(openPR) „Frauen in der Informatik“ heißt das neue Dossier auf frauenmachenkarriere.de, das in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. entstanden ist. Das Dossier zeigt, in welchen verschiedenen Bereichen Informatik heute eine Rolle spielt, stellt IT-Berufsfelder vor und porträtiert Frauen, die sich in den IT-Berufen durchsetzen.
Informatik ist nicht „Computerwissenschaft“, sondern ein vielseitiges Fach mit vielen Anwendungsmöglichkeiten – von der klassischen Software-Entwicklung, über Sprach- und Bildverarbeitung bis zur Ökosystem-Modellierung. Nach den schwierigen Jahren zwischen 2000 und 2002 entwickelt sich die IT-Branche inzwischen wieder positiv. Kaum ein Fachgebiet kommt mittlerweile noch ohne Informatik aus, so der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM): Die Umsätze und Gewinne in der deutschen Informatik-Branche steigen, Fachkräfte sind gesucht und auch die Gehälter steigen.
Trotz der guten Perspektiven sind Frauen im Bereich Informatik selten anzutreffen. Und: Entgegen der Branchenentwicklung ist der Frauenanteil laut Bundesagentur für Arbeit sogar rückläufig. Im Jahr 2007 gab es nur noch 17 Prozent Studienanfängerinnen in informatikrelevanten Studiengängen und rund 9 Prozent weibliche Auszubildende in IT-Berufen. Viele Hochschulen in Deutschland sprechen junge Frauen sogar gezielt an: In Bremen gibt es beispielsweise seit 2000 einen Frauenstudiengang Informatik. Die Bremer Hochschule hat es so geschafft, den Frauenanteil an der Informatik-Fakultät dauerhaft von unter 10 auf 20 Prozent zu erhöhen. Monoedukativer Unterricht, also Unterricht in Frauengruppen, wird dabei aber nicht „als Allheilmittel, sondern als ein Erfolgsfaktor neben anderen verstanden“, so Heide-Rose Vatterrott, Professorin für angewandte Informatik und Leiterin des Studiengangs, im Interview mit frauenmachenkarriere.de. Wesentlich für den Erfolg solcher Studienangebote seien auch Internationalität und Praxisbezug, die Qualität der Lehre und eine intensive Betreuung der Studierenden, betont sie.
Ein Informatikstudium ist aber keine Pflicht, um in der IT-Branche zu arbeiten. Michele Fust macht bei der Deutschen Telekom AG eine Ausbildung als IT-Systemelektronikerin. Für sie spielt es keine Rolle, dass sie eine der ganz wenigen weiblichen IT-Auszubildenden ist. „Wenn meine männlichen Kollegen sehen, dass ich ebenso gut arbeite, werde ich mit Respekt behandelt und mir wird genau so viel zugetraut“, sagt sie. Sie würde junge Frauen ermutigen, ebenfalls einen IT-Beruf zu ergreifen. Mathematisch-physikalisches Grundverständnis und Interesse an diesem Bereich sollte man aber auf jeden Fall mitbringen.
Als eine der ersten Informatik-Studentinnen an der Universität Saarbrücken machte sich Sissi Closs schnell selbstständig. Heute ist die Firmenchefin auch Professorin für Informations- und Medientechnik an der Fachhochschule Karlsruhe. Mädchen und jungen Frauen, die sich für die Arbeit als Informatikerinnen interessieren, rät Sissi Closs, sich frühzeitig um Praktika zu bemühen.
Abgerundet wird das Dossier mit ausführlichen Link- und Literaturtipps zur Informatik allgemein sowie Frauen in der Informatik, zu Informatik-Studiengängen und IT-Ausbildungsberufen.
Das Dossier finden Sie unter: http://www.frauenmachenkarriere.de/Brancheninformationen/Technik_und_IT/hidden/dossier_informatikerinnen
Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch beim Kompetenzzentrum Technik–Diversity-Chancengleichheit e.V. unter: www.kompetenzz.de





