(openPR) CMA: Dolchstoß aus den eigenen Reihen
Frankfurt • Mit Freude wird die Meldung aufgenommen, dass die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft mbH (CMA) in der jetzigen Form keinen Bestand mehr haben wird. Wie oft haben sich Menschen, die seriös über Ernährung und Gesundheit informiert werden wollten, über die CMA-Propaganda geärgert.
Vor allem für Veganerinnen und Veganer waren die oftmals nicht haltbaren, inhaltlich falschen Aussagen ein Dorn im Auge, z.B. „Milch – ein unverzichtbarer Bestandteil des Lebens!“. Doch auch viele CMA-Mitgliedsunternehmen, die jahrzehntelang Zwangsabgaben leisten mussten, waren mit der Arbeit der CMA nicht einverstanden.
Nun gelang es einigen Bauern, vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen und einen Sieg zu erringen. Das Urteil aus Karlsruhe: Deutsche Bauern und Lebensmittelbetriebe müssen nicht mehr automatisch für das staatlich organisierte Agrarmarketing zahlen.
Im ersten und letzten öffentlichen Geschäftsbericht schreibt die CMA unter anderem ausführlich über Krisenmanagement und Risikobewältigung: Erschwerend komme ein stetig wachsender [...] Informationsdruck hinzu, der auf die Zielgruppen einwirke und zwar [...] auch im Speziellen bei Substitutionsgütern. [...]. Vor allem durch das Medium Internet seien Informationen [...] verfügbar, [...] die das Marketing der CMA beeinflussen können [...]. Richtig! Unsere Gesellschaft wandelt sich – und was die CMA wohl als „Substitution“ meint, sind Alternativen zu Produkten aus der tierausbeutenden Industrie.
Doch das Gegenteil von gut ist gut gemeint, denn auch Milch-, Ei- und Fleischverweigerer (aus ethischen, gesundheitlichen oder ökologischen Gründen) müssen sich ernähren und sind auf landwirtschaftliche (pflanzliche) Produkte angewiesen. Und was tat die CMA für diesen Zweig der Agrarproduktion? Das Marketing für pflanzliche Ernährung fällt ziemlich dünn aus: Äpfel, Zucker, Brot, Rapsöl, ein bisschen Frühkartoffeln. Ansonsten Fleisch, Fleisch und nochmal Fleisch.
Und das, obwohl die CMA im „Prognosebericht“ deutlich das Szenario der Zukunft beschreibt. Denn nicht nur unsere Gesellschaft, sondern die gesamte Welt wandelt sich: Das anhaltende weltweite Bevölkerungswachstum wird den Bedarf an Agrarrohstoffen weiter in die Höhe treiben. Es ist weltweit mit Dürren, Überschwemmungen, ungewöhnlichen Hitze- und Kälteperioden zu rechnen.
Kurzum, die Biokapazität des Planeten wird immer geringer, also ist es an der Zeit, auch den so genannten Footprint zu verkleinern, damit es nicht zum desaströsen Klima-Kollaps kommt. 33% des Footprint wird durch die Ernährung verursacht (und davon 80% durch Tierprodukte). Oder - um es plakativ auszudrücken, denn der Footprint darf Äpfel mit Birnen vergleichen: 1 kg Rinderschnitzel entspricht 50 kg Kartoffeln, 8 Minuten im Flugzeug, 200 km Autofahrt im Mittelklasse-Wagen oder 45 Tagen PC-Nutzung.*
Veganerinnen und Veganer aus ganz Deutschland freuen sich auf eine neue Ära – ohne irreführende Propaganda für tierquälerische, artungerechte Tierausbeutung. Weg frei für eine tatsächliche Aufklärung der mündigen Verbraucherinnen und Verbraucher!
* Quelle: Plattform footprint. Linktipp: www.footprint.at










