(openPR) Der fünfte Lauf der IDM fand auf der 4,255km langen Strecke des Salzburgrings statt. Die Strecke zeichnet sich vor allem durch ihre langen Geraden und die daraus resultierenden Windschattenkämpfe und hohen Spitzengeschwindigkeiten aus - die Sicherheit der Strecke ist viel diskutiert. Die Sturzzonen wurden seit letztem Jahr zwar erweitert, allerdings wurden auch viele Air-Fences durch Strohballen ersetzt. Und die extremen Wetterumschwünge in der Region tragen ihren Teil dazu bei, dass die Teams und Piloten ein hartes Stück Arbeit vor sich haben, wenn sie zum Salzburgring reisen.
Zum freien Training am Freitag zeigte sich das Wetter von seiner launischen Seite und die großen Regenwolken, die sich beim schwül-warmen Wetter in den Bergen aufgetürmt hatten, regneten sich über der Strecke ab. So kamen die Supersport-Piloten erstmals in dieser Saison dazu, bei Regen zu trainieren und ihr Regensetting zu testen.
Die beiden Piloten vom Team skm Racing - Shell Advance hatten eine kurze Anreise. Für Christian Kellner aus Waging war es fast ein Heimrennen und halb Waging war zur Unterstützung angereist. So hatte Kelle einen großen Fan-Block unter den insgesamt 18.500 Zuschauern. Auch Pascal Eckhardt aus Sonthofen hatte einige Fans dabei und sorgte gleich im Qualifying am Samstag für Begeisterung, als er mit einer Rundenzeit von 1:22.955 Minuten die Pole-Position erreichte. Allerdings wusste Ecke, wie er beim Interview in der Startaufstellung sagte, dass es gerade am Salzburgring nicht leicht ist, aus einer Pole auch einen Sieg zu machen. Eine Reihe dahinter auf Startposition 5 stand Christian Kellner mit einer Trainingsbestzeit von 1:23.666 Minuten.
Das Qualifying der Klasse Supersport fand bei guten Wetterbedingungen statt, aber gegen spät Nachmittag, kurz vor dem ersten Rennen, regnete es wieder kräftig und so war die Strecke zu Rennbeginn noch sehr nass. Nur die Ideallinie war trocken und so waren die Teams bei der Reifenwahl gefordert. Fast alle entschieden sich für Trockenreifen.
Nach einem Sturz von Lars Hindsch wurde das Rennen abgebrochen und später neu gestartet. In der Zeit bis zum Re-Start trocknete die Strecke weiter ab. Beim zweiten Start ging wie meist Sébastien Diss als erster in die Schikane nach der Start-Ziel-Geraden, dicht gefolgt von Eckhardt und Kellner auf Position zwei und drei. Bereits eine Runde später kam Eckhardt führend in die Schikane. In den folgenden Runden entwickelte sich ein spannender Kampf um die Podestplätze in einer Gruppe aus sieben Fahrern: Pascal Eckhardt, Sébastien Diss, Sascha Hommel, Roman Raschle, Jeremy McWilliams, Christian Kellner und Steven Michels.
Kellner wurde während einer Phase, als die gelbe Flagge gezeigt wurde, trotz Überholverbot von zwei Piloten überholt, verlor so zwei Plätze und war, was man von dem sonst so ruhigen Kelle nicht kennt, verständlicherweise recht ungehalten. Erst in den letzten beiden Runden konnten sich die Honda-Piloten Hommel und McWilliams etwas absetzen und machten die ersten beiden Plätze unter sich aus. Hommel gewann. Ex-MotoGP-Pilot McWilliams: "In der letzten Runde wollte ich Sascha vorbei lassen, um nicht als erster auf die Gegengerade zu fahren, aber vermutlich ahnte er das, blieb hinten und überholte mich dann aus dem Windschatten heraus." Diss wurde Dritter. Ecke hatte, wie schon am Sachsenring, mit seinen Reifen zu kämpfen, die schon nach einer kurzen Distanz abgenutzt waren, und wurde Vierter. Kelle erreichte den siebten Platz.
Für das zweite Rennen am Sonntag hatte Pascal eine härtere Reifenmischung gewählt als beim ersten Rennen. Diesmal hatte das Fahrerfeld der Klasse Supersport mehr Glück mit dem Wetter und konnte bei trockenen Bedingungen starten. Erneut machte Diss den besten Start - allerdings folgte ihm Kelle, der ebenfalls einen sehr guten Start hingelegt hatte, auf den Fersen. Ihm wiederum folgten Eckhardt, Hommel, McWilliams und Walther.
Kelle führte zwischenzeitlich das Feld an, dicht gefolgt von Ecke. Bei den zwei Yamaha-Piloten konnte man wie so oft die hervorragende Teamarbeit sehen, was besonders auf dieser Strecke sehr von Vorteil sein kann.
Diesmal konnte sich kein Fahrer vom Feld absetzen und jeder im Feld wusste von der Regel, dass derjenige, der als Führender in die letzte Runde geht, das Rennen höchstwahrscheinlich nicht gewinnt. Pascal sagte später bei der Pressekonferenz: "Diesen Grundsatz kannte ich natürlich und habe entsprechend gehandelt. Ich war in Führung, bin dann aber in der Nocksteinkehre weiter außen gefahren. Die Rechnung ging auf und Sébastien fuhr innen durch. So konnte ich ihn auf der Gegengerade aus dem Windschatten heraus überholen." Hommel tat es Ecke gleich und überholte Diss ebenfalls.
Christian hatte in den letzten Runden keinen guten Ausgangspunkt mehr, um anzugreifen, da er nicht nahe genug an dem Trio vor sich dran war, um Windschatten zu bekommen. Seine Verfolger jedoch waren nahe genug dran an ihm und so verlor er leider weitere zwei Plätze an McWilliams und Walther.
Das Team skm Racing - Shell Advance und die Fans freuten sich riesig mit Ecke über dessen ersten IDM-Sieg und die gelungene Teamarbeit der beiden Fahrer. Für Ecke war dies ein wichtiger Sieg nach einer langen Durststrecke. Er ist nun mit 127 Punkten wieder Dritter in der Gesamtwertung. Und Kelle, Vierter mit 118 Punkten, wird sicher die nächste Chance nutzen, um in der Meisterschaft anzugreifen. Die bietet sich vom 31.7. bis 2.8. am Schleizer Dreieck.












