(openPR) Junge Mütter mit Kindern, Menschen mit Behinderung und Demenz leben unter einem Dach / Neue Seniorenwohnanlage mit Serviceangeboten im Nachbarhaus / Staatsrat Dr. Voges nennt Konzept der Häuser vorbildlich
Hamburg, 9. Juni 2009 – Die AWO Hamburg hat heute ein in Hamburg einzigartiges Wohngruppenhaus und eine Wohnanlage für Senioren in Boberg im Stadtteil Lohbrügge (Bezirk Bergedorf) eingeweiht. Im Wohngruppenhaus in der Straße Boberger Anger werden drei moderne soziale Hilfsangebote unter einem Dach vereint: Das Erdgeschoss bietet neun Menschen, die demenziell erkrankt sind, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft. Im 1. Stock leben künftig sechs Menschen mit schwerer Behinderung – sie erhalten ambulante Betreuung, Pflege und Eingliederungshilfe von Mitarbeitern der BHH Sozialkontor gGmbH, einem korporativen Mitglied des AWO Landesverbandes. Im 2. Stock ziehen in diesem Monat sechs junge Mütter zwischen 17 und 24 Jahren, die sich in sozialen Notsituationen befinden, mit ihren Kindern ein. Die Bewohnerinnen bekommen psychologische Hilfe und Unterstützung in Erziehungs- und Ernährungsfragen, so dass sie sich mit ihren Kindern in einem stabilen Umfeld weiterentwickeln können.
Unter Mitwirkung aller Beteiligten – Betreuer und Bewohner – soll ein Haus entstehen, in dem es neben der Möglichkeit des Rückzugs in die eigenen Räumlichkeiten auch die der Teilnahme an einem regen gemeinschaftlichen Leben innerhalb der jeweiligen Wohngruppe gibt: Beispielsweise gemeinsames Gestalten des Gartens durch die Dementen-Wohngruppe, Kochen in der Gruppe der Behinderten auf der ersten Etage und intensive Diskussionen der jungen Mütter über die Gestaltung der Wohnküche im 2. Stock. Der Austausch wird künftig auch zwischen den einzelnen Gruppen gefördert: „Gemeinsame Musik- und Spiel-Aktivitäten im Gemeinschaftsraum unter dem Dach sind in Planung“, erläutert Wiebke Brose, Projektleiterin und stellvertretende Geschäftsführerin des AWO Landesverbandes. Das Konzept hat die karitative ARD Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ so überzeugt, dass sie den Neubau des Wohngruppenhauses mit insgesamt 400.000 Euro gefördert hat, rund 18 Prozent der Gesamtkosten.
Im Nachbarhaus genießen inzwischen 59 Seniorinnen und Senioren in 46 Zwei-Zimmer-Wohnungen das neue AWO-Wohnangebot mit Service-Dienstleistungen („Betreutes Wohnen“). Brose: „Unser Ziel war es, den Bewohnern ein sehr modernes und selbstbestimmtes Wohnen zum kleinen Preis anzubieten. Darüber hinaus motivieren wir die Bewohner, aktiv zu bleiben, und fördern die Kontakte miteinander.“ Die AWO-Mitarbeiterin hat für die Bewohner beispielsweise schon eine Modenschau, einen wöchentlichen Klönschnack, einen gemeinsamen Brunch, Ausfahrten oder eine Informationsveranstaltung zum Thema Hausnotruf organisiert.
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es künftig intensivere Kontakte zwischen den Bewohnern beider Häuser geben könnte: „Einige Senioren haben schon Interesse bekundet, Patenschaften für demenziell Erkrankte oder kleine Kinder des Wohngruppenhauses zu übernehmen – beispielsweise für gemeinsame Spaziergänge oder andere Aktivitäten“, betont Brose zuversichtlich.
Staatsrat Dr. Michael Voges von der Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz sagte bei der Einweihung der beiden neuen Häuser, dass sich die Menschen im Alter, bei Behinderung oder sonstigem Hilfebedarf so viel Normalität wie möglich bewahren wollten. „Die beiden neuen Häuser der AWO tragen diesem Wunsch Rechnung. Sie kombinieren bedarfsgerechte Unterstützung mit individueller Freiheit und einem größtmöglichen Maß an Privatsphäre. Das hat Vorbildcharakter.“
Die neuen Häuser der AWO zeichnen sich auch durch ihre ökonomische und ökologische Bauweise aus. Die wph Wohnbau und Projektentwicklung Hamburg GmbH setzte hierbei als Generalübernehmer neben regenerativen Energien wie zum Beispiel Sonnenkollektoren für die Warmwasserbereitung auch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung für ein gesundes Raumklima ein. Auch die Versorgung mit Wärme aus dem nahegelegenen Wärme-Kraft-Kopplungskraftwerk ermöglicht das Sparen von Energie. Gefördert wurden diese Maßnahmen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt.










