(openPR) Wenn Probleme in Familien eskalieren und Kinder vernachlässigt werden, stellt sich immer wieder die Frage, wie dies hätte verhindert werden können. Auf einer Fachtagung der Katholischen Arbeitsgemeinschaft (KAG) Müttergenesung und des Deutschen Caritasverbandes am 5. und 6. März in Köln haben sich Mitarbeiterinnen aus Vorsorge- und Reha-Kliniken damit beschäftigt, wie die Müttergenesung in schwierigen Familiensituationen schon zu einem frühen Zeitpunkt langfristige Hilfen geben kann. „Die Müttergenesung ist mehr als eine medizinische Therapie. Sie spricht Frauen an, stärkt sie und bietet Hilfen, bevor eine Familiensituation eskaliert“, sagte Margot Jäger, Bundesgeschäftsführerin der KAG. Die Fachtagung hat den Mitarbeiterinnen der Müttergenesung Hilfen an die Hand gegeben, damit sie schneller und zielgerichteter reagieren können.
Die Einrichtungen der Müttergenesung sind ein wichtiger Baustein im Netz der so genannten „Frühen Hilfen“ für Kinder und Familien, die das Bundesfamilienministerium initiiert hat. Familiäre Belastungen sollen frühzeitig erkannt werden, um Eskalationen zu vermeiden. Die Maßnahmen stärken die Erziehungskompetenz der Eltern und verbessern die Entwicklungsbedingungen von Säuglingen und Kindern. Die Müttergenesung kann in diesem System die Initialzündung für längerfristige Hilfen in den Familien sein. „Dabei tauchen in der Praxis immer wieder Fragen auf, nicht selten gibt es auch Befürchtungen, dass es zur Überforderung oder Gefährdung der weiteren Entwicklung eines Kindes kommt“, so Margot Jäger. Mit Vorträgen, Praxisbeispielen und fachlichen Diskussionen hat die Fachtagung der KAG Müttergenesung den Teilnehmerinnen zusätzliches Rüstzeug für die tägliche Arbeit gegeben und eine Plattform für den gezielten Wissensaustausch geschaffen.
Auf dem Programm standen unter anderem Einblicke in die Lebenswelten von Familien verschiedener Kulturen, das Gewinnen von Einschätzungssicherheit und die Frage, wie langfristige Therapieerfolge gesichert werden können. Hier hat sich die therapeutische Kette, bestehend aus Beratung, stationärer Maßnahme und Nachsorge, in vielfältiger Weise bewährt. Auch Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung der therapeutischen Kette. Von der Leyen schrieb, dass die Vorbereitung und Nachbetreuung durch die Beratungsstellen der Müttergenesung eine höhere Nachhaltigkeit sicherstellen. „Für Frauen in Problem- und Konfliktsituationen sind sie häufig die erste Anlaufstelle“, machte die Bundesministerin deutlich. Und weiter: „Mit Unterstützung der Beratungsstellen finden auch Eltern einen Weg in die Mutter- oder Vater-Kind-Kur, die das Antragsverfahren im Alleingang nicht bewältigen.“
Eine Hotline der KAG informiert über diese Hilfen der Müttergenesung. Sie ist werktags von 9 bis 16 Uhr unter der Nummer 0180/ 140 0 140 (3,9 Cent pro Minute) zu erreichen.










