(openPR) Rückblick auf die Woche vom 09. - 15. Feb. `09
Nicht nur die USA befinden sich in einer Rezession - das eigentlich problematische ist, dass es sich um eine globale Rezession handelt.
Fast überall auf der Welt steigen die Arbeitslosenzahlen während die Nachfrage an Gütern abnimmt.
In China sind die Exportraten auf Jahressicht um 17%, die Importraten um 43% gefallen. Das japanische BIP ist im Vergleich zum vorangegangenen Quartal um 9% niedriger. Für die Eurozone liegen die Schätzungen bei -6% im Vergleich zum 4. Quartal 2008.
Während in den USA im letzten Quartal geschätzte 2 Mio. Personen ihre Arbeit verloren haben, wurden im selben Zeitraum in China ca. 20 Mio. neue Arbeitslose registriert.
In den vergangenen Wochen wurden zwei lang ersehnte Meldungen veröffentlicht. Am Dienstag, den 10. Februar verkündete der US-Finanzminister Timothy Geithner seinen „Financial Stability Plan“. Trotz beachtlichen Umfangs quittierten die Märkte diesen Plan mit starken Abschlägen. Der Hauptkritikpunkt ist die fehlende Genauigkeit.
Am Freitag, den 13. Februar wurde das $ 787 Mrd. Stimulus Programm vom US-Kongress abgesegnet. Dieses verfehlte zumindest unmittelbar seine erhoffte Wirkung und nach dessen Bekanntgabe verloren die Indizes.
Die Wirtschaftsdaten der letzten Wochen waren überwiegend negativ. Während das Sentiment weiterhin negativ ist, gab es wenigstens bei den Einzelhandelsumsätzen einen Lichtblick. Diese konnten sich - zumindest kurzfristig - stabilisieren.
Trotz des schlechter als erwarteten amerikanischen Arbeitsmarktberichtes am Freitag, den 06. Februar stiegen die Indizes weltweit, getrieben von der Annahme, dass die schlechten Arbeitsmarktdaten die Politiker zu einem schnellen und entschlossenen Handeln veranlassen würden. Ein Trugschluss wie sich jetzt herausstellt.
In Europa gab es letzte Woche zwei wichtige Zinsentscheidungen. Die Bank of England senkte die Leitzinsen um 50 Basispunkte auf 1%, während die EZB - wie erwartet - den Leitzins unverändert bei 2% beließ.
Positiv ist, dass der Baltic Dry Index in der ersten Februarwoche um 40%, wegen der verstärkten chinesischen Eisenerznachfrage, stieg.
Weiter stark unter Druck sind weltweit die Automobilunternehmen. In den USA wurden im Januar zum ersten Mal seit vielen Jahren weniger als 10 Mio. (annualisiert) Einheiten verkauft.
Die Indizes bewegen sich am unteren Rand der Konsolidierungszone. Ein Test der Novembertiefs erscheint möglich. Bisher haben sich die Märkte, trotz schlechter Nachrichten, konstant in der Schiebezone behaupten können. Ein Unterschreiten dieses Tiefs wäre als klar negativ zu werten.
Profitieren von der ganzen Situation konnte das „Krisenmetall“ Gold.
Die Aussichten sind auch weiterhin schlecht, ganz egal, ob man nach Asien, USA oder Europa blickt. Dadurch, dass alle wichtigen Industrienationen in einer Rezession stecken, können andere Länder nicht für eine ausreichend kompensierende Nachfrage sorgen.
Die Arbeitslosigkeit nimmt zu, während die Konsumenten mehr sparen und weniger ausgeben. Erst wenn dieser Zyklus durchbrochen ist, kann es wieder nachhaltig aufwärts gehen.
Des Weiteren gibt es noch viele Unsicherheitsfaktoren, vor allem im Finanzsektor. Nicht nur amerikanische Banken haben über ihre Verhältnisse spekuliert - auch europäische!
Indizes:
Dow Jones: - 5,19 %
DAX Index: - 4,98 %
Nikkei 225: - 3,68 %
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