(openPR) oder wie das Engagement einzelner Bürger zur Kulturhauptstadt durch Mächtige in die zweite Reihe gedrängt wird!
Einen Gedichtwettbewerb auszurufen, ist sicherlich keine abwegige Idee, insbesondere dann, wenn das Kulturhauptstadtjahr 2010 vor der Tür steht.
Gibt man bei „Google“ das Stichwort „Ruhrgedicht“ ein, gibt es bereits seit Juni 2008 eine großflächig angelegte Gedichtaktion des Ruhrgebietsoriginals „Onkel Reinhold“. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, zusammen mit den Menschen aus aller Welt das längste Gedicht an der Ruhr zu verfassen.
221 Kilometer Gedicht sollen verfasst werden. Fast 4 Kilometer sind bereits geschafft. Beiträge, auch aus den USA, beschreiben das Ruhrgebiet. Jeder kann mitmachen und täglich kommen neue Gedichte an.
Das Initiatorenteam wurde von der Ruhr 2010 GmbH ignoriert, der Antrag auf Fördergelder abgelehnt.
Nun aber ruft die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) gemeinsam mit dem Literaturbüro Ruhr zu einem neuen Gedichtwettbewerb auf. Gefördert vom Land NRW und mit in Aussicht gestellten Honoraren von der WAZ.
Dass in den Online-Foren der WAZ seit mehr als einem Jahr in fast 200 Beiträgen auf „Onkel Reinholds“ Gedichtwettbewerb hingewiesen wird, scheint unter dem Aspekt der Teilnahme des Bürgers nunmehr zum Hohn zu verkommen. Denn „Onkel Reinhold“ ist Bürger und sieht sich in seinen Aktionen als Sprachrohr des Bürgers.
Nach dem Bekannt werden des WAZ-Aufrufes haben sich erste Schreiber mit Onkel Reinhold solidarisch erklärt.
Gegenüber dem geförderten Projekt scheint Onkel Reinhold keine Chance zu haben. Doch er kämpft weiter als „Don Quipott“ gegen Windmühlen, die im Ruhrgebiet als Leuchttürme erscheinen, dem Bürger jedoch verschlossen bleiben.
Konkurrenz belebt das Geschäft. Eine Zeitung, die auch in zahlreichen Printausgaben positiv über das ideelle Projekt „Ruhrgedicht“ berichtete, plötzlich aber einen eigenen, monetär geprägten Wettbewerb ins Leben ruft, muss sich die Frage gefallen lassen, ob sie nicht dazu beiträgt, das negativen Images der Kulturhauptstadt beim Bürger zu schüren. Denn eins steht fest: Konkurrenz hin oder her, zahlreiche Bürger und Leser der WAZ haben sich schon seit einem Jahr solidarisch mit der Aktion von Onkel Reinhold erklärt. Warum die WAZ nun keine Solidarität gegenüber den vielen „Dichtern“ dieser Aktion zeigt und eine neue Aktion ins Leben ruft, ohne dabei aktiv die bereits bestehende Aktion mit einzubinden, bleibt schleierhaft und muss sich das Attribut „unsolidarisch“ gefallen lassen.











