Es ist aber auch die Automobilindustrie selbst, die diese Diskussion heraufbeschworen hat. Inzwischen stellt sie auf Messen Rennmaschinen mit Strassenzulassung vor. Serienlimousinen mit ueber 500 PS und Spitzengeschwindigkeiten von ueber 300km/h sind nicht mehr fuer den Alltagsverkehr auf oeffentlichenStrassen ausgerichtet. Die Rekonstruktion des Unfallgeschehens von Karlsruhe hat uns gezeigt, dass derartige Fahrzeuge nicht nur aus Imagegruenden erworben werden; vielmehr wissen wir heute, dass tatsaechlich im realen Strassenverkehr Versuche gemacht werden, solche Motor- und Tempoleistungen auch bis an die Leistungsgrenze praktisch zu erproben. Das ist eine – wie wir inzwischen wissen - toedliche Gefahr fuer die Sicherheit auf unseren Autobahnen.Auf unseren Bundesautobahnen wird eine durchschnittliche taegliche Verkehrmenge von 48.000 Fahrzeugen gezaehlt; auf vielen Strecken ist die rechte Spur von Lkw mit Hoechstgeschwindigkeit von 80 km/h belegt, die ab und zu auch versuchen, einander zu ueberholen. Daraus folgen Geschwindigkeitsunterschiede von ueber100 km/h, die nicht mehr beherrschbar sind - weder fuer die Rennfahrer noch fuer die schwaecheren beziehungsweise die langsameren Verkehrsteilnehmer.Es duerfte egal sein, bei welcher Hoechstgeschwindigkeit wirklich eine Grenze gesetzt wird; Hauptsache ist, dass die Sicherheit auf unseren Strassen, die durch unverantwortliche Rennfahrerei aufs Hoechste gefaehrdet ist, verbessert wird. Rennfahrer gehoeren auf den Lausitz- oder Hockenheimring - nicht aber auf das oeffentliche Strassennetz.