(openPR) 19.03.09, Starnberg - In Zeiten stetigen Wandels und ständig neuer Risiken müssen wir uns Menschen immer schneller und immer häufiger an geänderte Rahmenbedingungen in der Welt anpassen. Dabei können auch Menschen, die in der Vergangenheit sehr erfolgreich waren, durch eigene Fehlentscheidungen oder durch nicht direkt beeinflussbare Fehlentwicklungen ihrer Lebensumwelt überraschend in eine Krisensituation geraten.
Jedoch tägliches Denken und Handeln berührt allenfalls am Rande das Elend der Anderen. Denn ohne genaueres Wissen über die gesamten Zusammenhänge erhält man kein zutreffendes Bild über die Wirkungen spezieller, etwa elementarer Probleme, und nicht zuletzt um persönliche Freiheit. Man hat dann nur Teile in der Hand, „fehlt leider nur das geistige Band.“ Zum Hintergrund dieser Entwicklung gehört ein allgemeines Desinteresse an vertiefter Beschäftigung mit Problemen von Anderen. Doch so entrinnt man den Werten nicht.
„Für Werte lebt man, für Werte stirbt man, Werte aber beweist man nicht!“ – heißt der Satz, führt jedoch nicht an den empirisch beobachteten Tatsachen vorbei, dass wir Menschen für Werte aller Art und allen Ranges leben.
Jetzt, in dieser historischen Krise scheinen sogar Konzepte einer wertorientierten, strategischen Staatsführung immer mehr an Aktualität zu verlieren. Die Gründe dafür sind vielfältig: Manche Berufspolitiker und das zur Beratung hinzugezogene Führungspersonal der Wirtschaft stellen die Entwicklung einer langfristig ausgerichteten Wirtschaftsstrategie zugunsten kurzfristiger Maßnahmen der Krisenabwehr zurück. Sie verfallen in eine operative Hektik unreflektierten Kostensparens quer durch alle Wirtschaftsbereiche. Andere Politiker und deren „unabhängigen“ Berater haben das Gefühl, dass durch die realisierten operativen Restrukturierungsmaßnahmen der Krise schon genug entgegengewirkt wurde und sich im Zeitablauf wieder alles zum Guten wenden wird.
Das macht zunächst ohnmächtig und ratlos. Das Wissen von Ursache und Wirkung ist begrenzt und Fantasie ist wichtiger. Da scheint der Einwand nahe zu liegen, dass hier nur von „ökonomischen“ Werten die Rede sei, denen gegenüber es Werte höheren Ranges gibt, die den meisten von uns nichts angehen. Bei näherer Betrachtung erweist sich dieser Einwand als unhaltbar. Denn alle Ziele, die Menschen durch ihr Wirtschaften verfolgen, liegen außerhalb der Wirtschaft. Im Übrigen kann keine Rede davon sein, dass die Selbsterhaltung durch Arbeit und Wirtschaften per se ein Wert minderen Ranges sei. Wer für sich selbst sorgt, fällt wenigstens nicht einzelnen anderen oder den Sozialkassen zur Last und kann, wenn er darüber hinaus verdient, anderen helfen.
Das ehrlichste Bekenntnis zu Werten stellt schließlich die eigene Zahlungsbereitschaft dar. Güterpreise sind Signalgrößen, in denen auch die Ethik der Einkommensverwendung zum Ausdruck kommt. Auch die Mittel sind werthaltig, sie werden nicht im rechts- und moralfreien Raum angewandt und sind nicht durch die Ziele schon heilig.
Krisen entstehen dann immer, wenn man diese Bedingungen verletzt. Im Grunde haben wir eine Krise des allgemeinen Werteverfalls. Somit ist die Notwendigkeit der Einordnung von Einzelheiten in größere Zusammenhänge im Denken und Handeln von uns allen heute kaum dringender. Für eine Zukunft der Nachhaltigkeit brauchen wir einen starken Beitrag Gemeinschaftsleistung, nur so können wir diesmal ein Schlachtfeld der Einzelinteressen verhindern.
Nicht die Hoffnung als eine Sache des Abwartens, sondern des Mithandelns, jetzt und hier für eine menschlichere Zukunft brauchen wir, damit nicht nur kurzfristig greifende Maßnahmen zur Stabilisierung der Ertrags- und Liquiditätssituation unserer Wirtschaft umgesetzt werden und eine wertorientierte Neuausrichtung unseres wirtschaftlichen Handelns, die uns nachhaltig wertvolle Dienste leistet, auf der Strecke bleibt!
Kostenmanagement ist in einer Krise unbedingt wichtig. Genauso wichtig sind Investitionen in die Innovationsfähigkeit und Weiterbildung, aber nicht nur in homöopathischen Dosen. Innovation bedeutet zuerst Zerstörung; Zerstörung des bisherigen Zustandes. Erst wenn die bisherigen Denk- und Organisationsmuster hinterfragt und verändert worden sind, kann es vorwärts gehen. In die alten Formeln retten und so tun, als ob nichts geschähen wäre und abwarten, ist nicht mehr. - „It`s all in our hands!“









