(openPR) Mit dem Pamphlet „Kölner Aufruf gegen Computergewalt“ zeigen Pfeiffer, Spitzer & Co ihre wirkliche Absicht eines moralisierenden Weltbildes. In einem gewaltigen Rundumschlag lösen sie sich nun endgültig aus dem wissenschaftlichen Diskurs und verunglimpfen alle Medienpädagogen und Spieler der so genannten Killerspiele. Wieder einmal wird behauptet, über 3.500 US-Studien zeigten eindeutige Ergebnisse zur Gewaltwirkungsforschung. Als Beweis wird herangezogen, dass angeblich viele Spiele aus dem amerikanischen Militärumfeld stammen und von dort finanziert werden. Gleichzeitig werden Trainingsphasen durch US-Killerspiele propagiert, um in völkerrechtlich bedenklichen Kriegen in die Praxis umgesetzt zu werden. „Unverständlich, dass Pfeiffer & Co diesen Aufruf nicht gleich in Amerika veröffentlicht haben“, so der hannoversche Jugendschützer Gerald Jörns. In einem friedliebenden Deutschland sind solche Aufrufe deplatziert. Das USK-Kennzeichen bietet ausreichend Informationen darüber, ab welchem Alter virtuelle Spiele aus Sicht des Jugendschutzes geeignet sind.
Der hannoversche Diplompädagoge Gerald Jörns ist der Auffassung, dass viele dieser angeblichen Studien keinerlei Vergleichsmöglichkeiten mit in Deutschland sozialisierten Kindern und Jugendlichen bieten. Deutsche Kinder und Jugendliche sind von ihren Eltern in einer friedensbejahenden Umgebung erzogen worden und haben so gänzlich andere Distanzmöglichkeiten im Rahmen ihrer Medienerfahrung entwickelt. „Die angeblichen Spielexperten wie Pfeiffer & Co werden immer unglaubwürdiger, je weiter sie sich in Rundumschlägen durch Stigmatisierungen, Verallgemeinerungen oder Mitteln der Propaganda von einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung entfernen“, meint Jörns. Wissenschaft ist nicht einseitig und kann im Rahmen der Wirkungsforschung auch kaum eindeutige Erklärungen liefern. Auch durch ständige Wiederholung von falschen Ergebnissen wird eine wissenschaftliche Behauptung nicht wahrer. Ohne eine sachliche Aufklärung tragen solche Aufrufe erheblich zur Verunsicherung von Eltern und Pädagogen bei und verhindern letztlich medienpädagogische Bildungskonzepte.
Viele medienkompetente Jugendliche wird keines der genannten Spiele aggressiv machen, eher solche unsachlichen und wenig begründeten Verunglimpfungen. Denn Pfeiffer & Co sind Teil einer verbalen und moralisierenden Gewaltspirale, der sie fast ohnmächtig gegenüberstehen, denn fast jeder 16jährige Computerspieler hat mehr Distanz bildende Kompetenz entwickelt, als diese selbst ernannten Experten. Eine von den Verfassern eingeforderte Friedensliebe erreicht man auch nicht durch Verbote, sondern durch Normen und Werte, die durch eine ganzheitliche Erziehung erreicht werden kann. Gerade zu besinnlichen Weihnachtstagen werden sich auch ohne Pfeiffer & Co viele Menschen auf diese weltumspannenden ethischen Grundwerte besinnen und dennoch ihre längst schon zum Kulturgut zählenden Games spielen.
Zu hoffen bleibt, dass sich auch alle Unterzeichner zu Weihnachten daran erinnern, ihre wild zusammengestückelten Satzfragmente noch einmal überdenken und vielleicht selbst einmal ein paar schöne Spiele ausprobieren. Vielleicht geht ihnen dann auch ein Licht auf, denn selbst der Weihnachtsmann schwingt längst nicht mehr die Rute.
Über Gerald Jörns
Gerald Jörns, Hannover 20.12.2008













