(openPR) ”Was mir schon seit Jahr und Tag alle Kraft raubt, mich dumm und einfältig macht, das ist das ewige Gehetztsein; Ruhe! und ich werde wieder Verfügung über die bescheidne Potenz haben, die mir der Himmel verliehn.” So beschreibt Theodor Fontane die hohe Arbeitsbelastung als Journalist und stellt fest: “[...] daß, wie es Frauen giebt die sich beständig fragen: was kochst Du heute? unsereins die Fieber-erzeugende Frage nicht los wird: was arbeitest Du heute?”
Theodor Fontane ist vielen Menschen nur als Autor realistischer Romane bekannt. Dabei hat er die längste Zeit seines Lebens als Journalist gearbeitet und in unterschiedlichen Positionen die Professionalisierung des Berufs im Zeitalter der aufkommenden Massenpresse miterlebt.
Dorothee Krings beschreibt Fontane in ihrem Buch Theodor Fontane als Journalist so: “Er ist weder ein schneller, wendiger Schreiber noch ein entscheidungsfreudiger Mensch, sondern einer, der an Texten feilt, abwägend denkt, lieber beschreibt als urteilt.” Erst als Theaterkritiker “kann er ausspielen, was er im Übermaße besitzt: Beobachtungsgabe, die Fähigkeit verständlich und treffend zu schreiben, analytische Schärfe, Humor, das [...] Vermögen, ästhetische Urteile sicher zu fällen und überzeugend zu begründen.”
Dieses Buch beschreibt Denken und Handeln des Journalisten Theodor Fontane. Dazu hat die Autorin mehr als 3.000 seiner Briefe sowie 230 seiner Theaterkritiken analysiert und gewinnt das Bild eines Journalisten, der den modernen Anforderungen des Berufs in vielerlei Hinsicht noch nicht entsprochen hat. Gerade als Theaterkritiker hat Fontane jedoch mit seiner anschaulichen, humorvollen, ganz am Leser orientierten Darstellungstechnik so außergewöhnliche Leistungen erbracht, dass man ihn durchaus als Impulsgeber für die Entwicklung des Journalismus bezeichnen kann.
Dorothee Krings gibt konkrete Anregungen für Journalisten und insbesondere Theaterkritiker, die sie aus der Analyse von Theodor Fontanes journalistischem Werk gewonnen hat. Somit ist der Band für Geisteswissenschaftler, Studierende und Journalisten gleichermaßen von großem Interesse.
Dorothee Krings
Theodor Fontane als Journalist.
Selbstverständnis und Werk
Öffentlichkeit und Geschichte, 2
2008, 400 S., - Abb., - Tab., Broschur, 213 x 142 mm
ISBN 978-3-938258-52-1




