(openPR) Der im niedersächsischen Landkreis Wesermarsch beheimatete Verein Freilichtspektakel Stadland hat nun den Vorverkauf für sein vom 12. Juni bis 10. Juli 2009 auf dem Marktplatz in Rodenkirchen stattfindendes Schauspiel „Dude und Gerolt – der Bruderkuss“ eröffnet. Gleichzeitig hat das Produktionsteam mit den ersten vorbereitenden Arbeiten begonnen, denn am 29. November wird Regisseur Thomas Willberger Laienschauspieler zu einem ersten Casting einladen.
Erfreut ist Vorsitzender Ummo Wedelich, dass bisher nicht nur Amateurschauspieler aus der gesamten Wesermarsch, sondern auch aus Oldenburg, Varel, Wilhelmshaven, Bremerhaven, Bremen sowie aus den Landkreisen Friesland und Cuxhaven mitwirken wollen. „Es können noch mehr werden“, sagt er. Anmeldungen für das Casting nimmt Ummo Wedelich unter Telefon 04732/383 entgegen. Sie sind außerdem über das Kontaktformular auf der Internetpräsenz www.freilichtspektakel.de möglich.
Neben Regisseur Thomas Willberger hat der Verein Freilichtspektakel Stadland inzwischen auch die Produktionsleitung und die Regieassistenz besetzt.
Steffen Lebjedzinski ist als Produktionsleiter, aber auch als Bühnen- und Kostümbildner für das Freilichttheater tätig. Mit 20 Jahren gründete er das Theater „TheaterProViele" in Aachen, für das er mehrere Inszenierungen ausstattete und produzierte. Schon als junger Mann arbeitete er am Stadttheater Aachen als Assistent der Technischen Direktion und leitete die Studiobühne „Mörgens“. Im Anschluss daran studierte Steffen Lebjedzinski Bühnen- und Kostümbild an der Akademie der bildenden Künste Maastricht in den Niederlanden. Dabei realisierte er mehrere Arbeiten als Bühnen- und Kostümbildner in Maastricht, Gent und Aachen. Nach seinem Studium wurde er als Bühnenbildassistent und Bühnenbildner am Oldenburgischen Staatstheater engagiert. Nach seiner Assistenz war er in Oldenburg als Künstlerischer Koordinator (Leitung der Ausstattung) engagiert und hat mehrere Produktionen als Bühnen und Kostümbildner ausgestattet. Seit Sommer 2007 arbeitet Steffen Lebjedzinski als freischaffender Bühnen- und Kostümbildner unter anderem am Landestheater Linz (Österreich), Stadttheater Kiel, Stadttheater Pforzheim und Schauspielhaus Hamburg sowie als Dozent an der Akademie der bildenden Künste Maastricht.
Annemarie Penningroth ist als Regieassistentin tätig. Seit der Spielzeit 1986/87 ist sie Mitglied der Niederdeutschen Bühne Brake und hatte bereits mehrfach Gelegenheit, als Regieassistentin in Brake, Dornum, Ovelgönne und Westerstede tätig zu sein. Auch bei einigen Gemeinschaftsproduktionen des Niederdeutschen Bühnenbunds Niedersachsen und Bremen (NBB) war ihr Wissen und Können gefragt. Bei den Niederdeutschen in Brake gehört sie dem Vorstand an, in dem sie als Spielleiterin unter anderem für die Auswahl der Stücke zuständig ist.
Das Stück beschreibt ein regionalhistorisches Ereignis im späten Mittelalter, das durch Urkunden belegt ist. In den Gebieten an der Unterweser hatten sich Bauernrepubliken gegründet, deren Anführer Häuptlinge genannt wurden. Ihren Lebensunterhalt unterhielten sie nicht nur durch Landwirtschaft und Handel mit den benachbarten Großstädten Bremen und Oldenburg, sondern auch durch Seeräuberei. Immer wieder überfielen sie die Handelsschiffe der noch jungen Hansestadt Bremen und plünderten sie aus. Um dem Einhalt zu gebieten, baute die Stadt Bremen im Gebiet der Häuptlinge eine mit Soldaten besetzte Festungsanlage, die sie Vredeborch nannten. Im September 1418 überfielen die beiden Stadlander Häuptlingsbrüder Dude und Gerolt mit ihrer Gefolgschaft die Burg mit dem Ziel, die Bremer aus dem Land zu vertreiben. Das misslang. Alle 40 Angreifer wurden gefangen genommen und nach Bremen gebracht. Während die anderen sofort gerädert werden, saßen die Brüder rund ein halbes Jahr in einem Kerker ein. Der Sage nach wurde Dude auf dem Bremer Marktplatz vor den Augen Tausender von Menschen und den Mitgliedern des Bremer Rats als erster geköpft. Daraufhin soll der jüngere Gerolt den enthaupteten Kopf seines Bruders aufgenommen und ihn auf die Lippen geküsst haben. Das soll Schaulustige so gerührt habe, dass dem Häuptling die Begnadigung angeboten wurde, wenn er eine „ehrbare Bremer Kaufmannstochter“ zur Frau nehmen würde. Doch Gerolt lehnte ab. Sein Schicksal war damit ebenfalls besiegelt.
Im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts glaubten Wissenschaftler, dass ein Holzrelief aus der Kirche in Rastede, das im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg ausgestellt ist, Dude kurz vor der Hinrichtung zeigt. Inzwischen scheint gesichert zu sein, dass es um eine Szene aus dem Leben des Heiligen Nikolaus handelt, der in Rastede verehrt wurde. Nikolaus soll der Legende nach drei Prinzen vor der Hinrichtung gerettet haben.
Der Maler Hugo Zieger, nach dem in der Stadt eine Straße benannt ist, hat dagegen ein Ölgemälde über den Bruderkuss der beiden Häuptlingsbrüder geschaffen. Es befindet sich in der Sammlung des Stadtmuseums und diente möglicherweise als Vorstudie für ein Fresko, das er 1893 für Nachfahren der beiden Häuptlinge schuf.












