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Forschen mit allen Sinnen

01.01.200410:00 UhrWissenschaft, Forschung, Bildung

(openPR) Kommt meine Botschaft oder mein Produkt bei den Kunden an? Das ist die zentrale Frage, die sich PR-Agenturen und Konzerne, aber auch Software-Hersteller oder Web-Designer immer wieder stellen müssen. Häufig sind Produkte aber längst nicht so nutzerfreundlich, wie sie sein sollten. Hier sind Usability-Experten gefragt. Auf der CeBIT in Hannover lassen sich die Wissenschaftler aus dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand A24 in Halle 11 bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen: Usability zum Anfassen.

Dessous-Werbung ist berüchtigt: Der Blick auf die leicht bekleideten Models hat schon so manchen Autofahrer ins Unglück gestürzt. Die Botschaft ist jedenfalls beim Betrachter angekommen. Doch das ist nicht immer so. Rund 50 Prozent der eCommerce-Umsätze werden verschenkt, so fand Jakob Nielsen 2002 heraus, weil die Software zu wenig benutzerorientiert ist. Und die Standish Group kam zu dem Ergebnis, dass Kunden und Benutzer bei 91 Prozent aller Software-Projekte in großen Firmen enttäuscht sind. Der Grund: Sie kommen nicht mit den Programmen zurecht. Ähnlich geht es den WAP-Usern: 70 Prozent brechen entnervt ihre Aktionen ab.

Das Problem ist bekannt: Jeder hat sich schon mal darüber geärgert, dass er ein Computerprogramm nicht auf Anhieb versteht oder den gewünschten Link nicht sofort auf einer Web-Site findet, weiß Britta Hofmann von FIT in St. Augustin bei Bonn. Die Softwareentwickler haben einfach zu wenig an die späteren Nutzer gedacht: »Software ist ein Werkzeug, das den Menschen die Arbeit erleichtert«, sagt die Leiterin des Usability Kompetenzzentrums. »Doch das klappt nur, wenn sie zum Menschen und zur Aufgabe passt. Softwarehersteller haben die Aufgabe, die Werkzeuge so zu gestalten, dass Menschen die ihnen gestellten Aufgaben effektiv und effizient bewältigen können. Das heißt Software muss nicht nur funktionieren, sie muss leicht und intuitiv bedient werden können. Usability ist ein Qualitätsmerkmal.«

Auf der CeBIT können die Besucher in diesem Jahr den Usability-Experten über die Schulter schauen. »Wir untersuchen live die Fixationsdauer und Fixationsfrequenz von Logos bei sexueller und neutraler Werbung mit Eye-Tracking«, erklärt Hofmann. Dazu werden die FIT-Wissenschaftler einen Computer mit eigener Aufnahmevorrichtung aufstellen. »Rechts und links am Bildschirm sind öhrchen-förmige Infrarotstrahler angebracht, die Infrarotlicht auf die Pupille strahlen. Die Rückstrahlung wird von einem infrarotsensiblen Objektiv, das unter dem Bildschirm angebracht ist, aufgefangen und in Infos über die Blickbewegung umgewandelt. Auf einem zweiten Computer wird diese mit einem bewegten Fadenkreuz visualisiert«, beschreibt die Diplom-Psychologin den Versuchsaufbau. »Alle Zuschauer können so beobachten, was die Versuchsperson auf dem Bild am meisten interessiert. Auf den Bildern gibt es definierte Bereiche, etwa Logo, Augen, Schrift. Wir wollen zweimal täglich die Erhebungsdaten anzeigen. Die Besucher sehen also eine Statistik der Fixation der Bildbereiche.«

Wenn die Wissenschaftler im Usability Kompetenzzentrum eine neue Software testen, kann Eye-Tracking das benutzerorientierte Testvorgehen unterstützen. »Zunächst müssen wir verstehen, welche Aufgaben mit dem Programm bearbeitet werden sollen und welche Menschen diese Aufgaben bei ihrer Tätigkeit erledigen«, sagt Hofmann. Dazu interviewen sie die Nutzer und erstellen Tätigkeitsszenarien, aus denen die Experten Funktionen für ein praxistaugliches Programm ableiten. Ein Wissenschaftler prüft anschließend, ob das Produkt tatsächlich alle wichtigen Funktionen aufweist. Um herauszufinden, ob das Programm auch intuitiv und effizient zu bedienen ist, werden im nächsten Schritt Benutzungstests durchgeführt - entweder beim Kunden vor Ort mit dem mobilen Labor oder in den Laborräumen des FIT. Dort sorgen Bilder an den Wänden, Teppiche und normale Büromöbel für eine entspannte, gemütliche Atmosphäre. In einem Raum sitzt die Testperson vor dem PC. In einem haben die Wissenschaftler die Möglichkeit, den Versuchsablauf durch einen Einwegspiegel zu beobachten. Die Probanden werden vorher aufgefordert, laut zu sagen, was sie tun. Eine Kamera nimmt Mimik und Augenbewegungen des Testers auf, ein Mikro fängt O-Töne ein. Gleichzeitig zeichnet ein Programm das Bildschirmgeschehen auf.

Die FIT-Wissenschaftler testen nicht nur Anwendungssoftware. Auch Internet-Auftritte oder die Interaktion mit Hardware werden nach ergonomischen Kriterien bewertet. Außerdem beraten die Wissenschaftler Softwarehersteller dabei, gebrauchstaugliche Programme zu entwickeln. »Schließlich hat sich inzwischen überall in der Branche herumgesprochen, dass Kundenfreundlichkeit ein gutes Verkaufsargument ist«, sagt Hofmann. »Software, mit der Menschen intuitiv, effizient und zufrieden ihre Arbeit erledigen können, entsteht nicht zufällig. Die Unternehmen müssen den Usability-Aspekt bewusst in den Entwicklungsprozess integrieren.«

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