(openPR) Allmählich beginnen ganz konkret die Vorbereitungen für eines der größten Theaterprojekte, das es jemals im niedersächsischen Landkreis Wesermarsch gegeben hat. Am Sonnabend, 31. Januar, veranstaltet der Verein sein zweites Casting für Schauspielerinnen und Schauspieler. Anmeldungen nimmt der Vorsitzende Ummo Wedelich unter Telefon 04732/383 entgegen. Sie sind aber auch möglich auf der Internetseite des Vereins unter www.freilichtspektakel.de.
Gesucht werden vor allem Laien- und Amateurschauspieler aus dem Städteviereck Bremen, Bremerhaven, Oldenburg und Wilhelmshaven. „Vor allem männliche Darsteller fehlen uns noch“, hebt der Vorsitzende Ummo Wedelich hervor.
Der Verein Freilichtspektakel Stadland bringt vom 12. Juni bis 10. Juli das Stück „Dude und Gerolt – der Bruderkuss“ auf dem Marktplatz in Rodenkirchen auf die Bühne. Vor einer über 900 Besuchern fassenden Tribüne wird es 15 Aufführungen geben. Mit Thomas Willberger hat der Verein Freilichtspektakel Stadland einen professionellen Regisseur gefunden. Er inszeniert eine spannende Geschichte um Macht und Ohnmacht, gekränkter Eitelkeit, Neid und Missgunst, bei der aber die Liebe nicht fehlen darf.
Das Stück beschreibt ein regionalhistorisches Ereignis im späten Mittelalter, das durch Urkunden belegt ist. In den Gebieten an der Unterweser hatten sich kleine Bauernrepubliken gegründet, deren Anführer Häuptlinge genannt wurden. Ihren Lebensunterhalt unterhielten sie nicht nur durch Landwirtschaft und Handel mit den benachbarten Großstädten Bremen und Oldenburg, sondern auch durch Seeräuberei. Immer wieder überfielen sie die Handelsschiffe der noch jungen Hansestadt Bremen und plünderten sie aus. Um dem Einhalt zu gebieten, baute die Stadt Bremen im Gebiet der Häuptlinge eine mit Soldaten besetzte Festungsanlage, die sie Vredeborch nannten. Auf dieser Stelle steht heute die Stadthalle Friedeburg in Nordenham.
Im September 1418 überfielen die beiden Stadlander Häuptlingsbrüder Dude und Gerolt mit ihrer Gefolgschaft die Burg mit dem Ziel, die Bremer aus dem Land zu vertreiben. Das misslang. Alle 40 Angreifer wurden gefangen genommen und nach Bremen gebracht. Während die anderen sofort gerädert werden, saßen die Brüder rund ein halbes Jahr in einem Kerker ein. Sie wurden zum Tode verurteilt.
Der Sage nach wurde Dude auf dem Bremer Marktplatz vor den Augen Tausender von Menschen und den Mitgliedern des Bremer Rats als erster geköpft. Daraufhin soll der jüngere Gerolt den enthaupteten Kopf seines Bruders aufgenommen und ihn auf die Lippen geküsst haben. Das soll Schaulustige so gerührt haben, dass dem Häuptling die Begnadigung angeboten wurde, wenn er eine „ehrbare Bremer Kaufmannstochter“ zur Frau nehmen würde. Doch Gerolt lehnte ab. Sein Schicksal war damit ebenfalls besiegelt.
An den folgenden Tagen finden die Freilichtaufführungen statt: Freitag, 12. Juni 2009 (Premiere), 20.30 Uhr; Sonntag, 14. Juni 2009, 16 Uhr; Mittwoch, 17. Juni 2009, 20.30 Uhr; Freitag, 19. Juni 2009, 20.30 Uhr; Sonnabend, 20. Juni 2009, 20.30 Uhr; Mittwoch, 24. Juni 2009, 20.30 Uhr; Freitag, 26. Juni 2009, 20.30 Uhr; Sonnabend, 27. Juni 2009, 20.30 Uhr; Sonntag, 28. Juni 2009, 16 Uhr; Mittwoch, 1. Juli 2009, 20.30 Uhr; Freitag, 3. Juli 2009, 20.30 Uhr; Sonnabend, 4. Juli 2009, 20.30 Uhr; Sonntag, 5. Juli 2009, 16 Uhr; Mittwoch, 8. Juli 2009, 20.30 Uhr; und Freitag, 10. Juli 2009, 20.30 Uhr.
Eintrittskarten sind im Internet unter www.freilichtspektakel.de oder www.dude-und-gerolt.de erhältlich.
Ein Wandbild vom Bruderkuss wurde 1894 vom Maler Hugo Zieger im Lübbenhof in Schmalenfletherwurp geschaffen. Nach aufwändiger Restaurierung befindet es sich inzwischen im Museum Nordenham.















