(openPR) Bei den Automobilzulieferern überschlagen sich die Hiobsbotschaften in diesen Tagen. Der Lenksystem-Hersteller TRW will weltweit 900 Stellen abbauen, heißt es beispielsweise am 28. Oktober bei DiePresse.com. Unternehmen mit geringer Eigenkapitaldecke sind besonders betroffen sowie die metallverarbeitenden Zulieferer. Hatten sie schon zu Jahresbeginn unter extrem gestiegenen Material- und Energiekosten zu leiden, so treffen sie die jetzigen Absatzschwierigkeiten in der Automobilbranche besonders hart. Am 15.10.08 berichtet die Financial Times Deutschland online über den Spezialisten für Antriebstechnik Weigl, der seine Produktion in der neuen, 20 Mio € teuren Halle nicht anfahren kann. Er hat bei diesem Projekt komplett auf General Motors gesetzt. Über Firmenschließungen in größerem Ausmaß wird orakelt. Am pessimistischsten sind dabei die Unternehmer die auf einen OEM, Autohersteller, gesetzt haben.
Positive Stimmen
Doch es sind auch positive Stimmen zu hören. So äußert sich Ralf Göttel vom Dichtungshersteller Reinz am 29. Oktober in SüdwestPresse online:“Selbst, wenn morgen ein Automobilhersteller zumacht, stört uns das nicht.“ Seine Zuversicht beruht darauf, dass er keinen seiner Kunden mit mehr als 10 % seiner Aufträge beliefert. Auch der Geschäftsführer des Stanzteil-Produzenten Kloda, Benedikt Kummer, betont am 14.10.08 in DerWesten, dass er so flexibel aufgestellt ist, dass er für längere Zeit auf Werkzeugbau umstellen kann. Er hält ein reinigendes Gewitter sogar für nicht schlecht, um den Zwang für die notwendigen Anpassungen in der Branche aufzubauen.
Alle Experten der Automobil- und Zuliefererbranche sind sich darin einig, dass gewaltige Herausforderungen und Veränderungen bevorstehen. Den aktuellen Problemen kann mit Entlassungen und pauschalen Kostensenkungen begegnet werden, aber sie bergen die Gefahr, langfristig die Wettbewerbsfähigkeit zu schwächen, weil das für Neuerungen notwendige Potenzial nicht mehr vorhanden ist. Ganz im Gegenteil hat sich Eberspächer sogar durch Zukauf externer Kompetenz darauf eingestellt, elektronische Autoteile zu entwickeln und zu produzieren (t-online.business.de am 15.10.08). Dass Hybrid- und Elektroautos kommen werden, davon sind die meisten überzeugt. Über den Zeitpunkt gehen die Meinungen auseinander. Vermutlich werden die Entwicklungen durch die aktuellen Steuermaßnahmen der Politik beschleunigt. Auf diesen technologischen Umbruch stellen sich pfiffige Unternehmer ein.
Flexibilität als Stärke der Mittelständler nutzen
Flexibilität ist gefragt. Auch in 2008 bestätigt sich, dass Flexibilität eine Stärke des Mittelstandes ist, welche die Überbrückung wirtschaftlich schwieriger Situationen erleichtert. Das hat nichts damit zu tun, sich von den eigenen Stärken zu entfernen. Ganz im Gegenteil: Erfolgreiche Unternehmen arbeiten weiterhin auf dem Boden Ihrer Firmenphilosophie. Sie lassen jedoch den Blick vom Produkt zu den Bedürfnissen der Kunden und Zielgruppen schweifen und überlegen, welche Kunden ein ähnliches Grundbedürfnis wie ihre Stammkunden haben und deshalb von ihnen gut bedient werden können. Beispiele sind Reinz mit bewusst vielen Kunden und Kloda mit Kunden aus Automobilindustrie und Werkzeugbau.
Weitsicht beweist Eberspächer mit seiner Orientierung zu neuen Technologien. Häufig ist für ein einzelnes Unternehmen schwer zu erkennen, wo die Reise hingeht. Dabei können die vielerorts gegründeten Netzwerke, wie Automotive Südwestfalen und Verbundinitiative Automobilzulieferer Sachsen behilflich sein. Sie bieten auch einen Rahmen, um Kooperationen anzubahnen.













