(openPR) Aachen, 4. Mai 2009. In Sachen Übergewicht ist Deutschland unangefochtener Europa-Meister: So ergab eine Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO), wonach 75 Prozent der Männer und 59 Prozent der Frauen hierzulande zu viel Gewicht auf die Waage bringen. Damit sind in der Bundesrepublik mehr Menschen übergewichtig oder krankhaft fettleibig als in anderen EU-Staaten. Gleichzeitig wächst seit Jahren das Sortiment an kalorienreduzierten Lebensmitteln rasant. Ob Schokolade, Joghurt oder Pizza – Light-Produkte sind in. Im April 2009 befragte der Aachener Marktforscher Dialego 1.000 Bundesbürger zu gesunder Ernährung und Light-Produkten.
Entgegen den erschreckenden Zahlen in Sachen Übergewicht zeigen die Ergebnisse der Befragung, dass die Deutschen sich in Sachen Ernährung durchaus auskennen. Dem Großteil der Befragten (71 Prozent) ist eine gesunde Ernährung wohl wichtig, allerdings hapert es an der Umsetzung des Wissens. Nur etwas mehr als ein Drittel (37 Prozent) bewertet die eigene Ernährung als weitgehend gesund. Das sind aber in erster Linie die über 50 Jährigen (55 Prozent), von den 30 bis 40 Jährigen teilen nur 26 Prozent diese Selbsteinschätzung und von den 14-29 Jährigen nur noch ganze 19 Prozent.
Auf die Frage, was für die Konsumenten eine gesunde und ausgewogene ausmacht, platziert sich Gemüse (94 Prozent) auf Patz eins, auf den Plätzen zwei und drei folgen Obst (92 Prozent) sowie Vollkornprodukte und regelmäßige Mahlzeiten (je 80 Prozent). Den bewussten Verzicht auf Fleisch hingegen erachtet nur knapp die Hälfte der Befragten (48 Prozent) als wichtigen Aspekt einer gesunden Ernährung.
Parallel zur Wahl der „richtigen“ Lebensmittel betrachten viele Bundesbürger auch Lebensmittel mit niedrigem Energiegehalt als wichtigen Beitrag zur ausgewogenen Ernährung. Ganz vorn stehen dabei die bewusste Reduzierung von Fetthaltigem und Süßem (76 bzw. 69 Prozent) sowie kalorienarme Getränke (64 Prozent). „Weit abgeschlagen sind ganzheitliche Ernährungskonzepte wie Trennkost, Makrobiotik oder Ayurveda, die nur rund ein Zehntel (12 Prozent) als wichtig beurteilt. Vermutlich geht das Interesse an Ernährungsfragen bei den meisten doch nicht so weit, um sich mit diesen spezifischen Ernährungsformen zu beschäftigen“, fasst Andera Gadeib zusammen.
Das Etikett „Light“ ist in den Augen ernährungsbewusster Verbraucher nicht automatisch gleichzusetzen mit gesund. Nur ein knappes Drittel (32 Prozent) hält Light-Produkte wichtig für eine ausgewogene Ernährung, 29 Prozent stufen sie sogar als völlig unwichtig ein. Die Bemühungen der Lebensmittelbranche, diese Produkte als Bestandteil einer gesunden Ernährung zu deklarieren, haben den Verbraucher bislang nur begrenzt erreicht.
Daher verwundert es kaum, dass nur 13 Prozent regelmäßig und 30 Prozent gelegentlich Light-Produkte einkaufen. Über die Hälfte (58 Prozent) jedoch greift selten oder nie danach. Am häufigsten landen „leichte“ Milchprodukte (77 Prozent), Käse (74 Prozent), Wurstwaren (68 Prozent) und Softdrinks (61 Prozent) in den Einkaufskörben deutscher Verbraucher. Aber ausgerechnet bei den größten Kalorienbomben wie Pizza und Schokolade geben die Bundesbürger den fetthaltigen Originalrezepturen den Vorrang vor der Light-Variante.
EU-Regelung zu Light bei den meisten Verbrauchern angekommen
Anfang 2007 trat eine neue EU-Regelung in Kraft, die u. a. besagt, dass, wo Light drauf steht nachweislich weniger Kalorien drin sein müssen als in vergleichbaren herkömmlichen Produkten. Diese Regelung sollte den Bedeutungswirrwarr des Begriffs „Light“ endgültig regeln, was offensichtlich zu einem großen Teil auch gelungen ist. So assoziieren die meisten Befragten (62 Prozent) den Begriff mit „kalorienreduziert“, gefolgt von „fettarm“ und „zuckerfrei“ (41 bzw. 26 Prozent).
Dialego führt in Deutschland zwei Mal pro Monat Omnibus-Umfragen zu verschiedensten wirtschaftlichen Fragestellungen durch und in Frankreich und Großbritannien ein Mal pro Monat. Die komplette Studie sowie die Gesamtübersicht über das Angebot an Studien finden Sie im Internet in der Rubrik „Studien“: www.dialego.de









