(openPR) Unter keinen Umständen sollte die Behauptung aufgestellt werden, die Relativitätstheorie beschreibe den Umstand „Alles sei relativ“. Das ist nämlich schlichtweg viel zu vereinfacht, wenn nicht sogar falsch. Es geht zwar um Standpunktunabhängigkeit, aber die Lichtgeschwindigkeit zum Beispiel wird als nicht relativ beschrieben. Die Lichtgeschwindigkeit beträgt übrigens ca. 300.000 Kilometer pro Sekunde. In der speziellen Relativitätstheorie von 1905 ging es um den Nachweis, dass das Naturgesetz für alle Beobachter – unabhängig von ihrer Geschwindigkeit – gilt. Sie stützte sich auf das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und auf die Unmöglichkeit, eine absolute Bewegung zu bestimmen. Noch einmal anders ausgedrückt heißt das: Es ist nicht feststellbar, ob ein Himmelskörper wirklich ruht oder sich bewegt.
Voraussagen über Ort und Geschwindigkeit auch der Kleinsten materiellen Partikeln haben immer nur den Charakter von Wahrscheinlichkeitsaussagen.
Dieses Grundpostulat der modernen Physik manifestiert sich in der von Werner Heisenberg formulierten Unschärferelatioin der Quantenmechanik, die besagt, dass man niemals gleichzeitig genau wissen kann, wo etwas ist und wie schnell es sich bewegt. An und für sich ist das Phänomen der Unschärfe schon aus der klassischen Schwingungslehre bekannt. Will man einen Ton genau identifizieren, so muss man eine bestimmte zeitlang hinhören. Andernfalls ist die Frequenz – die Zahl der Schwingungen pro Zeiteinheit – nicht exakt anzugeben.
Der Hauptanteil des erkenntnistheoretischen Gewinns, der mit der Einführung der Unschärferelation verbunden ist, liegt im Verzicht auf Interpretation. So ist dann auch bei vielen Interpretationsversuchen der Unschärferelation, denen allen so etwas wie das Suchen nach verborgenen Parametern anhaftet, am Ende allein das mit der Erfahrung konforme Prinzip übrig geblieben.
Interpretation ist ein Vorgang, der sich in unserem Denkorgan, dem Gehirn, abspielt. In allerster Linie ein Speicherorgan, aber die Speicherung selbst erfolgt bereits nach selektiven Kriterien. Die über die Sinnesorgane einfließende Information wird bewertet, das heißt: gefiltert, sortiert, mit der schon gespeicherten Erfahrung verglichen, neu kombiniert und schließlich eingeordnet.
Einen großen Teil des Verstehens macht das Zurkenntnisnehmen und Sichdarangewöhnen aus. Interpretieren lässt sich letzten Ende nur das, was durch Erfahrung und Experiment überprüfbar ist.
Sehr viele Prozesse in der Wirklichkeit entziehen sich in der Tat nur deshalb einer exakten Beschreibung, weil wir die Anfangs- oder Randbedingungen nicht zur Genüge kennen.
„Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt“, hatte Albert Einstein mal gesagt und folgte bei seiner Arbeit auch oft seiner Intutioin.
Auf die Frage: Was möchtest Du einmal werden?, antwortete ein hochbegabter 8-jähriger Schüler: „Kapitot“. Was ist denn ein Kapitot? Einer, der noch nicht weiß, was er werden will! Entweder Kapitän oder Pilot.
Was müssten wir neu oder anders denken, damit mehr Neues entsteht, das besteht? Mit dieser Frage müssen wir uns wohl alle in dem bereits begonnen Jahrzehnt in interdisziplinären Gesprächen, technisch-ökonomischen Visionen, soziale Ideen sowie kulturelle Erwägungen, auseinandersetzen. Ziel muss dabei sein, die verbindenden Muster eines zukunftsfähigen Alltagsdenkens zu sondieren, das auf einen „Sowohl-als-auch“ basiert.









