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Frankreichs Textilindustrie im Aufwind

04.08.201117:17 UhrMode, Trends, Lifestyle
Bild: Frankreichs Textilindustrie im Aufwind
Textilien aus Frankreich auf der Munich Fabric Start 2011
Textilien aus Frankreich auf der Munich Fabric Start 2011

(openPR) Auf der Mode-Fachmesse Munich Fabric Start im September 2011 demonstrieren Frankreichs Textilunternehmen neues Selbstvertrauen nach der Krise

Allein die Anzahl der Aussteller ist schon eine Ausnahme: 28 Top-Unternehmen nehmen an der französischen Gemeinschaftsaktion teil. Organisiert wird dieser Auftritt vom Fachverband Tisslaine-France Promotion in Zusammenarbeit mit der Agentur zur Förderung der Textilindustrie Espace Textile. Die Unternehmen sind Webereien aus unterschiedlichen Bereichen sowie Hersteller von Zubehör für die Bekleidungsindustrie.



Die französische Textilindustrie ist auf dem Weg aus der Krise. Die Branche verzeichnet nach schwierigen Jahren eine deutliche Verbesserung. Die wichtigsten Indikatoren sind wieder im grünen Bereich. Dennoch scheint die Situation sich noch nicht komplett stabilisiert zu haben, insbesondere aufgrund der schwankenden Entwicklung der Rohstoffpreise. Die französischen Textilunternehmen haben sich auf diese Situation eingestellt und verstärken ihre Präsenz vor Ort. Sie setzen voll auf ihre Flexibilität und intensivieren ihren Kundenservice, um die Verteuerung der Stoffe für die Kunden abzumildern. So können preisbewussten Kunden zum Beispiel andere Textilmaterialien oder kostengünstigere Materialmischungen angeboten werden.

Die französischen Textilunternehmen erhoffen sich insbesondere ein starkes Wachstum auf dem deutschen Markt, indem sie versuchen von der sprunghaften Konsumsteigerung zu profitieren. Sie setzen dabei auf maximale Kundennähe und versuchen die Erwartungen der deutschen Abnehmer zu erfüllen.

Gegensätze ziehen an

Licht und Schatten – konjunkturelle Belebung bei nichtkalkulierbaren Risiken auf dem Rohstoffmarkt: Gegensätze (und der kreative Umgang damit) bestimmen auch die Mode-Trends. Die Kultivierung von Abweichungen ist selbst bei klassischen Kollektionen zur Regel geworden, um Überraschungseffekte zu erzielen und für einen neuen Look zu sorgen. Außerdem lässt sich beobachten, dass sich die Ideen, Einflüsse und Reminiszenzen an frühere Epochen mehr und mehr vermischen. Ein weiterer positiver Gesichtspunkt in der Mode ist das wieder zunehmende Interesse für Stoffe und Farbe im Gegensatz zur Form. Ein Vorteil, den Stoffhersteller nutzen sollten. Die Betonung liegt dabei insbesondere auf erlesenen Stoffdetails und dem Spiel mit Kontrasten.

Die Mode-Trends 2012/2013: Schwerpunkt liegt auf Farbe, Stoffe und Materialien
Die Wintersaison 2012/13 steht ganz zweifellos im Zeichen der Farbe mit sommerlich intensiven und vibrierenden Tonarten: neben frische Pastellnuancen wird warmes Rot in allen Tonabstufungen abgespielt, aber auch Blau, Clubgrün, Senf, Brandorange, Rost- bis zu Kastanienbraun, sowie Grau- und Beigetöne sind sehr wichtig und werden für mehrfarbige Zusammensetzungen angewandt. Diese Saison steht auch stark unter dem Einfluss der Wollaspekte, was zu weicheren Geweben und zu sanfteren Griffen für eine entspanntere und komfortablere Mode führt. Eine stark minimalistische, aber auch eine gewisse Vintage-Tendenz ist auf dem Woll – und Baumwollsektor zu beobachten: die Gewebe sind bald fliessend oder strukturiert, mit klaren Bildern und cleanem Look oder zeigen sich in ausgearbeiteten, ja sogar barocken Formen. Die Gewichte werden leichter, die Muster und Motive, sowie die Geometrie (Streifen und Bänder) spielen mit kontrastierenden Aussehen. Die klassischen Gewebe beleben sich mit Noppen, Haaren oder Flammen, die etwas Phantasie in die strengen und klaren Motive einbringen.
Für die anderen Gewebe wie Seiden-, Maschen- und Druckstoffe, sowie für Zutaten stehen vier Themen an der Spitze: ein Thema mit steingrauen, schwarzen und bernsteinfarbigen Tönen, geometrischen Bindungen, die an Mineralien (Marmor oder Jaspis) denken lassen, sowie Talismane, in denen Seide, Taft und Brokat in einer Atmosphäre geheimer Gesellschaften zusammenfinden. Ein neoklassischer Geist, mit herausfordernden Lingerie-Farben (Beige- und Brauntönen mit extravaganten säuerlichen Nuancen) die luxuriöse und sinnliche Stoffe beleben: Spitzen, Tuche in der Art von Cashmere, Damaste, Jacquards und elegante Designs. Ein aus der Natur inspiriertes Thema für rohe Materialien mit Erdbraun-, Flechtengrün- und Zwetschgenrottönen, sowie ländlichen Motiven. Schliesslich ein berauschendes orientalisches Thema mit Lackrot, Bronzegrün und Blassgrün, den Favoriten-Farben für Kreppgewebe, Jersey-Brokate, Dunkelsamt-Qualitäten, sowie Motive und Drucke mit asiatischer oder Art Deco Inspiration.
Unter Einsatz von viel Fantasie, wird ein Gegengewicht zu einem üblicherweise homogenen und bisweilen auch monotonen Angebot geschaffen. Eine klare und starke Auswahl für einen erfahrenen Verbraucher, der seinen Stil gefunden hat und das gewisse Etwas sucht.

Es scheint für den Verbraucher immer wichtiger zu werden, verschiedene Stile und Dresscodes kombinieren zu können, um sich abzuheben. Jedoch ist er auch auf der Suche nach bequemer Kleidung und verlässlicher Qualität, gleichbedeutend mit längerer Haltbarkeit. Die französischen Textilunternehmen sind dabei, diese neuen Anforderungen ihrem Angebot anzupassen und Textilien zu entwerfen, die – neben der notwendigen Funktionalität - auch weiterhin Freude bereiten sollen. Denn sich kleiden bleibt eine echtes Vergnügen.

Marktzahlen:
Für das erste Quartal 2011 bestätigt sich die Zunahme der Gesamtexporte der Textilindustrie: +7 %/1. Quartal 2010 (davon +5 % für Exporte in EU-Länder und +11 % in Drittländer). Im Laufe des gleichen Zeitraums erreichten die französischen Textilexporte nach Deutschland 230 Millionen € (+6 %), Deutschland bleibt damit weiterhin das drittwichtigste Abnehmerland der französischen Textilindustrie nach Italien und Belgien. Der gesamte Umsatz der französischen Textilindustrie verzeichnet auch + 10 % im Vergleich zum 1. Quartal 2010. Die günstige Entwicklung zeigt, dass das französische Textilangebot der Nachfrage aus dem Ausland entspricht.

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