familie Merz, dem Förderkreis-Vorsitzenden Marcus Lehmann und dem Beiratsmitglied der Stadtgruppe Stuttgart der Olympischen Gesellschaft, Werner Schüle, offiziell den Start der Bauarbeiten einläuten. Rund um diesen symbolischen Akt feierten Eltern, Schüler, Lehrer und Förd erer der Merz-Schule dieses Ereignis mit einem Fest. Die Sportanlagen des Hockey- und Leichtathletik-Clubs (HC) Merzschule e. V. werden grundlegend saniert und neu gestaltet. In drei Monaten Bauzeit soll der erste Bauabschnitt einer modernen, multifunktionalen Anlage entstehen, die außer dem HC auch die Merz-Schule und Vereine wie Stuttgarter Kickers e. V. oder die STG Stuttgarter Tennis-gesellschaft Geroksruhe e. V. nutzen werden.
• Grundstückseigentümerin ist die Merz-Schule, Bauherr der HC
• Finanzierung durch Förderkreis, Zuschüsse von Stadt und WLSB
• Schüler laufen bei „Let’s Wetz“ für ihren Sportplatz
Das Grundstück des alten und neuen Sportplatzes gehört der Merz-Schule, Bauherr ist aber der HC Merzschule e. V. Der Verein (800 Mitglieder, davon 93 Prozent Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren) erfüllt die Voraussetzungen für eine Sportförderung nach den Richtlinien der Stadt Stuttgart und des Württembergischen Landessportbundes e. V. (WLSB). Durch einen unbefristeten Pachtvertrag mit Mindestlaufzeit Ende 2034 hat sich der HC die Nutzung des Grundstücks gesichert. Er stellt die Sportanlagen wiederum seinen Kooperationspartnern – Merz-Schule und Vereine – zur Verfügung.
Gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise setzt das Bauprojekt ein Zeichen für privates Engagement im Sport- und Bildungsbereich. Denn zwei Drittel der Investitionssumme von rund 800.000 Euro trägt der Förderkreis Merz-Schule und Internate e. V. Er bündelt seit drei Jahren seine Einnahmen für den neuen Sportplatz. Auch die Mitgliedsbeiträge bis 2011 sind fest für das Projekt eingeplant. Den entscheidenden Anstoß zur Realisierung des Projektes gab schließlich der Baukostenzuschuss von 212.000 Euro, den die Stadt Stuttgart (Referat Kultur, Bildung und Sport) dem HC Merzschule im März dieses Jahres bewilligte. Weitere 75.000 Euro stellt der WLSB bereit. Die noch offene Finanzierungslücke von derzeit 185.000 Euro will der Förderkreis bis 2011 durch Spenden von Eltern, Freunden und Förderern der Merz-Schule schließen. Zudem möchte er Unternehmen als Sponsoren gewinnen. Von dem Fortschritt der Finanzierung hängt auch ab, ob das Projekt in zwei Bau-abschnitte aufgeteilt oder komplett im Jahr 2009 erstellt wird. Wenn eine Aufteilung nötig sein sollte, wird im ersten Schritt der eigentliche Platz gebaut, während die Beläge und Sportgeräte in einem zweiten Abschnitt folgen.
Auch die Schüler beteiligen sich mit der „Let’s Wetz“-Aktion an der Verwirklichung ihrer Sportanlage. Das Prinzip: Für jede auf dem Sportplatz erlaufene Runde be-kommen die teilnehmenden Schüler von ihren Sponsoren (Familienmitglieder oder Freunde, die sich auf dem Let’s-Wetz-Pass eingetragen haben) einen vorab ver-einbarten Beitrag. Es geht also darum, am Tag der Aktion so viele Runden wie möglich zu laufen. Die Sieger aus allen Klassen sind als Ehrengäste beim Spaten-stich dabei und werden nach Abschluss der Bauarbeiten den neuen Platz mit einer Ehrenrunde einweihen. Im Jahr 2008 hat „Let’s Wetz“ 48.000 Euro eingebracht, die Aktion soll 2009 und 2010 erneut stattfinden.
• Alter Sportplatz kaum noch nutzbar
• Neue multifunktionale Sport- und Freizeitanlage mit Kunststoffrasen
• Fokus auf Hockey und Leichtathletik
Merz-Schüler und Vereine brauchen den neuen Sportplatz dringend, weil die be-stehende, 30 Jahre alte Anlage erhebliche Mängel aufweist. Die Naturrasenfläche ist uneben und der doppelten Nutzung als Pausenhof und Sportplatz nicht gewachsen, die Kunststoffbeläge haben deutliche Risse, die Weitsprunganlaufbahn ist nicht mehr nutzbar. Wie eine Baugrunduntersuchung bestätigt hat, ist der Belagsaufbau nicht frostsicher und durchnässt. Gründe sind ein defektes Drainagesystem und wasserundurchlässige Asphaltschichten unter den Belägen.
Mit der Planung der neuen Sportanlage wurde das Esslinger Büro Gänßle + Hehr Landschaftsarchitekten BDLA beauftragt, die Bauarbeiten übernimmt die Link GmbH Garten- und Landschaftsbau in Fellbach. Auf der Fläche des bestehenden Platzes entsteht eine Multifunktionsanlage, die sowohl die Anforderungen der Merz-Schule als auch die des HC Merzschule e. V. erfüllt. Das nördliche Segment des Platzes, neben der Sporthalle, ist als Erweiterung des Schulhofes geplant – mit einem Baumdach und Sitzmöglichkeiten. Direkt neben der Sporthalle soll es so genannte „Chill-out-Holzdecks“ und eine Eventbühne geben. Im Mittelfeld des Platzes entstehen zwei Hockey- und Fußball-Kleinspielfelder mit Kunstrasen. Das südliche Segment ist mit Kunststoffbelägen ausgestattet. Es umfasst ein Kleinspielfeld für Volley- und Basketball, ein Sandspielfeld für Beachvolleyball, eine Bahn für Weit- und Hochsprung sowie einen Kugelstoßkreis. Eine Laufbahn mit drei Bahnen und Kunststoffbelag umschließt den Sportplatz. Auch für Veranstaltungen wird die neue Freifläche gut gerüstet sein: Durch den Einsatz flexibler Ballfangzäune steht die komplette Fläche in West-Ost Richtung zur Verfügung, vormontierte Bodenhülsen ermöglichen den schnellen Aufbau von Zelten.
Die neue Anlage stärkt die Sportstadt Stuttgart vor allem in den Bereichen Hockey und Leichtathletik. Im Lehr- und Lernkonzept der Merz-Schule hat Sport einen hohen Stellenwert. Das verdeutlichen Sportlehrer wie Falk Heßler und Carola Boomes, die auf eine erfolgreiche Hockey-Karriere zurückblicken – oder Alina Astafei, die 1995 Hallen-Weltmeisterin im Hochsprung war. Die Schule ist Mitglied im Verbund „Eliteschule des Sports“ und Partner des Olympiastützpunktes Stuttgart. Sie veranstaltet regelmäßig internationale Hockeyturniere. Für all diese Aktivitäten wird die neue Sportanlage nun ausgezeichnete Bedingungen bieten.
Ministerpräsident Günther H. Oettinger, Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Schuster und Sportbürgermeisterin Dr. Susanne Eisenmann zeigten sich in ihren Ansprachen beeindruckt vom Engagement des Förderkreises, der Eltern und der anderen Sponsoren. „Dieser Leistung gilt mein größter Respekt. Sie ist ein Beispiel, was eine Schulgemeinschaft leisten kann“, sagte die Sportbürgermeisterin. Ministerpräsident Oettinger betonte, die Merz-Schule sei für ihn etwas Besonderes. „Für die Qualität dieser Schule sind drei Gründe verantwortlich: Sie wird von Generation zu Generation von einer Familie getragen, die darin eine Berufung und nicht nur einen Beruf sieht.“ Ein zweiter Grund sei das Engagement des Förderkreises und der Eltern. Und schließlich lege die Schule großen Wert auf die sportliche, musische und handwerkliche Ausbildung ihrer Schüler – „alles Dinge, die heute zwar indirekt, aber mehr denn je notwendig sind im Beruf.“ Oberbürgermeister Dr. Schuster bedankte sich bei der Familie Merz und den Förderern des Projekts dafür, dass sie den Bau eines Sportplatz ermöglichen, der nicht nur für Spitzenleistungen, sondern auch für den Breitensport im Schul- und Vereinsalltag genutzt werden könne. Für einen gelungenen Abschluss des Spatenstichfestes sorgte Schulvater Michael Gaedt, früher Mitglieder der „Kleinen Tierschau“, heute bei der „Großen Rockschau“. Mit einem spontanen Auftritt begeisterte er Schüler und Gäste.











