(openPR) Die aktuellen Förderpläne für Sonderschulen orientieren sich in erster Linie daran, dass Kinder "die ihnen aufgenötigten Entwicklungen vollziehen" werden. Damit ist ein Misserfolg vorprogrammiert. "Wird aber die Kategorie des Bedürfnisses ernst genommen, kann die Planung nur vom Standpunkt des Kindes aus gelingen", fordert Professor Dr. Karl Dieter Schuck (Institut für Behindertenpädagogik, Hamburg).
Die Planung "muss in ein Persönlichkeitskonzept eingebunden sein, welches eine Verbindung zwischen Bedürfnissen, Anforderungen, Handlungsvoraussetzungen, individuellen Handlungsbegründungen und Handlungen herstellt."
"Eine Zusammenstellung von operativen Defiziten erklärt weder die Ursache für eine Lern- und Entwicklungsschwierigkeit noch die Zusammenhänge zwischen Operationen und Handlungen.
So erklären festgestellte oder unterstellte Schwierigkeiten in der ´Figur-Grund-Wahrnehmung´ keineswegs Schwierigkeiten im Schriftspracherwerb. Wichtiger ist die Frage, wie die Operation des Schreibens in die Handlungsketten des Kindes eingebaut, d.h. sinnvoll wird und wie das Kind darin unterstützt werden kann, das Lernen der grundlegenden Operation als Mittel zur Erweiterung seiner Handlungsfähigkeit aufzufassen."
"Ein tauglicher Förderplan darf sich nicht in Angaben darüber erschöpfen, mit welcher Technologie ein Individuum in einem festgelegten Zeitraum vom Kenntnis- und Fähigkeitsstand A zum Stand B gebracht werden kann." Schuck plädiert dafür, in den Mittelpunkt der Förderkonzepte das individuelle Kind zu stellen, mit Blick auf "die Schaffung von Möglichkeitsräumen für das Aufgreifen neuer und anderer Handlungsbegründungen."
Schuck und 37 KollegInnen bieten in einer Monografie eine detailreiche Übersicht über (oft ungenutzte) Möglichkeiten sonderpädagogischer Arbeit:
Gabi Ricken, Annemarie Fritz, Christiane Hofmann (Hrsg.)
Diagnose: Sonderpädagogischer Förderbedarf
Pabst, 518 Seiten, ISBN 978-3-89967-068-4









