(openPR) 58 Prozent der Spitzenverdiener hat kein Vertrauen mehr in die Banken / Vor knapp einem Jahr waren es lediglich 31 Prozent / Aktuelle Studie des Instituts für Markencontrolling BrandControl
Frankfurt am Main, 15. Oktober 2008. Zahlreiche Banken haben das Vertrauen der gut verdienenden Anleger verloren. Dabei gilt: Je einkommensstärker die Befragten, desto höher der Vertrauensverlust. So ist bei 25 Prozent aller Personen mit einem Jahreseinkommen zwischen 100.000 und 160.000 Euro und bei 23 Prozent mit einem Einkommen von 160.000 bis zu 250.000 Euro das Vertrauen in die Banken „sehr erschüttert“. Unter den Spitzenverdienern mit mehr als 250.000 Euro Jahreseinkommen sind es sogar ein Drittel und weitere 25 Prozent dieser Gruppe geben an, dass ihr Vertrauen zumindest „etwas erschüttert“ sei. Das belegt jetzt der „German Wealth Monitor“ des Instituts für Markencontrolling BrandControl. Für die Studie befragt das Institut zweimal im Jahr 1.000 Gutverdiener, die zu den oberen drei Prozent der Einkommenspyramide zählen und über ein Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Euro verfügen.
„Dass der Wert des erheblichen Vertrauensverlustes gerade bei den Spitzenverdienern von acht Prozent im November 2007 auf nunmehr 33 Prozent zugelegt hat, ist dem dilettantischen Verhalten zahlreicher Banken in der Krise zuzurechnen“, ist Institutsleiter Dr. Harald Jossé überzeugt. „Durch die unaufrichtige Kommunikationspolitik großer Institute, die teilweise aus der Unkenntnis eigener Zahlen entstand und teilweise auf Vorsatz beruhte, musste insbesondere bei intensiven Beobachtern des Marktes wie Spitzenverdienern der Eindruck entstehen, die Banker seien nicht Herr der Lage“, kritisiert Jossé.
Das hat weit reichende Folgewirkungen: Etwa jeder Fünfte (22 Prozent) mit einem Jahreseinkommen von mehr als 100.000 Euro und sogar jeder Dritte (32 Prozent) der kleinen Gruppe von Spitzenverdienern beabsichtigt laut Studie, sein Anlageverhalten wegen der Subprime-Krise zu verändern. Die Maßnahmen reichen vom Umschichten von Geldern in als sicher geltende Anlageformen bis zur erneuten Selbstverwaltung des eigenen Geldes. Zudem wollen die Anleger künftig einige Geldinstitute „nicht mehr in Betracht ziehen“. Da die Sparkassen sowie die Volks- und Raiffeisenbanken mit drei Prozent Vertrauensverlust bei den Spitzenverdienern davon nur gering betroffen sind, besteht die Gefahr bedeutender Mandatsverluste vor allem für die großen deutschen und internationalen privaten Geldinstitute. Denn die Deutsche Bank und UBS mussten 18 Prozent, die Dresdner Bank 15 Prozent, die Credit Suisse 12 Prozent und die Commerzbank neun Prozent Vertrauensverlust hinnehmen. Hinzu kommen wiederum neun Prozent der Spitzenverdiener, die angeben, den „Großbanken generell weniger zu vertrauen“.
Dieses Ergebnis berge zugleich eine enorme Chance für kleine Privatbanken wie das Bankhaus Metzler, M.M. Wartburg, Reuschel oder Sal. Oppenheim, sagt Jossé. Denn sie seien vom Vertrauensverlust praktisch nicht betroffen: „Diese Institute können jetzt jene gut situierten Anleger erreichen, die auf der Suche nach neuen Partnern in der Vermögensverwaltung sind.“ Das sei aber nur durch entsprechende Kommunikation möglich, denn der Anleger habe es nicht nötig, einem Bankhaus hinterher zu laufen. „Die großen Institute müssen dagegen verstärkt kommunizieren, dass sie aus der Krise gelernt haben“, sagt Jossé, „nur so können sie unzufriedene Kunden halten.“
Das Frankfurter Institut für Markencontrolling BrandControl befragt seit August 2006 zweimal jährlich 1.000 Personen der oberen drei Prozent der Einkommenspyramide, die über mindestens 100.000 Euro Jahreseinkommen verfügen und damit zur Zielgruppe des Private Banking und Wealth Management zählen. Neben der Struktur sowie dem Medien- und Informationsverhalten dieser Personen werden vor allem die Einstellungen zu den Banken, deren Reputation und das Vertrauen der Anleger in die verschiedenen Institute hinterfragt.









