(openPR) Aufklärungsaktion mit der IHK im Darmkrebsmonat März 2009
Die IHK unterstützt eine Aufklärungsaktion zur Darmkrebsvorsorge in den Unternehmen. Damit sollen Beschäftigte erreicht werden, die sich gesund fühlen und von sich aus nicht zum Arzt gehen würden. „Darmkrebs entwickelt sich über einen sehr langen Zeitraum, ohne Symptome zu verursachen. So lange sollte man aber nicht warten“, sagt Dr. Wilfried Pommerien. Der Chefarzt am Städtischen Klinikum in Brandenburg hat zusammen mit Prof. Dr. Dieter Nürnberg, Chefarzt der Ruppiner Kliniken Neuruppin, die Kampagne „Brandenburg gegen Darmkrebs“ ins Leben gerufen.
Gemeinsam mit der IHK werben die beiden Chefärzte um die Unterstützung der Unternehmer. Sie wünschen sich:
- Geschäftsführer, die die eigene Vorsorge ernst nehmen und damit Vorbild für ihre Mitarbeiter sind
- Die Unterstützung beim Aushängen von Plakaten und Verteilen von Flyern an alle Mitarbeiter
„Brandenburg gegen Darmkrebs“ stellt das Informationsmaterial kostenfrei zur Verfügung.
Die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, liegt bei etwa sechs Prozent. Aber auch dann ist Hilfe möglich. Darmkrebs ist heilbar, wenn er in einem frühen Stadium erkannt wird. Besser ist es jedoch, den Krebs zu verhindern, bevor er sich überhaupt entwickelt hat. Das geschieht, indem Vorformen, die Polypen, möglichst gleich bei der Untersuchung abgetragen werden. 20 Prozent der Untersuchten haben solche Polypen, aus denen sich mit hoher Wahrscheinlichkeit Darmkrebs entwickelt.
Empfohlen wird:
- Ab 50 Jahren die Teilnahme an einem Test auf verstecktes Blut im Stuhl
- Mit 55 Jahren die Darmspiegelung (Koloskopie)
Die Teilnahme an der Koloskopie bereits vor dem 50. Lebensjahr ist ratsam, wenn Eltern oder enge Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind. Blutauflagerungen auf dem Stuhl, Leibschmerzen und Stuhlbeschwerden können Anzeichen eines sich entwickelnden Darmkrebses sein. In diesen Fällen muss der Facharzt unverzüglich aufgesucht werden.
Bei der Kampagne werden 80.000 Flyer verteilt und 500 Plakate ausgehängt.
Zu den sich beteiligenden Unternehmen gehören unter anderem:
Arcelor Mittal Eisenhüttenstadt; BASF Schwarzheide; Berlin Brandenburg Flughafen Holding; Dreieck AG Neuruppin; Francotyp-Postalia Aktiengesellschaft AG & Co.KG; Kronotex GmbH; LBS Ostdeutsche Landesbausparkasse AG; LEIPA Georg Leinfelder GmbH; Mercedes-Benz AG Ludwigsfelde; Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam; ORAFOL Klebetechnik GmbH; PCK Raffinerie GmbH; ReiCo Spedition GmbH & Co.KG; Remondis Region Ost; Märkische Abfallwirtschaft; SNT Deutschland AG; Spedition Siefke
48.000 Flyer gelangen durch das Forum-Magazin in alle Unternehmen des Landes. Um im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsfürsorge für die Teilnahme an der Koloskopie zu werben, können alle Unternehmer kostenfreie Flyer und Plakate bestellen.
Infomaterial bestellen:
0331 2707172
www.brandenburg-gegen-darmkrebs.de
Kosten und Nutzen der Darmkrebsvorsorge
Darmkrebsvorsorge hilft, langfristig die Gesundheitskosten zu senken. Ein Rechenbeispiel* zeigt, dass pro 10.000 Teilnehmern an der Koloskopie (ab 55 Jahren) rund 17 Millionen Euro eingespart werden können, wenn diese die Koloskopie in Anspruch nehmen. Dabei wurden die Ausgaben für die Vorsorge und die Einsparungen bei der Therapie gegenübergestellt.
200 Euro für die Teilnahme an der Darmspiegelung stehen gegen 100.000 Euro für die Behandlung eines Tumors im fortgeschrittenen Stadium, der zum Tode führt. Die Kosten für die Therapie eines Tumors im frühen Stadium, der erfolgreich behandelt werden kann, wurden in der Modellrechnung mit 15.000 Euro pro Patienten veranschlagt.
Darmkrebsvorsorge führt nicht nur zu einer Entlastung der Krankenkassen, sondern bringt auch den Unternehmen Vorteile. Es fallen 3600 Krankentage weniger an. 720.000 Euro werden so durch die Unternehmen eingespart. (je 10.000 Teilnehmer an der Koloskopie, von denen 20 Prozent noch berufstätig sind).
*Günter Neubauer und Christof Minartz: Prävention von Darmkrebs: wirksam und kostengünstig
In: Die BKK 06/2007 S. 265 - 270
Teilnahme an der Vorsorge im Land Brandenburg
Vor dem Hintergrund rückläufiger Untersuchungszahlen ist die Aktion „Brandenburger Unternehmen gegen Darmkrebs“ ein neuer Ansatz, um die Zielgruppe zu erreichen. Die Botschaft heißt: Nicht bis zur Rente warten, sondern bereits ab 55 Jahren zur Darmspiegelung gehen!
Die Vorsorge-Koloskopie wird seit dem Jahr 2002 von den Krankenkassen bezahlt. Im Jahr 2004 erreichte die Zahl der Teilnehmer im Land Brandenburg ihren Spitzenwert, damals hatten 31.600 Frauen und Männer teilgenommen. 2006 belegte das Land Brandenburg in der Vorsorge bundesweit einen Spitzenplatz, Insgesamt hatten 15 Prozent der anspruchsberechtigten Brandenburger teilgenommen, während es bundesweit nur rund 10 Prozent waren. Auf die gezielte Werbung mit Männern als Bildmotiv konnte auch zurückgeführt werden, dass sich auch das „starke Geschlecht“ in die Arztpraxen traute. Beim Anteil der Untersuchten stellten die Männer im Land Brandenburg 47 Prozent, während der bundesweite Anteil bei 40,5 Prozent lag.
Seit 2005 ist die Zahl der Untersuchten rückläufig. 2007 waren es nur noch 22.700. „Die gesundheitsbewussten Brandenburger haben wir erreicht. Jetzt geht es darum, die Vorsorge-Verweigerer zu wecken“, sagt Prof. Dr. Nürnberg Chefarzt an den Ruppiner Kliniken in Neuruppin.











