(openPR) Droht Russland-Krise deutsche Gasversorgung zu gefährden? Brunsbüttel positioniert sich bei der Bundesregierung als potentieller LNG Importterminalstandort
LNG Importterminal in Brunsbüttel steht auf drei Säulen: Versorgung der Seeschifffahrt, Versorgung der regionalen Industrie sowie Bereitstellung einer bundesweiten alternativen Gasversorgung
Die Sicherstellung der Gasversorgung ist aus Sicht der Unternehmen des ChemCoast Park Brunsbüttel auch eine Aufgabe des Bundes. Daher konkretisiert Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel sowie Geschäftsführer der SCHRAMM group Brunsbüttel, in einem Brief an Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie sowie Maritimer Koordinator der Bundesregierung, die Notwendigkeit einer unabhängigeren Gasversorgung und die Potentiale eines LNG-Importterminals in Brunsbüttel.
Angesichts der sich verschärfenden Situation in der Ukraine und der damit verbundenen sogenannten Russland-Krise ergeben sich aus Sicht der Unternehmen des ChemCoast Park Brunsbüttel Unsicherheiten in der Gasversorgung. Zurzeit sind die in Deutschland ansässigen Industrie- und Produktionsunternehmen in Bezug auf eine gesicherte Gasversorgung größtenteils von Russland abhängig. Sollte es zu Ausfällen oder sogar zu einer Unterbrechung der russischen Gaslieferungen kommen, entstehen dramatische wirtschaftliche Folgen für den Produktionsstandort Deutschland. Aus diesem Grund sollte zwingend über alternative und insbesondere unabhängige Gasversorgungskonzepte nachgedacht werden. LNG hat sich hierbei in zahlreichen anderen Ländern bereits bewährt und bietet sich auch in Deutschland an.
Bereits seit einigen Jahren ist LNG ein Thema am Standort Brunsbüttel. Die Brunsbüttel Ports GmbH plant eine LNG-Bunkerstation für die Versorgung der Seeschifffahrt mit LNG als Alternativtreibstoff. Die Planungen sind bereits weit voran geschritten.
Neben der maritimen Versorgung hat LNG aber insbesondere das Interesse der ansässigen Industrie gewonnen. Im Brunsbütteler ChemCoast Park - mit 4.500 direkten und 12.500 indirekten Arbeitsplätzen dem größten zusammenhängenden Industriegebiet Schleswig-Holsteins - sind namhafte Unternehmen mit sehr hohem Gasverbrauch ansässig. Prognosen haben ergeben, dass der Gasbedarf der Brunsbütteler Industrie in den nächsten Jahren zudem signifikant steigen wird. Daran wird deutlich, welch hohe Bedeutung die Gasversorgung für die Industrieunternehmen vor Ort hat. Eine unterbrechungsfreie Pipelinegasversorgung kann bereits heute für Zusatzmengen vom Anbieter nicht garantiert werden.
„Eine Grundauslastung des LNG-Importterminals am Standort Brunsbüttel könnte bereits durch die Unternehmen vor Ort gewährleistet werden. Zudem bietet ein LNG-Importterminal eine alternative Gasversorgung weit über die Grenzen Brunsbüttels hinaus, da vor Ort in das vorhandene Gas-Pipeline Netz eingespeist werden könnte. Ein solches Projekt hätte bundesweite Bedeutung“, erläutert Frank Schnabel.
Ein LNG-Importterminal in Brunsbüttel stünde somit auf drei Säulen: Die Versorgung der Seeschifffahrt, die Versorgung der regionalen Industrie sowie die Bereitstellung einer bundesweiten unabhängigen alternativen Gasversorgung.
Zudem bietet der Standort Brunsbüttel umfangreiche Voraussetzungen für die Errichtung eines LNG-Terminals, erläutert Frank Schnabel. „Direkt angrenzend an den Elbehafen sind ausreichend Gewerbeflächen verfügbar. Die direkte Hafenanbindung ist ein wichtiger Vorteil, und der Elbehafen ist bereits spezialisiert auf den Umschlag von flüssigen Gefahrgütern, da hier seit Jahrzehnten Propangas (LPG) sowie Rohöl im Elbehafen umgeschlagen werden.„
Damit unterscheiden sich in der Summe die Voraussetzungen zugunsten Brunsbüttel im Vergleich zu anderen potentiellen LNG-Terminalstandorten:
• Brunsbüttel ist ein strategisch exzellenter Standort für die LNG-Versorgung der Seeschifffahrt als Treibstoff am Schnittpunkt Elbe und Nord-Ostsee Kanal (für Nord- und Ostsee).
• Sehr großer Gasbedarf vor Ort durch ansässige Industrieunternehmen
• Freie, verfügbare und hafennahe Gewerbeflächen für die Errichtung eines LNG-Terminals. Zusätzlich bereits weitreichende Erfahrungen im Elbehafen beim Umschlag von Gas und anderen flüssigen Gefahrgütern.
• Möglichkeit zum Einspeisen in das bereits vorhandene Gas-Pipeline Netz
• Nutzung von Synergien zwischen der Nachfrage der Seeschifffahrt und der Industrie, sowie einer strategischen Gasreserve
Abschließend appelliert Frank Schnabel in dem Schreiben an den Maritimen Koordinator der Bundesregierung: „Wir richten die Thematik mit diesem Brief an die Bundesregierung, bitten unsere Anregungen in die entsprechenden Gremien einzubringen und stehen zum Dialog bereit.“ Weiter erläutert Schnabel: „Da LNG insbesondere auch ein Thema der Küstenbundesländer ist, adressieren wir dieses ebenfalls in Richtung der sich am kommenden Montag in Itzehoe (nahe Brunsbüttel) gemeinsam mit Herrn Staatssekretär Beckmeyer treffenden Wirtschafts- und/bzw. Verkehrsminister der norddeutschen Küstenbundesländer. Ein gemeinsames Vorgehen der deutschen Küste ist angebracht.“
Unterstützung finden die Überlegungen zur Errichtung eines LNG-Importterminals auch bei der Industrie- und Handelskammer zu Flensburg, zu deren Bezirk der Kreis Dithmarschen zählt. "Brunsbüttel als bedeutender Industriestandort und Knotenpunkt im internationalen Seeverkehr ist für ein LNG-Importterminal ohne Frage ein idealer Standort", ist Hauptgeschäftsführer Peter Michael Stein überzeugt. Die Nachfrage der hier ansässigen Betriebe garantiere bereits eine bedeutende Abnahme importierten Gases direkt vor Ort, hinzu komme eine absehbar steigende Nachfrage der Schifffahrt. "LNG wird angesichts neuer Emissionsgrenzwerte in der Schifffahrt in den kommenden Jahren als Treibstoff vor allem für Feederschiffe Schritt für Schritt wichtiger werden", meint Stein. Die Errichtung eines leistungsfähigen LNG-Terminals wäre nach seiner Auffassung ein "Meilenstein" im Bemühen darum, Deutschland von Energielieferungen auf dem Landweg unabhängiger zu machen. Peter Michael Stein plädiert vor diesem Hintergrund für eine rasche Konkretisierung und Umsetzung der Pläne für ein LNG-Terminal in Brunsbüttel.













