(openPR) Oberhausen/Dortmund, 29. Mai 2009 – Mehr als 25 Unternehmerin-nen aus den unterschiedlichsten Branchen trafen sich zum Busi-ness Frühstück, zu dem das Business-Netzwerk Migrantinnen
PETEK am Freitag, den 29. Mai eingeladen hatte.
Andere Unternehmerinnen und Führungsfrauen mit Migrationshinter-grund treffen, Informationen und Erfahrungen austauschen und neue Geschäftskontakte knüpfen – das von PETEK organisierte Frühstück am in Dortmund war ein voller Erfolg und ein wertvolles Forum für Frauen mit und ohne Migrationshintergrund. Dabei trafen sich Frauen unter-schiedlichster Herkunft und aus den verschiedensten Branchen wie z.B. Werbeagentur, Übersetzungsbüro, Friseurhandwerk, Eventmana-gement, Nachhilfeschule, Internetdienstleister, Fachhandel für Mode, Steuerberatung etc..
Spannender und unterschiedlicher könnten die Frauen und ihre Grün-dungsgeschichte kaum sein.
Susanna Bakonyi-Nick, die ungarische Wurzeln besitzt, heute aber in Wuppertal lebt, gründete vor zwei Jahren einen Online-Handel für Da-menunterwäsche (www.josiamy.com). "Ich war bereits seit 13 Jahren selbständig im Handy-Großhandel, nun wollte ich auch eine Herzensan-gelegenheit verwirklichen und im Modebereich tätig sein. Eine Entschei-dung, die ich nie bereut habe." Dabei sei sie nach der Geburt ihrer Tochter "irgendwie in die Selbständigkeit geraten", ohne es bewusst vorher zu planen.
Ähnlich erging es auch Natália Peres-Eckey, Inhaberin des Überset-zungsbüros Peres-Eckey GmbH in Dortmund. "Es war ein langsamer Prozess, der zur Selbständigkeit führte. Anfangs war es nur ein Ne-benjob, mittlerweile kann ich zusammen mit meinem Team in mehr als 30 Sprachen übersetzen." Einzig bei der Art der Finanzierung würde sie heute anders vorgehen: "Damals habe ich alles aus eigenen Mitteln finanziert und mich nicht informiert, welche Unterstüt-zungsmöglichkeiten es hier gegeben hätte. Das würde ich heute an-ders machen", so Peres-Eckey.
Eine Erfolgsgeschichte, die Mut macht, hatte auch Sevinc Elmaci zu erzählen. Sie war lange Jahre als Diplom-Ingenieurin im Bereich Elektrotechnik tätig, bevor sie die Branche wechselte und die Nachhil-feschule Lernkreis Extra in Dortmund gründete. "Als Ingenieurin hatte ich nicht nur mit dem Vorurteil zu kämpfen, dass ich eine Frau war, gleichzeitig war ich auch noch eine Migrantin. Das hat es mir in mei-nem Beruf oft nicht leicht gemacht. Heute betreue ich Schüler aus allen Kontinenten und würde es nie wieder anders haben wollen."
Neben den Teilnehmerinnen waren auch Dr. Rüdiger Klatt und Kurt-Georg Ciesinger Gäste der Veranstaltung. Die beiden Experten führ-ten in den vergangenen drei Jahren ein Projekt des Bundesfor-schungsministeriums mit dem Thema "Unternehmensgründungen durch Migrantinnen" durch und untersuchten dort die Frage, wie Frauen mit Migrationshintergrund in Gründungsprozessen unterstützt werden können.
"Wir haben untersucht, warum die Neigung, sich selbständig zu ma-chen bei Frauen mit Migrationshintergrund sehr groß ist, tatsächlich aber nur wenige gründen", so Klatt. Neben der rein statistischen Auswertung, sei es bei dieser Untersuchung auch von Anfang darum gegangen, herauszufinden, was man besser machen könne, damit sich diese Situation verändert. "Es ist auffallend, dass es an auslän-dischen Beratern in der Gründungsberatungslandschaft mangelt." Für die Zukunft sei es daher wichtig, die kulturellen Barrieren, die sowohl auf Seiten der Berater als auch auf Seiten der Gründungswilligen vor-handen seien, zu überwinden. Neben einem Weiterbildungstool für Berater in diesem Bereich, sehe er vor allem in Netzwerken wie
PETEK ein großes Potenzial. Gleichzeitig seien Frauen mit Migrati-onshintergrund, die erfolgreiche Unternehmerinnen sind, nicht nur positive Vorbilder für andere Gründungswillige, "diese Frauen sind in der Regel auch besser integriert", so Klatt.
• Wie manage ich meinen Unternehmeralltag?
• Wie erreiche ich einen kontinuierlichen Auftragseingang?
• Wie kann ich Beruf und Familie vereinbaren?
Viel problematischer als unternehmerische Fragen wie die der Finan-zierung oder über notwendige Existenzgründungsschritte, ergänzte Ciesinger. "In diesen Bereichen gibt es in der Regel genügend Bera-tungseinrichtungen. Tatsächlich sind es in der Praxis häufig die per-sönlichen Probleme bei den Existenzgründerinnen, die über Erfolg oder Niederlage eines Unternehmens entscheiden. Das sind Fragen, die kein Unternehmensberater beantworten kann, aber Frauen, die bereits gegründet haben."
Die Bedeutung solcher Veranstaltungen wie das Business Frühstück in Dortmund könne man daher gar nicht hoch genug ansetzen. Sein Dank neben den Gründerinnen von PETEK galt auch dem Ministe-rium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, die beim Frühstück durch Andrea Göhlich ver-treten wurde.
"Die Begegnung mit wirklichen leibhaftigen Menschen ist der beste und einfachste Weg ein Netzwerk von Partnern, Lieferanten und Kunden aufzubauen", fasste die PETEK-Vorsitzende Birnur Öztürk zusammen. Das große Interesse an der Veranstaltung und die zahl-reichen Gespräche in entspannter Atmosphäre zeigten eindrucksvoll, wie Recht Sie damit hat.
Gleichzeitig will PETEK auch die Vernetzung innerhalb der bestehen-den Netzwerke für Selbständige und Frauen gezielt fördern. In Dort-mund konnte Öztürk sowohl eine Vertreterin des Netzwerks Zonta (Dortmund) Dr. Dorothea Bartling als auch Petra Kersting vom Zent-rum Frau in Beruf und Technik (Castrop-Rauxel) begrüßen.
Aufgrund des großen Erfolgs bietet PETEK in ganz NRW monatliche Treffen an. "Das Business Breakfast gibt Unternehmerinnen und Frauen in Führungspostionen ein Forum, um Kontakte zu knüpfen und sich aktiv auszutauschen" so Öztürk. Das nächste Business Frühstück findet am 19. Juni 2009 in Köln statt.
Gefördert wird die Veranstaltung vom Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.
Mehr Informationen über Petek unter www.petekweb.de












