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Börse & Wirtschaft - Monatsrückblick Januar 2009

(openPR) Zu Beginn des neuen Jahres zeigten sich die Börsen freundlich. Bis Dienstag den 06. Januar kam es an den Börsen zu einer kleinen verlängerten Weihnachts-Rallye.
Generell konnte bis dato eine Beruhigung der Märkte in den letzten Dezemberwochen und in der ersten Januarwoche festgestellt werden und dies trotz bemerkenswert schlechter Daten und Nachrichten. Ein Gradmesser hierfür ist u.a. der oft zitierte VIX (Volatility) Index, welcher von seinen Hochs im November (80.9) auf 39.6 am Freitag, den 2. Januar 2009 zurückkam. Ebenfalls normalisiert hat sich die Intraday - Schwankungsbreite des Dow Jones Industrial Average. Im Dezember belief sich die durchschnittliche Schwankung auf ca. 300 Punkte, im November waren es ca. 430 Punkte und im Oktober immerhin 590 Punkte.


Nach einem kurzfristigen Ausbruch aus der Konsolidierungszone (S&P 500) am Dienstag, den 06. Januar kamen die Indizes jedoch wieder zurück. Dies lag teilweise an technischen Reaktionen sowie auch an - wie erwartet - schlechten Wirtschaftsdaten.

Seitdem laufen die Indizes wieder am unteren Rand der Konsolidierungszone entlang. Generell hat sich, auch mit Beginn der Berichtssaison in den USA, die Stimmung wieder verschlechtert. Die Unternehmenszahlen sind, wie erwartet, überwiegend schlecht. Sorgen über das Ausmaß der globalen Rezession, neue negative Nachrichten vom Finanzsektor und eine fehlende Perspektive ließen die Märkte wieder in negatives Territorium rutschen.

Zu den großen Verlierern gehörten die Bank of America und die Citigroup, die nach ihren Quartalszahlen Mitte Januar über 40% an Aktienwert verloren.
Als Folge wird eine Aufspaltung der Citigroup diskutiert. Die Bank of America soll währenddessen weitere $20 Mrd. aus dem staatlichen Rettungsprogramm erhalten, um die Übernahme von Merrill Lynch zu stemmen.
Auch hier in Deutschland waren die Zahlen der Deutschen Bank schlechter als erwartet, sie vermeldete einen Verlust nach Steuern im 4. Quartal 2008 in Höhe von €4,8 Mrd.
Alle großen Automobilhersteller sehen sich weiter immensen Nachfragerückgängen ausgesetzt. Anfang Januar kündigte auch der bisher erfolgsverwöhnte Porschekonzern „Produktionskürzungen“ an.

Am Donnerstag, den 15. Januar beschloss die Europäische Zentralbank (EZB) eine Zinssenkung - im Rahmen der Erwartungen - um 50 Basispunkt auf 2%. Das Zinsniveau befindet sich damit auf dem niedrigsten Stand jemals in Europa.
Der US Senat stellte im Januar die zweite Hälfte ($350 Mrd.) des Rettungsprogramms zur Verfügung. Gleichzeitig wurde ein $819 Mrd. Stimuluspaket von den Demokraten vorgeschlagen, welches mittlerweile bereits vom Kongress bewilligt wurde.

Das neueste Mittel, welches zumindest das Ziel hat, wieder Vertrauen im Finanzsystem zu etablieren, ist die sogenannte Bad Bank. Diese mieseste aller Banken würde dann - natürlich staatlich unterstützt - Schrottpapiere von Banken aufkaufen und sie somit von ihren Lasten befreien. Die Bankbilanzen wären saniert und theoretisch könnte dann wieder das Vertrauen zurückkehren. Die Anzeichen für eine solche Institution in den USA mehren sich Ende Januar. In diversen anderen Ländern wird eine solche Bank ebenfalls diskutiert.

Ein Grund für die oben angesprochene Unsicherheit ist der Zustand der Realwirtschaft.
Wirtschaftsdaten

Die Wirtschaftsdaten aus den USA waren erneut schlecht.

Der düstere wirtschaftliche Ausblick wurde am Dienstag (06. Januar 2009) Abend auch von der Fed (im Rahmen des Erscheinens der „FOMC Minutes“) bestätigt.

Die Factory Orders, also das Dollarvolumen neuer Industrieaufträge für lang- und kurzlebige Wirtschaftsgüter war mit -4,6% (Prognose: -2,0%) deutlich schlechter als erwartet.

Der Geschäftsklimaindex ISM Services war zwar mit 40,6 geringfügig besser als erwartet (37,0), bewegt sich aber weiterhin in der Nähe des Allzeit-Tiefs.

Am Freitag, den 09. Januar wurde der Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. Im Dezember gingen 524.000 Jobs verloren, der größte monatliche Rückgang seit 1974. Insgesamt gingen im Jahr 2008 2,6 Millionen Jobs verloren. Die Arbeitslosenquote stieg auf 7,2%.

Erwähnenswert sind der schlechter als erwartet ausgefallene ISM Mfg Index (32.4 im Dezember) und auch das Consumer Confidence, welches mit einem Wert von 37,7 ein historisches Tief markiert.

Die Industrieproduktion fiel im Dezember um weitere -2%.

Die Retail Sales (Einzelhandelsumsätze) fielen stärker als erwartet um -2.7%

Wichtige Daten wie z.B. die Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter (sog. Durable Goods Orders) und auch die wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosenversicherung fielen schlechter als erwartet aus.

Der Producer Price Index (PPI) und der Consumer Price Index (CPI) nahmen beide - u.a. dank zurückgehender Energiepreise - weiter ab.

Das Gross Domestic Product für das abgelaufene 4. Quartal 2008 fiel mit -3,8% zwar etwas besser als erwartet (-5,5%) aus, zeigt jedoch einen deutlichen Abschwung der Wirtschaftsleistung.


Ausblick

Wegen der schlechten wirtschaftlichen Lage und der ungewissen Zukunft heißt es jetzt kurzfristig denken.

Weder ist absehbar, wann es nachhaltig zu einer Beruhigung kommt, noch ob es zu einem erneuten Unterschreiten der November-Tiefs kommen wird oder nicht.

Deshalb empfehlen wir unseren Kunden und Lesern, unbedingt unserer Strategie zu folgen. Mit eben dieser Strategie konnten wir bereits im letzten Jahr, mit betont hoher Sicherheit, stark profitieren.

Der Markt bietet, wenn es auch in der aktuellen Situation nicht oft erwähnt wird, in 2009 außerordentliches Potential. Dies beruht natürlich auf dem niedrigen Bewertungsniveau und dem schlechten Sentiment.

Wir gehen davon aus, dass uns die schlechten Nachrichten weiterhin begleiten werden. Irgendwann jedoch werden die staatlichen Maßnahmen greifen und es wird wieder zu einer Erholung kommen.

Trotzdem muss primär die Sicherheit im Vordergrund einer jeden Investition stehen. Niemand kann genau bestimmen, wann sich die Marktlage ändert und die Kurse generell wieder zu steigen beginnen.


Ihr LRT Team.

Weitere Analysen und Rückblicke für Markt, Sektoren und Indizes im Basis Account unter:

www.lrt-finanzresearch.de

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