(openPR) In den 1970er Jahren wurde der Atommanager und Sozialdemokrat Klaus Traube, nachdem er die Seiten gewechselt und sich zum Kernkraftkritiker gewandelt hatte, jahrelang vom BND bespitzelt und zum „größten Sicherheitsrisiko der Bundesrepublik“ erklärt. Schließlich wird er gar unter Anklage gestellt. Der Prozess endete mit Freispruch.. Nachdem „Der Spiegel“ den Abhörskandal aufgeklärt hatte, sah sich der damalige Innenminister Werner Maihofer (FDP) zum Rücktritt gezwungen.
Olle Kamellen? Bei weitem nicht. Wer sich heute mit den Pleiten, Pannen und Peinlichkeiten in den Kernkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel intensiver auseinandersetzt, wird nicht an der Tatsache vorbeikommen, dass es damals um die gleichen Probleme ging, wie heute. Was kaum noch jemand weiß: Im Kernkraftwerk Brunsbüttel kam es schon in den 70ger Jahren zu einem Störfall, der um Haaresbreite zu einem GAU geführt hätte. Das Werk ist noch immer am Netz und produziert weiter Störfälle. Die aktuellen Ereignisse in Krümmel und in der Asse machen erneut deutlich, welchen Gefahren die Natur und damit wir Menschen ausgesetzt sind. Und noch eine weitere Parallele drängt sich geradezu auf, die Verquickung von Atomstaat und Überwachungsstaat.
Der berühmte Zukunftsforscher Robert Jungk schrieb 1977 unter Bezugnahme auf die BND-Affäre in einem ZEIT-Artikel: „All jene Staaten, die sich, auf eine massive Entwicklung der umweltgefährdenden Kernenergie eingelassen haben, sahen sich gezwungen, unter Zugrundelegung von wenig bekannt gewordenen Sondergesetzen und Ausnahmeregeln, einen verstärkten Sicherheitsappärat mit besonderen Vorrechten einzurichten.“ Jungk und andere Kritiker befürchteten, dass weitere bürgerliche Freiheiten eingeschränkt würden. Heute, einige zig Gesetze weiter, vom „großen Lauschangriff“ bis zum „Kinderpornogesetz“ haben sich diese Befürchtungen längst bestätigt.
Es wird in Zukunft darum gehen, mit einem schnellen Ausstieg aus der Kernenergie Risiken für unser aller Sicherheit zu minimieren und gleichzeitig für unsere freiheitlichen Bürgerrechte einzutreten. Das Einknicken der CDU mit Kanzlerin Merkel an der Spitze vor der Atomlobby und der sich als Lobby aufführenden FDP macht die Angelegenheit umso dringlicher. Wie wichtig dieser Einsatz ist, zeigen die jüngsten Äußerungen des baden-wüttembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger, der in seiner eigenen Partei als Sicherheitsrisiko für den Wahlkampf betrachtet wird. Er nannte Krümmel ein „Kraftwerk mit Zukunft“. Im Falle eines schwarz-gelben Wahlsiegs kündigte er eine unbegrenzte Laufzeit von Atommeilern an.













