(openPR) Der im Libanon geborene Komponist und Saitenvirtuose Mahmoud Turkmani besuchte vor einigen Jahren den Jahreskongress für klassische arabische Musik in Kairo. Als er sich dort für Veränderungen der konventionellen Formen arabischer Musik aussprach, wurde er als "Ya Sharr Mout" beschimpft. Turkmani fühlte sich durch die Feindseligkeit seiner Kollegen verletzt und Worte begannen in seinem Kopf zu rotieren: Aus "Ya Sharr Mout" ("Hurensohn") wurde "Ya Sharr, Mout!" ("O Übel, stirb!"). Die Idee, mit Wörtern zu experimentieren, besonders mit Wörtern, die die Tabus der arabischen Welt betreffen, begann ihn zu faszinieren. Bald tat er sich mit dem Schweizer Videokünstler Michael Spahr zusammen, der das Spiel mit den arabischen Wörtern in kalligrafische Bilder von berührender Schönheit übersetzte. Und die Idee eines Ensemblewerks war geboren: "Ich begann nach einem ähnlich verspielten System zu komponieren", sagt Turkmani. "Ich bereitete einige meiner alten Kompositionen neu auf, spielte die Melodien rückwärts oder veränderte die Reihenfolge der Noten." Mit klassischen arabischen Musikern, mit Texten der kritischen Poetin Nadia Tuéni (1935-1983) und mit Spahrs Videokunst als Live-Zutat machte Turkmani "Ya Sharr Mout" zu einem Multimedia-Ereignis, das sich gegen jede Form von ideologischer oder religiöser Engstirnigkeit richtet. Ein Jahr lang wurde Turkmani von der Filmemacherin Sabine Gisiger und ihrem Team begleitet, die die Entwicklung des audiovisuellen Projekts verfolgten. Gisigers Film erzählt die Geschichte dieser Musik -- Komposition, Proben, Aufführung --, aber auch die Geschichte von Turkmanis Leben. Turkmani wuchs in zwei gegensätzlichen Kulturen auf. Seine gründliche Kenntnis zweier musikalischer Systeme ließ ihn Berührungspunkte erforschen, die über eine oberflächliche "Fusion" weit hinausgehen. Immer wieder fragte er sich: Kann man die modale Klangwelt der Maqamat und das westliche Tonsystem kombinieren? Wie können komplexe arabische Rhythmen ein Werk der Neuen Musik tragen, ohne in billigen Arabismen stecken zu bleiben? Regisseurin Gisiger sagt: "Der Film lädt das Publikum ein, genau hinzuhören und hinzusehen. Das scheint mir wichtig in einer Zeit, in der zwischen Orient und Okzident Hass und Unverständnis regieren." -- "Ya Sharr Mout" (die Musik, die audiovisuelle Präsentation, der Film) ist eine Reise auf der Suche nach mehr Verständnis zwischen Ost und West.













