(openPR) IGFM: Humberto Quinteros Geständnis durch Folter erpresst
Caracas - Frankfurt am Main (21. Januar 2009) – Der bereits seit dem 12. Januar 2005 inhaftierte venezolanische Oberstleutnant Jose Humberto Quintero Aguilar wurde vom Militärgeheimdienst (DIM) gefoltert, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Damit sollte ihm ein falsches Geständnis erpresst werden, im Dezember 2004 den Sprecher der kolumbianischen FARC-Guerilla, Rodrigo Granda, nach Festnahme gegen Geld an Kolumbien ausgeliefert zu haben. Die IGFM fordert ein rechtsstaatliches Verfahren und Quinteros Freilassung aus der Haft sowie eine Entschädigung für die erlittene Folter.
Als Befehlshaber der Anti-Erpressungs- und Entführungseinheit hatte Quintero erfolgreiche Anti-Terror-Operationen durchgeführt. Er bestreitet vehement, in irgendeiner Weise mit Grandas Verhaftung zu tun zu haben. Dass der gefangene Offizier auch gefoltert wurde, ist erst jetzt bekannt geworden.
"Humberto Quinteros Fall zeigt, wie man im Staate Chavez in die Mühlen der heimlichen politischen Machenschaften zwischen der venezolanischen Regierung und der kolumbianischen FARC-Guerilla geraten und zum Opfer schwerster Menschenrechtsverletzungen werden kann", erklärt die IGFM. Venezuela solle Quintero ein faires und öffentliches Verfahren garantieren, in dem auch die Beziehungen des Chavez-Militärgeheimdienstes zur FARC offen behandelt werden.
Die FARC finanziert ihren Krieg gegen den kolumbianischen Staat durch Rauschgifthandel und Entführungen. Darüber hinaus erhält sie verdeckte Unterstützung von der venezolanischen Regierung des Präsidenten Hugo Chavez.
Erstickungsfolter und Schläge
Quintero wurde nach seiner Festnahme in einer ca. 2 x 2,5 m kleinen Zelle des venezolanischen Militär-Geheimdienstes (DIM) gefangen gehalten, wo er Erstickungsfolter und Schlägen ausgesetzt war. Man drohte ihm, seine Frau und Tochter zu entführen und an die FARC zu übergeben. In Folge der Folter litt Quintero noch ein Jahr lang an inneren Blutungen und starken Schmerzen. Medizinische Hilfe wurde ihm versagt, wie auch das Recht auf Kontaktaufnahme zu einem Anwalt.
Ziel der Folter war es, ihm ein falsches Geständnis über Grandas Festnahme und eine Beteiligung der kolumbianischen sowie US-amerikanischen Spezialeinheiten an der Operation abzupressen. Auch sollte er sich bezichtigen, Geld für die Festnahme und Auslieferung des FARC-Sprechers erhalten zu haben. Sein durch Folter erzwungenes Geständnis nahm der Militär-Geheimdienst auf Video auf.
Seit dem 19. Januar 2005 sitzt Quintero im Militärgefängnis von Ramo Verde ein. Die venezolanische Regierung klagte ihn des Hochverrats, Amtsmissbrauchs, Verletzung des militärischen Anstands und der unrechtmäßigen Freiheitsberaubung an. Im November 2007 wurde er zu drei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Ein Berufungsgericht annullierte das Urteil wegen mangelhafter Beweisführung und der Unzuständigkeit der Instanz, die das Urteil gefällt hatte. Derzeit steht Quintero in einem erneuten Verfahren mit der gleichen Anklage vor Gericht. Die vielzähligen Beschwerden über Rechtsbeugung, die Quinteros Anwälte und Menschenrechtsgruppen eingereicht haben, werden allerdings von der venezolanischen Regierung bisher ignoriert.











