(openPR) Am vergangenen Freitag wurde die Ankündigung der US-Regierung, ein 700 Milliarden Dollar schweres Rettungspaket für die Finanzbranche zur Verfügung zu stellen, sehr positiv an der Börse aufgenommen. Laut Finanzminister Henry Paulson könne dies nur mit massivem Einsatz von Steuergeldern möglich gemacht werden. Die zuvor von extremen Schwankungen und starken Verlusten betroffenen Börsen reagierten mit deutlichen Gewinnen auf diese Entscheidung:
Der DAX schloss am Freitag mit einem Plus von 5,56 Prozent. Bei den US-Indizes bot sich folgendes Bild: Dow Jones + 3,35 Prozent, S&P 500 + 4,03 Prozent, NASDAQ + 3,40 Prozent.
Der Nikkei225 konnte sich mit 3,76 Prozent ebenfalls deutlich im Plus behaupten.
Viele sehen diese Vorgehensweise womöglich als die einzige Chance, um das Finanzsystem vor einem Zusammenbruch zu bewahren. Dennoch ist ein grundlegender Wandel in der Struktur des Systems notwendig, um nicht eine völlig falsche Signalwirkung zu erzielen. Banken und sonstige Finanzinstitute dürfen nicht den Eindruck bekommen, dass ihre Handlungen ohne Konsequenzen bleiben und im Zweifelsfall der Staat bzw. der Steuerzahler bei finanziellen Problemen einspringt.
Wieder einmal ist es fraglich, wie lange die Euphorie und die positive Stimmung anhält. Kritisch ist die Situation deshalb zu sehen, weil sich die Finanzinstitute gegenseitig kein Vertrauen mehr schenken und daher auch kein Geld untereinander verleihen.
Gefährlich wird die Lage vor allem dann, wenn auch noch das Vertrauen der Verbraucher in die Banken völlig verloren geht. In diesem Fall könnte es zu panikartigen Versuchen der Bevölkerung kommen das eingezahlte Geld von den Konten abzuheben.
Oberstes Ziel der US-Regierung ist es deshalb mit ihren Maßnahmen wieder mehr Vertrauen zu schaffen. Ob dies gelingt und ob die zur Verfügung gestellten Mittel ausreichen muss sich erst noch zeigen.
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