(openPR) Am 1. Februar 2006 trat er die Nachfolge von Alan Greenspan im Amt des amerikanischen Notenbankchefs an: Ben Bernanke, oder auch "Helikopter-Ben“. Seinen Spitznamen hat er einem kleinen öffentlichen Ausrutscher zu verdanken. 2002 sprach er über die Gefahr der Deflation: Sinkende Preise und die mangelnde Veranlassung der Konsumenten zu kaufen, denn es wird ja noch billiger.
Damals schlug er in vor, in diesem Fall per Helikopterabwurf Geld unters Volk zu bringen. Und genau das tut er jetzt: Die Bilanz der amerikanischen Notenbank hat sich in wenigen Monaten mehr als verdoppelt, Ben Bernaki kauft in großem Umfang Staatsanleihen und druckt damit faktisch Geld. Andere Notenbanken tun es ihm gleich. Quantitative Easing heiß das Zauberwort und man könnte es auch mit "Geld drucken" übersetzen.
Zunächst ist es sein erklärtes Ziel, die drohende Deflation zu bekämpfen. Deflation, also sinkende Preise muss unter allen Umständen vermieden werden. Die Konsumenten würden sich in diesem Fall mit ihren Käufen zurückhalten, denn sie dürfen ja erwarten, dass alles noch billiger wird. Und auch die Unternehmen investieren nicht mehr, denn sie haben schon jetzt weniger Einnahmen durch sinkende Preise und in Zukunft erst recht.
Und was es bedeutet, wenn Konsum und Investitionen einbrechen, hat Japan in den letzten 15 Jahren leidvoll erfahren. Japan Geldpolitik war im Zuge der Bankenkrise Anfang der neunziger Jahre eben nicht expansiv und die daraus resultierende Deflation hat die Wirtschaftskrise in Ausmaß und Dauer deutlich verschärft. Diesen Fehler möchte man nun weltweit vermeiden. Insofern gibt es aktuell keine Alternative zur Geldpolitik von "Helikopter-Ben".
Wenn die Gefahr der Deflation beseitigt ist, soll die Inflation im Korridor zwischen 3 und 7 Prozent gehalten werden. Die Fachwelt fragt sich zu recht, ob dies gelingt. Denn das neu gedruckte Geld ist dann im Umlauf. Wenn die Konjunktur wieder anspringt, werden die Banken ihre Kreditvergabe wieder ausweiten und die verfügbare Geldmenge weiter nach oben treiben. Und die Preise werden steigen, auch verursacht durch anziehende Rohstoffpreise.
Führende Wirtschaftswissenschaftler erwarten daher hohe Inflationsraten schon ab 2010.
"Schon in einigen Monaten wird die Inflation deutlich nach oben schiessen, sagte Thomas Straubhaar, der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) dem Nachrichtenmagazin Focus. Er rechnet mit einer Geldentwertung zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr für die Zeit nach 2010.
Und klar ist: Die Notenbanken können der Inflation nicht allzu entschieden entgegen treten. Ein wirksames Mittel gegen Inflation wären Zinserhöhungen. Die wird es auch geben, aber allzu deutlich können sie nicht ausfallen. Denn die zahlreichen Konjunkturprogramme haben die Staatsverschuldung nochmals nach oben getrieben und einige der hoch verschuldeten Länder (allen voran die Amerikaner) können sich höhere Zinsen nicht leisten. Inflation dagegen wirkt wie eine automatische Tilgung.
Die Verlierer der Inflation sind alle, die mit Geldvermögen Vorsorge für später getroffen haben: Etwa in Form von Spareinlagen, Kapitallebensversicherungen oder Rentenpapieren. Und das sind die meisten. Denn behält Straubhaar recht, reduziert sich die Kaufkraft eines Anlagebetrags von beispielsweise 100.000,- Euro in nur drei Jahren auf rund 73.000,- Euro. Dagegen fallen die mageren Zinsen auf sicher angelegtes Geld (vor allem nach Steuern) kaum noch ins Gewicht.
Wer sich gegen den drohenden Vermögensverlust schützen möchte, muss den Anteil seines Geldvermögens reduzieren.
Wir werden dieses Thema in unseren nächsten Newsletterausgaben immer wieder aufgreifen und darüber berichten, wie Sie sich vor Inflation schützen können.







