(openPR) Kreativwirtschaft als Wirtschaftsfaktor unterschätzt - politischer Wille gefordert
MABB-Direktor Hege: „Infrastruktur ist eine öffentliche Aufgabe“
Hamburg/ Berlin, 10.03.09. Auf dem Medienfrühstück am 5. März 2009 diskutierten Sendervertreter und Branchenexperten in Berlin über den aktuellen Standort der digitalen Medienwirtschaft. Hintergrund des Meinungsaustauschs war die nur schleppend fortschreitende Digitalisierung der Übertragungswege, die die Existenzgrundlage kleiner, unabhängiger Programmanbieter darstellt.
Die Wirtschaftskrise sei inzwischen auch in der Medienbranche angekommen, so Dr. Carl A. Claussen, Geschäftsführer von Tier.TV und Sprecher von PROdigitalTV. Kleine Sender seien besonders betroffen, da sich ihre Rahmenbedingungen, vor allem für die Werbezeitenvermarktung, dadurch weiter verschlechterten. Reduzierte Geschäftsmodelle könnten die Konsequenz sein, so Claussen. Doch gerade mittelständische Medien würden in Deutschland einen erheblichen Wertschöpfungsbeitrag leisten. Der läge bei der gesamten Kreativwirtschaft mit ca. 61 Mia. Euro nur geringfügig hinter dem der Automobilindustrie. „Leider ist dieser Umstand bislang noch nicht ausreichend ins Bewusstsein in der Politik gedrungen“, bedauert Claussen.
Dr. Hans Hege, Direktor der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, nannte in dem Zusammenhang den schleppenden Prozess der Digitalisierung als „größte Herausforderung“. Es ginge jetzt darum, alle Beteiligten einschließlich der Verbraucher, ins Boot zu holen. Es müsse deutlich gemacht werden, dass das digitale Fernsehen am Ende für alle einen Mehrwert darstelle.
Hege: „Infrastruktur ist eine öffentliche Aufgabe“
Es werde viel öffentliches Geld für Bauinvestitionen aufgewendet, für die Kreativwirtschaft hin-gegen werde relativ wenig unternommen, kritisierte der Landesmediendirektor. Infrastrukturentwicklung bedeute jedoch nicht nur Schienen-, sondern auch Kabelnetze zu erschließen. „Diesen wesentlichen Part den Finanzinvestoren zu überlassen, war ein Fehler“, konstatiert Hege. Hier sei ein konstruktives Umdenken erforderlich, die TV Übertragungswege dürften nicht länger vernachlässig werden, auch wenn Autobahnen leichter zu subventionieren seien als die Entwick-lung von Zukunftstechnologie. Eine vollständige Digitalisierung erwartet Hege nicht vor Anfang 2011.
Das nächste Treffen von PROdigitalTV findet am 7. Mai 2009 in Hamburg statt. Teilnahmebedingungen unter www.prodigitaltv.de












