(openPR) Die zu den größten US-Finanzhäusern zählende Bank of America ist zum Jahresauftakt mit einem überraschend hohen Milliardengewinn in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der vom Staat gestützte Finanzkonzern setzt damit als fünfte Großbank in Folge die Reihe positiver Nachrichten in Amerikas Finanzbranche fort. Allerdings ist Angst vor faulen Kredite nach wie vor groß.
Der Überschuss verdreifachte sich im ersten Quartal zum Vorjahr fast auf 2,8 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro), wie die Bank am Montag am Sitz in Charlotte (North Carolina) mitteilte. Vor Dividenden für Vorzugsaktionäre wie den Staat verdiente sie sogar 4,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten weit weniger erwartet. Im Schlussquartal 2008 hatte das Institut noch einen hohen Verlust eingefahren.
Konzernchef Kenneth Lewis warnte allerdings vor „extrem schweren Herausforderungen“ durch faule Kredite infolge der Wirtschaftskrise und der rasant steigenden Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten. Im ersten Quartal musste die Bank ihre Risikovorsorge um weitere 6,4 Milliarden Dollar erhöhen.
Die Aktie reagierte angesichts der unsicheren Aussichten vorbörslich mit deutlichen Verlusten. Für das Gesamtjahr hatte Lewis kürzlich einen Gewinn von rund 50 Milliarden Dollar versprochen - allerdings vor Steuern und Sonderbelastungen. Er steht bei einer Reihe von Aktionären schwer in der Kritik.
Die Bank of America hatte sich im vergangenen Herbst am Blitzkauf der Investmentbank Merrill Lynch verhoben. Im Zuge der Finanzkrise hatte sie zuvor bereits die Hypothekenfirma Countrywide übernommen, die als mitverantwortlich für die Kreditkrise gilt. Der Staat griff der Bank bisher mit allein 45 Milliarden Dollar an direkten Hilfen unter die Arme.
Merrill Lynch habe im ersten Quartal ohne Berücksichtigung von Kosten der Übernahme zum Gewinn 3,7 Milliarden Dollar beigetragen, so die Bank. Die Erträge verdoppelten sich zum Jahresauftakt auf rund 36 Milliarden Dollar, die Vorjahreszahlen beinhalteten aber Merrill Lynch und Countrywide noch nicht und sind daher schwer vergleichbar.
In den vergangenen Tagen hatten unter anderem J.P. Morgan Chase und Goldman Sachs Milliardengewinne vorgelegt. Selbst die zu den größten Krisenverlierern zählende Citigroup hatte ihr Ergebnis klar verbessert und vor Dividendenzahlungen sogar wieder schwarzen Zahlen geschrieben. Analysten warnen trotz des positiven Trends jedoch, dass eine endgültige Erholung der Finanzbranche noch nicht sicher sei.










