(openPR) Ausführungen von Håkan Samuelsson
HIGHLIGHTS 2002
Ergebnisziel erreicht – Operatives Ergebnis (EBIT) 102 Mio €
Bilanzstruktur gestärkt
Turnaround Geschäftsbereich Lkw geschafft
UMFASSENDE RESTRUKTURIERUNGEN IM GESCHÄFTSBEREICH BUS EINGELEITET
Stärkere Organisation, Produkte und Marken
Im Geschäftsjahr 2002 hat die MAN Nutzfahrzeuge Gruppe umfassende strukturelle Veränderungen vollzogen. Unsere Geschäftseinheiten verfügen über klare Zuständigkeiten und tragen eigene Ergebnisverantwortung. Höhere Effizienz und kürzere Entscheidungswege sind die Folge.
Im Geschäftsbereich Lkw haben wir die Erneuerung unserer Produktpalette mit Fahrzeugen der Trucknology® Generation abgeschlossen. Die Restrukturierung bei ERF in Großbritannien verlief nach Plan und mit dem stärksten Servicenetz des Landes können wir unseren britischen Kunden der Marken MAN und ERF optimale Betreuung bieten.
Im Geschäftsbereich Bus haben wir eine neue Plattformstrategie eingeführt und für unsere beiden Marken MAN und Neoplan mehrere attraktive Busse auf gemeinsamer Plattform fertiggestellt. Um der schlechten Marktentwicklung zu begegnen, sind – wie bereits berichtet – weitere Verlagerungen von lohnintensiven Fertigungsinhalten nach Polen und in die Türkei beschlossen worden. Dies wird dazu führen, dass sich der Personalbestand an unseren deutschen Bus-Standorten um weitere 1.000 Mitarbeiter reduzieren wird.
Kennzahlen 2002
Auftragseingang über Vorjahr
Der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2002 belief sich auf 6,5 Mrd € und stieg gegenüber 2001 um 253 Mio € bzw. 4%. Wir konnten Bestellungen für 60.681 Fahrzeuge verzeichnen und blieben damit konsolidierungsbedingt (in 2001 war NEOPLAN nur mit dem 2. Geschäftshalbjahr einbezogen) auf dem Niveau des Vorjahres.
Umsatz leicht gesunken
Mit einem Umsatz von 6,6 Mrd € haben wir den Spitzenwert des Vorjahres nicht ganz erreicht. Der Rückgang gegenüber 2001 betrug 177 Mio € bzw. 3%. Da wir u.a. verstärkt höherwertige Fahrzeuge verkauft haben, war der Umsatzrückgang geringer als der Absatzrückgang. Die Anzahl der abgesetzten Lastkraftwagen und Busse verringerte sich von 68.877 Stück in 2001 um 11% auf 61.485 Stück in 2002.
Im abgeschlossenen Geschäftsjahr 2002 verzeichnete der Gesamtmarkt für Lastkraftwagen in Westeuropa mit -12% eine deutliche rückläufige Entwicklung. Wir konnten uns diesem Trend nicht entziehen und mussten einen Rückgang des Umsatzes in Westeuropa auf 5,2 Mrd € bzw. -6% verzeichnen.
Mit 80% Umsatzanteil ist Westeuropa die wichtigste Region für die MAN Nutzfahrzeuge Gruppe. Sehr positiv zu beurteilen ist die Umsatzentwicklung auf den verbleibenden Märkten. In Osteuropa erreichten wir eine Steigerung des Umsatzes um 15%, in den restlichen Regionen der Welt insgesamt ein Plus von 14%.
Zielsetzung erreicht - Operatives Ergebnis (EBIT) 102 Mio €
Trotz deutlichen Volumenrückgangs ist es uns gelungen, im Geschäftsjahr 2002 ein operatives Ergebnis (EBIT) von 102 Mio zu erwirtschaften - damit haben wir unsere Zielsetzung erreicht. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Konjunkturschwäche und in Anbetracht des stetig wachsenden Preisdrucks hatten wir bereits in 2001 ein Turnaround-Programm gestartet. Eine Zielsetzung war dabei die Verbesserung der Erlösqualität; damit verbunden haben wir bewusst auf einige schlechter abrechnende Aufträge verzichtet. Darüber hinaus haben aber insbesondere unsere Maßnahmen zur Senkung von Gemeinkosten und Produktkosten zu einer Ergebnisverbesserung geführt.
Starker Cashflow
Der Cashflow betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr 261 Mio € und verbesserte sich damit um 16 Mio € oder 7% gegenüber dem Vorjahreswert. Bezogen auf das Rumpfgeschäftsjahr 2000 verbesserten wir auf vergleichbarer Basis den Cashflow um 80 Mio € oder 44%.
Bilanzstruktur gestärkt
Das Umlaufvermögen konnten wir um 220 Mio € oder 8% vermindern. Dies gelang im Wesentlichen durch konsequente Umsetzung von Maßnahmen zur Reduktion der Vorräte und Forderungen. Die Finanzmittel wurden gegenüber dem Vorjahr abgebaut und zur Tilgung von Finanzverbindlichkeiten genutzt.
Nach der hohen Investitionstätigkeit der Vorjahre auf Grund der Produkteinführung der TGA Baureihe ist der Mittelabfluss aus Investitionstätigkeit mit 166 Mio € wieder auf Normalniveau. Vom Mittelabfluss aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von 352 Mio € entfallen 17 Mio € auf die Gewinnabführung an die MAN Gruppe und 335 Mio € auf die Tilgung von Konzernfinanzierungen. Innerhalb von zwei Jahren konnten wir die Finanzverbindlichkeiten (trotz Erwerb von NEOPLAN) um 575 Mio € ganz erheblich abbauen und die Zinsbelastung deutlich reduzieren.
Personalabbau in Deutschland und bei ERF
Der Personalstand der MAN Nutzfahrzeuge Gruppe betrug zum Jahresende 34.398 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Leiharbeitnehmer). Dies waren 1.348 Personen weniger als in 2001. Im Rahmen der Reorganisation des Geschäftsbereiches Bus erfolgte hingegen ein Aufbau von 686 Arbeitsplätzen in unseren Werken in Polen und der Türkei.
Geschäftsbereich Lkw
Operatives Ergebnis (EBIT) Lkw ohne ERF: 217 Mio €
Der Geschäftsbereich Lastkraftwagen hat sich in 2002 sehr erfreulich entwickelt und weist trotz nochmaliger Belastung durch ERF ein operatives Ergebnis (EBIT) von 174 Mio € / 3,2% auf. Ohne Berücksichtigung von ERF erzielten wir im Geschäftsbereich Lastkraftwagen ein operatives Ergebnis (EBIT) von 217 Mio €.
Turnaround im Geschäftsbereich Lkw geschafft
Die erzielten Kostensenkungen haben im abgelaufenen Geschäftsjahr das geringere Volumen überkompensiert. Dies ist ein Erfolg unserer konsequenten Umsetzung des Turnaround-Programms, auf dessen Basis wir bereits eine erhebliche Reduzierung der Produkt- und Gemeinkosten und eine rasche Anpassung des Personalstandes an die Nachfrage erreicht haben.
Wie schon eingangs erwähnt, ist die schwere Lkw-Baureihe TGA nunmehr komplett eingeführt und die Produktion von Restmodellen der Vorgängergeneration F2000 wurde zu unserer Tochter MAN Sonderfahrzeuge AG in Österreich verlagert. Die kostenintensive Parallelproduktion von Fahrzeugen der alten und neuen Lkw-Generation im Werk München ist damit beendet.
Auftragseingang Geschäftsbereich Lkw gestiegen
Der Auftragseingang bei Lastkraftwagen stieg in 2002 leicht auf 5,3 Mrd € bzw. 2%. Trotz eines Rückgangs der abgesetzten Lastkraftwagen gegenüber 2001 um 14% auf 53.851 Stück sank der Umsatz lediglich um 5% auf 5,4 Mrd €.
Balance Marktanteil – Erlösqualität
Der Marktanteil von Lkw über 6 Tonnen in Westeuropa ging im Jahr 2002 auf 14,0% zurück, der Marktanteil von Lastkraftwagen über 16 Tonnen reduzierte sich auf 14,5%. Die Marktanteilsverluste sind unmittelbar auf unsere strikten Maßnahmen zur Verbesserung der Erlösqualität zurückzuführen. Bei differenzierter Betrachtung der Marktanteilsentwicklung in 2002 wird aber deutlich, dass wir in der zweiten Jahreshälfte starke Marktzugewinne verzeichnen konnten. Im Zeitraum Juli bis Dezember 2002 erreichten wir bei Lkw der Gewichtsklasse über 6 Tonnen einen Marktanteil von 14,9% bzw. in der Klasse über 16 Tonnen einen Marktanteil von 15,4%.
Restrukturierung ERF abgeschlossen
Die Restrukturierung von ERF ist erfolgreich abgeschlossen. Wie erwartet, mussten wir als operatives Ergebnis (EBIT) nochmals Verluste in Höhe von 43 Mio € hinnehmen; diese lagen allerdings um 38 Mio € unter denen des Jahres 2001.
Die Produktion im Werk Middlewich wurde im 3. Quartal eingestellt. Die neuen ERF-Lkw wurden am Markt eingeführt und werden in den Werken München und Salzgitter basierend auf der MAN-TGA-Plattform gefertigt. Mit den Marken ERF und MAN verfolgen wir auf dem britischen Markt eine konsequente Zwei-Marken-Strategie. Die notwendigen Kostensynergien im Overheadbereich erreichen wir durch Zusammenführung von Back-Office-Funktionen der Vertriebsbereiche von ERF und MAN UK. Alle Werkstätten tragen in Zukunft beide Marken.
Geschäftsbereich Bus
Schwacher Busmarkt
Die Geschäftsergebnisse unseres Bus-Bereiches sind noch nicht zufrieden stellend, zumal der Volumenrückgang auf diesem Sektor besonders spürbar war. Der Auftragseingang stieg im Geschäftsbereich Bus konsolidierungsbedingt (im Vorjahr war Neoplan nur mit dem zweiten Geschäftshalbjahr einbezogen) um 172 Mio € bzw. 17% auf 1,2 Mrd €. Der Umsatz stieg auf 1,2 Mrd € (+13% gegenüber Vorjahr, bereinigt um den Konsolidierungseffekt NEOPLAN -9% gegenüber Vorjahr). Wir konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr 7.650 Busse und Fahrgestelle ausliefern.
Auch auf dem europäischen Omnibusmarkt fielen die Buszulassungen um 8% auf 23.900 Stück im abgelaufenen Geschäftsjahr. Während MAN seinen Marktanteil halten konnte, musste NEOPLAN einen leichten Rückgang hinnehmen. Mit 15,3% hat die NEOMAN Gruppe damit insgesamt etwas Marktanteile verloren.
Drittgrößter Bushersteller
Durch den Zusammenschluss von MAN mit der NEOPLAN Gruppe im Juni 2001 verfügen wir heute über eine Größe im Bus-Bereich, die es ermöglicht, über Nutzung von Synergien auch in diesem Geschäftsbereich in Zukunft profitabel zu agieren. Wir sind drittgrößter Bushersteller Europas.
Restrukturierung und Ausbau in Polen und Türkei
Im Rahmen unserer Bus-Reorganisation erfolgte ein Aufbau von Arbeitsplätzen vor allem in den Werken in Polen und in der Türkei. (Mit dem Abbau von 1.001 Arbeitsplätzen in Deutschland ergibt sich ein Personalabbau von 661 Arbeitsplätzen.)
Die Integration der Aktivitäten der NEOMAN Bus Gruppe schreitet zügig voran: Die Verwaltungs- und Vertriebsfunktionen in Deutschland werden verschlankt. Mit einem konsequenten Ausbau unserer Fertigungsstandorte in Polen und in der Türkei werden wir die dortigen Lohnkostenvorteile nutzen und unsere Wettbewerbsfähigkeit steigern. Aus der zügigen Umsetzung unseres umfangreichen Bus-Restrukturierungsprogramms erwarten wir eine deutliche Ergebnisverbesserung in 2003.
Der gerade angekündigte weitere Personalabbau am Standort Salzgitter (700) und bei NEOPLAN (300) begegnet der aktuell schwachen Marktsituation.
Gemeinsame Plattformen
Die Vorstellung der ersten Produkte aus unserem vielversprechenden Plattformkonzept für die Reise- und Linienbusse anlässlich der IAA 2002 begeisterte unsere Kunden und war ein voller Erfolg. Mit dem Plattformkonzept realisieren wir Kosteneinsparungen und können gleichzeitig individuelle Produkte entsprechend der unterschiedlichen Markenidentitäten anbieten.
AUSBLICK
Die konjunkturellen Aussichten sind nach wie vor ungünstig. Unsere Märkte sind durch verschiedene externe Faktoren wie z.B. Irak-Krise und Maut erheblich verunsichert und die Marktentwicklung in diesem Jahr hängt zu einem guten Teil von diesen Größen ab.
Im Auftragseingang der Lkw über 6 t erkennt man die vorhergesehenen Einbußen im 2. Halbjahr 2001. Unser Auftragseingang zeigt seit Herbst letzten Jahres aber eine Stabilisierung und wir gehen davon aus, dass damit die Talsohle erreicht ist.
Die für 2002 prognostizierte Markterholung lässt weiter auf sich warten. Wir hoffen jedoch, dass der untere Wendepunkt erreicht ist und sich das Volumen in der zweiten Jahreshälfte 2003 wieder moderat verbessert.
Vorsichtige Zuversicht
Wir haben uns im Lkw-Bereich mit unserem TGA gut aufgestellt. Er hat einen exzellenten Ruf am Markt und bietet damit die Basis für eine erfolgreiche Marktbearbeitung und eine rationelle Produktion.
Unser umfangreiches Restrukturierungsprogramm für den Bus-Bereich schafft einen effizienten Fertigungsverbund, der die Kosten nachhaltig senken wird. Mit den nun verfügbaren exzellenten Produkten auf gemeinsamen Plattformen können wir die Möglichkeiten dieser modernen Produktionsstruktur nutzen.
Insgesamt sind wir daher zuversichtlich, auf der Basis eines stabilen Gesamtmarktes, in 2003 ein deutlich verbessertes Ergebnis erzielen zu können.
Es gilt das gesprochene Wort.Weitere Informationen finden Sie unter www.man-nutzfahrzeuge.de
Die MAN Gruppe ist eines der führenden Maschinen- und Fahrzeugbauunternehmen in Europa mit jährlich rund 16 Mrd € Umsatz. Als weltweiter Anbieter von Produkten, Systemen und Dienstleistungen der Investitionsgüterindustrie ist MAN mit rd. 75.000 Mitarbeitern in den Kernbereichen Nutzfahrzeuge, Industrielle Dienstleistungen, Druckmaschinen, Dieselmotoren und einigen Spezialgebieten des Maschinen- und Anlagenbaus aktiv. Die MAN Gruppe hält großenteils führende Marktpositionen. Die MAN Aktiengesellschaft, München, ist Mitglied des Deutschen Aktienindex DAX der 30 führenden deutschen Aktiengesellschaften.




