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Wer steht denn da im Bremer Dom?

24.12.200805:57 UhrKunst & Kultur
Bild: Wer steht denn da im Bremer Dom?
Noch nicht bekannt ist, wer diese Figur, die im Bremer Dom zu finden ist, darstellen soll.
Noch nicht bekannt ist, wer diese Figur, die im Bremer Dom zu finden ist, darstellen soll.

(openPR) Anfangs war es wie die sprichwörtliche Suche nach einer Nadel im Heuhaufen. Beim Besuch des Bremer Doms haben Mitglieder des Vereins Freilichtspektakel Stadland eine Figur gesucht, die nach der Geschichtsschreibung den Häuptling Gerolt darstellen soll. In einer dunklen Nische wurden die Stadlander um ihren Vorsitzenden Ummo Wedelich schließlich fündig. Ob die Steinfigur tatsächlich Gerolt zeigt, ist allerdings nicht geklärt.


Gerolt ist neben Dude einer der Hauptpersonen in dem vom 12. Juni bis 10. Juli kommenden Jahres auf dem Rodenkircher Marktplatz stattfindenden Freilichttheater "Dude und Gerolt - der Bruderkuss". Dabei geht es um die beiden Stadlander Häuptlingsbrüder, die im Jahr 1418 mit einer Gefolgschaft versuchen, die im heutigen Nordenhamer Stadtteil Atens von den Bremern errichtete Festungsanlage Vredeborch zu stürmen. Dieser Angriff scheiterte. Dude und Gerolt wurden als Gefangene nach Bremen gebracht und ein halbes Jahr später auf dem Marktplatz der Hansestadt öffentlich hingerichtet.
Dabei soll der Sage nach Gerolt den bereits enthaupteten Kopf seines Bruders geküsst haben, was die Anwesenden so rührte, dass sie ihm das Leben schenken wollten, wenn er eine "ehrbare Bremer Kaufmannstochter" zur Frau nehmen würde. Doch Gerolt lehnte ab und wurde ebenfalls geköpft.
Die Freilichtspektakel-Mitglieder fragten bei ihrem Besuch im Museum des St.-Petri-Doms nach der Steinfigur. Doch als Antwort bekamen sie anfangs ein bedauerndes Achselzucken. Auch die Nachfrage in der ebenfalls im Dom untergebrachten Bibliothek brachte zunächst kein Ergebnis. Aber die Freilichtspektakel-Mitglieder hatten inzwischen den Spürsinn der Mitarbeiter des Museums geweckt - und zeigten schließlich den Besuchern aus Stadland eine Figur in einer dunklen und mit einem Seil abgesperrten Nische des St.-Petri-Doms.
Von der äußeren Erscheinung her erinnert dieses 2,02 Meter große Standbild an den Bremer Roland. Sie steht wie ein Wächter hoch aufgerichtet mit einem Schwert in der rechten Hand dar und blickt leise lächelnd auf den Betrachter. Die Gesichtszüge mit der großen Nase und der nach hinten gekämmten Haartracht, die bis über die Ohren reicht, lassen an einen etwas älteren Verwandten der Rolandfigur auf dem Marktplatz denken. Zu seinen Füßen befindet sich das Grab des berühmten Adolph Freiherr Knigge. Der Schriftsteller und Aufklärer, der vor allem durch seine Schrift "Über den Umgang mit Menschen" bekannt wurde, die später als Benimmregeln galten, starb am 6. Mai 1796 in Bremen.
Die bremische Geschichtsschreibung bringt die Statue seit alters her mit dem Ereignis des Bruderkusses in Verbindung, über den bereits eine Chronik aus dem späten Mittelalter berichtet. So soll die Bremer "Jungfer Anneken", die Gerolt von Jugend an zugetan war, im Gedenken an ihren Geliebten die Anfertigung der Steinfigur veranlasst haben. Dass die evangelische Kirche die Errichtung eines solchen Gedächtnisses zuließ, erklären die Geschichtsschreiber mit den jahrhundertelangen Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Bremen und den jeweiligen Bischöfen, die stets eher Gegner der stadtbremischen Interessen als Befürworter gewesen seien.
Zweifel an dieser Theorie hegen Experten wegen der doch ziemlichen Primitivität der Gestaltung dieser Figur. So kam bei ihnen der Gedanke auf, dass es sich eventuell um ein wesentlich früher entstandenes Kunstwerk handeln könnte. So wird die karolingische Zeit zwischen dem 8. und 10. Jahrhundert genannt, gleichzeitig aber als " eine sehr unsichere Hypothese" bezeichnet. Vorstellbar ist für die Experten auch, dass es sich um eine Grabfigur aus dem 13. Jahrhundert handelt, wie sie in ähnlicher Form auch im Dom in Erfurt existiert.
Nur durch aufwändige kunsthistorische Gutachten könnte die Herkunft der Figur geklärt werden. Dafür fehlt der Kirche allerdings das Geld, die sich auf einem kleinen Zettel mit den folgenden Worten begnügt: "Einstweilen steht unser Roland oder Gerolt weiterhin standhaft in der kleinen Kapelle und wacht über dem benachbarten Grab des berühmten Freiherrn Knigge."

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