(openPR) Elektrofahrzeuge sollen künftig Stromversorgung stabilisieren
- Erstes Projekt startet in Berlin
Autos gehen ans Netz, die Straße wird zum Energiepuffer, Stromnetz und Verkehrssektor wachsen zusammen. Diese Prognosen einer Studie des Verbands der Elektronik, Elektrotechnik und Informationstechnik (VDE) präsentierte Prof. Jochen Kreusel, VDE-Präsidiumsmitglied, am Donnerstag (26. März)auf einer Veranstaltung der TELI (Technisch-Literarische Gesellschaft) in Stuttgart. Kreusel, der auch Leiter von Marketing und Technologie/Energietechnik der ABB AG in Mannheim ist, wies auf die Absicht der Bundesregierung hin, den Anteil regenerativer Energien an der Stromerzeugung bis 2020 auf 40 Prozent zu erhöhen. Sonne und Wind liefern jedoch nur unregelmäßig Energie, so dass ausreichende Speicherkapazitäten nötig sind, um zuverlässige Stromversorgung zu garantieren. Der VDE favorisiert stationäre Wasserstoffspeicher, mit denen Stromüberschüsse aufgenommen werden könnten. Der Wasserstoff könnte dann bei Bedarf wieder verstromt oder in Hybrid-Elektrofahrzeugen eingesetzt werden, um deren Reichweite zu erhöhen. Ein Großteil der jährlich mehr als 60 Milliarden Pkw-Fahrten in Deutschland ließe sich so problemlos per E-Mobil absolvieren.
Batterie plus Brennstoffzelle
Als schnell umsetzbare Zwischenlösung nannte Kreusel „Plug-in-Hybridfahrzeuge“, die neben Batterien noch einen herkömmlichen Verbrennungsmotor haben. Lithium-Ionen-Batterien seien am besten geeignet, da sie hohe Energiedichte und Effizienz aufweisen. Langfristig setzt der VDE auf „Brennstoffzellen-Hybridfahrzeuge". Diese nutzen sowohl Batterien als auch Wasserstoff, der in Brennstoffzellen umgesetzt wird. Auf Batterien wird deshalb nicht gänzlich verzichtet, weil sie den aus erneuerbaren Energien gewonnenen Strom um den Faktor zwei bis drei besser als Wasserstoff nutzen. So kann im Stadtverkehr, der den größten Teil der täglich gefahrenen Kilometer abdeckt, effizient mit Batterien - auftankbar an jeder Steckdose - gefahren werden. Für Langstrecken sind dann die wasserstoffbetriebenen Brennstoffzellen zuständig.
Doch die Elektrofahrzeuge sollen nicht nur zur Fortbewegung sondern auch als Puffer für das Stromnetz dienen. Wenn es zu Spitzen im Energieverbrauch kommt, können die geparkten und an die Steckdose angeschlossenen Autos den Strom ins Netz einspeisen und den Engpass überbrücken. Gibt es dagegen durch Einspeisung von Wind- oder Solarstrom zuviel Energie, so sollen die Batterien computergesteuert aufgeladen werden.
„Anschubförderung nötig“
In Forschung und Entwicklung von Speichersystemen seien Deutschland und Europa deutlich hinter Nordamerika, Japan und Australien zurückgefallen. Hier müsse mehr investiert werden. Ohne Anschubförderung sei der Sprung in den Markt nicht oder nicht schnell genug zu schaffen, betonte Kreusel. Der VDE schlägt Forschungsförderung sowie Anreizprogramme nach dem Vorbild des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) vor. Zudem sei eine flächendeckende Versorgung mit Wasserstoff notwendig. Das hohe Risiko der Anfangsinvestitionen - insbesondere für die Tankstellen - müsse durch die öffentliche Hand abgesichert werden, „Ohne eine konzertierte Aktion von Energie- und Kraftstoffversorgern sowie der Fahrzeugindustrie ist der Übergang zu Wasserstoff nicht möglich“, betonte der VDE-Experte. Bereits heute existiert eine Kooperation von RWE und Daimler. Für einen Berliner Test mit 100 Elektroautos liefert Daimler die Elektro-Smarts, RWE baut die Infrastruktur auf und entwickelt neue Ladetechniken.









