(openPR) Am Sonntag, den 5. Oktober findet im Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen bereits zum fünften Mal ein Tag der alten Haustierrassen statt.
Das Oberpfälzer Freilandmuseum unterscheidet sich von den meisten anderen Museen seiner Art dadurch, dass es eine ganzheitliche Darstellung der Lebens-, Wirtschafts- und Arbeitsformen der ländlichen Vergangenheit anstrebt. Dazu gehört natürlich auch das liebe Vieh und viele Besucher sind begeistert von den alten Haustierrassen, die das Museum beleben. Am 5. Oktober werden zusätzlich noch viel mehr Tiere im Museum zu besichtigen sein. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter Haustierrassen e.V. stellt sich an diesem Sonntag vor und bringt ihre seltenen und kostbaren Tiere mit.
Die GEH wurde 1981 gegründet mit dem Ziel, letzte vorhandene Tierbestände aufzuspüren, Erhaltungsmaßnahmen zu initiieren, Tierhalter zu informieren und zu koordinieren. Seit einigen Jahren gibt es auch eine Regional-Gruppe Niederbayern/Oberpfalz, deren Mitglieder mit dem Museum zusammen den Tag veranstalten.
Seit dem Ende des 2. Weltkrieges gab es eine starke Veränderung im Bereich der Nutztierhaltung. Der Großteil der heutigen Tierbestände setzt sich aus wenigen Hochleistungsrassen zusammen. Eine Vielzahl von alten Rassen ist ausgestorben oder nur noch in kleinen Restbeständen vorhanden. Im 19. Jahrhundert gab es beispielsweise in Bayern noch 35 Rinderrassen – heute sind es nur noch 5.
Die alten Rassen sind das Ergebnis eines langen Entwicklungsprozesses, über Generationen und Jahrhunderte gezüchtet, und prägen ihr Verbreitungsgebiet in vielfältiger Weise. Sie sind damit ein zu schützendes Kulturgut, ähnlich wie Baudenkmäler und Kunstwerke.
Früher, und das kann man im Museum besonders gut nachvollziehen, lebten Mensch und Tier meist unter einem Dach und hatten auf jeden Fall eine viel engere Beziehung zueinander. Die Haustiere mussten möglichst vielseitigen Anforderungen gewachsen sein. Rinder, zum Beispiel, wurden vor den Pflug gespannt, mussten Milch geben und Fleisch, die Haut wurde zu Leder weiterverarbeitet, ebenso wie die Knochen und Hörner eine andere Verwendung fanden. Deshalb haben die alten Haustiere gegenüber unseren heutigen Tieren manche Vorteile. Sie haben eine gute Konstitution, sind sehr fruchtbar und meist gute Mütter. Sie sind gegen Krankheiten widerstandsfähig und ihre Produkte sind von hoher Qualität.
Einen besonders großen Raum nehmen am Tag der alten Haustierrassen die verschiedenen Schafrassen ein, aber auch Kaninchen gehören zu den ausgestellten Tieren. Als besondere Attraktion wird ein Kaninchennest mit acht Jungen zu sehen sein. Zu den besonders seltenen Rassen zählt auch das Wollschwein oder das Schwäbisch-Hällische Schwein. Außerdem stellt sich das neugegründete Thüringer-Waldziegen-Projekt der GEH-Regionalgruppe Oberpfalz/Niederbayern vor. Dieses Jahr können auch wieder Enten, Gänse. Hühner Tauben und Puten ausgestellt werden, denn die Seuchengefahr ist zum Glück gebannt. Ein besonders hübscher Bronzeputer hat noch keinen Namen und wir bitten die Kinder an diesem Tag einen Namen für ihn zu suchen.
Neben den museumseigenen süddeutschen Kaltblutpferden sind auch die seltenen Huzulen und Koniks zu sehen, Pferde, die aus den Steppen Osteuropas kommen. Ein Esel gesellt sich dazu und erinnert daran, dass früher viele Lasten, vor allem wenn sie über das Gebirge transportiert wurden, von diesen geduldigen Tieren getragen wurden. Wenn alles klappt, wird auch eine Kaninchenmutter mit ihrem Nachwuchs zu sehen sein.
Die alten Haustierrassen sind aber nicht nur etwas für Spezialisten und Liebhaber, sondern sind auch heute noch von großem Nutzen. Im Kainsbachtal, in der Nähe von Tännesberg, wurde mit Hilfe des Landesbundes für Vogelschutz eine Rotviehherde zur Pflege einer ökologischen Grünlandfläche angesiedelt, um so auch den Landwirten eine alternative Einkommensmöglichkeit zu verschaffen. Auch dieses Projekt wird am Tag der alten Haustierrassen vorgestellt. Außerdem gibt es allerhand Schmankerl. Es ist nämlich so, dass man die alten Haustierrassen nur erhalten kann, wenn sie auch konsumiert werden. Kulinarisches gibt es auch vom Lamm. Von Kaninchen und Schafen werden Produkte vorgestellt, die aus dem Fell gemacht werden. Gefilztes, Gestricktes und Gegerbtes wird vorgestellt und natürlich auch verkauft.
Besonders schön ist dieser Tag für die Kinder. Da kann man einiges über die artgerechte Haltung von Kleintieren erfahren und Kaninchen oder Meerschweinchen streicheln oder auf den Arm nehmen. Als besondere Attraktion gibt es in diesem Jahr ein Kaninchenroulette, bei dem man Preise gewinnen kann und wie an jedem ersten Sonntag im Monat können Kinder alte Spiele ausprobieren. Ein polnisches Kaltblutpferd und zwei Kaltblutpferde ziehen Kutschen, in der Kinder gerne mitfahren. Auch das Pony-Reiten macht sicher viel Spaß. Außerdem darf jedes Kind beim GEH -Luftballonwettbewerb mitmachen.
Auch die alten Kinderspiele werden an diesem Sonntag wieder angeboten. Die Kinder können zwischen Schussern, Kegeln und Windradl basteln auswählen.
Außerdem ist auch an diesem Tag um 14 Uhr wieder der venezianische Kaufmann unterwegs und unterhält sich mit interessanten Leuten vom Lande. Die abergläubische Magd, der hilfsbereite Zisterzienser und der aufmüpfige Bauer lassen die Geschichte des ausgehenden Mittelalters lebendig werden. Die Führung kostet für Erwachsene 10,-€, für Schüler, Jugendliche und Studenten 8 €. Kinder bis 12 Jahre sind frei. Anmeldungen werden gerne entgegen genommen vom Oberpfälzer Freilandmuseum, Tel 09433 2442 0.
Der Museumseintritt ist im Preis für die szenische Führung selbstverständlich enthalten
Die Teilnahmekarten für den venezianischen Kaufmann eignen sich auch sehr gut als Geschenkgutschein.
Der Bäcker beim Schallerhof wird in diesem Jahr nicht nur sein gutes Brot sondern auch Kaffee und Kuchen anbieten.













