(openPR) Beschaffungsmarkt Frankreich bleibt wichtiger Handelspartner für deutsche Einkäufer und Lieferanten
Vom 19. bis zum 24. April 2004 wird Hannover wieder internationaler Branchentreff der Industrieanbieter sein. Einmal mehr spielt die Zulieferindustrie eine entscheidende Rolle und Frankreich ist dabei für deutsche Einkäufer nach wie vor ein besonders interessanter Beschaffungsmarkt. 40 französische Aussteller aus nahezu allen Bereichen des Subcontractings beteiligen sich in diesem Jahr an dem französischen Gemeinschaftsstand von UBIFRANCE, der französischen Gesellschaft zur Förderung der internationalen Unternehmensentwicklung.
Auf über 600 Quadratmetern in den Hallen 2 (Stand D02) und 3 (Stand E16) zeigen die Anbieter aus Frankreich einen interessanten Querschnitt innovativer Lösungen und technisches Know-how in der Herstellung und Bearbeitung von Zulieferteilen und Halbzeugen, die Gießereitechnik sowie die Kunststoffverarbeitung. In beiden Hallen werden ausreichend Bereiche für interessante Gespräche und die Anbahnung oder Vertiefung von Geschäftskontakten zur Verfügung stehen. Informationen über die beteiligten Unternehmen sowie die Möglichkeit einer vorherigen Terminabsprache bietet die deutsch- und englisch-sprachige Internetseite www.bmfrankreich.com.
Die französische ZulieferindustrieIm Jahr 2002 waren in der gesamten französischen Zulieferindustrie 615.198 Beschäftigte in 36.862 Unternehmen aller Betriebsgrößen tätig, die einen Umsatz von 70,2 Mrd. Euro erwirtschafteten. Reduziert auf den spezialisierten Sektor der metall- und kunststoffverarbeitenden Zulieferbetriebe erwirtschafteten 258.000 Beschäftigte in 3.400 Betrieben (ab 20 Mitarbeitern) einen Umsatz von 31 Mrd. Euro (Quelle: Sessi). Trotz des wirtschaftlich schwierigen Umfeldes wurden 1,3 Mrd. Euro in die Modernisierung der Maschinen-ausstattung, in neue Prozesstechniken sowie in Sicherheits- und Umweltschutzeinrichtungen investiert. Die metallverarbeitende Zulieferindustrie ist stark durch mittelständische Strukturen geprägt. 84 % aller Unternehmen beschäftigen weniger als 20 Mitarbeiter. Diese klein- und mittelständischen Unternehmen erwirtschaften 25 % des Gesamtumsatzes und 20 % aller Investitionen werden von diesem Teil der Akteure getätigt. Der sich bereits im zweiten Quartal 2002 abzeichnende Trend rückläufiger Umsatzzahlen konnte überwiegend in den ersten Quartalen 2003 aufgehalten und stabilisiert werden. Ein Grund für die Verluste liegt vor allem in der starken Konkurrenz aus Niedriglohnländern.
Im Bereich der Schneid-, Stanz- und Tiefziehtechnik - nach Schmieden und Gesenkschmieden der zweitgrößte Sektor innerhalb des metallverarbeitenden Gewerbes - verzeichneten die französischen Unternehmen dank der anhaltend hohen Nachfrage der Automobilindustrie (68 % des Umsatzes) im ersten Quartal 2003 rege Aktivitäten; der Rohstoffverbrauch stieg um 6 %, während der Umsatz um 4 % (jeweils im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) stieg. Wegen der geringen Gewinnspannen und der Notwendigkeit der just-in-time-Produktion finden sich neben einer starken wirtschaftlichen Konzentration in diesem Sektor insbesondere regionale Schwerpunkte nahe der Standorte der französischen Automobilindustrie, so vor allem in den Regionen Ile-de-France (Paris), Franche-Comté (Belfort, Sochaux) und Rhône-Alpes (Lyon).
Obwohl auch die Gießerei-Sparte von der Nachfrage der Automobilindustrie profitiert, hat sich in diesem Sektor auch im ersten Quartal 2003 der seit 2001 anhaltende Trend eines leichten Umsatzrückgang bestätigt. Insbesondere die Betriebe für Aluminium-Guss und die Nachfrage im Automobilbau - 80 % der produzierten Alu-Gussteile geht in die Automobilproduktion - sind jedoch ein starker (Hilfs-)Motor für dieses Marktsegment. So bleibt Frankreich weltweit auf einem guten siebten Platz als Exporteur von Gussteilen und behauptet in Europa seinen zweiten Platz nach Deutschland und vor Italien.
Trotz dieser zögerlichen Konjunkturentwicklung kommen die französischen Zulieferfirmen mit Optimismus nach Hannover. In allen Bereichen blieben die Geschäftaktivitäten nahezu unverändert hoch, um schnell auf die sich abzeichnenden positiven Entwicklungen reagieren zu können. Technisches Know-how, Innovationskraft, Flexibilität, und vor allem räumliche Nähe zu Lieferanten und Abnehmern in Deutschland machen Frankreich auch weiterhin zu einem technisch kompetenten und verlässlichen Beschaffungsmarkt.











