(openPR) Deutschland erlebt momentan einen Stiftungsboom. Nach Ansicht des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen ist dies vor allem auf ein vermehrtes stifterisches Engagement von Frauen zurückzuführen. Das neue Dossier auf frauenmachenkarriere.de stellt Stifterinnen und ihre Arbeit vor.
In den letzten 15 Jahren sei der Anteil bei den Stiftungen, die allein von Frauen gegründet wurden, um 50 Prozent gestiegen, so der Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, Dr. Hans Fleisch: „Die Wirkung der Gleichstellung der Frau ist im Stiftungswesen angekommen.“ Der StiftungsReport 2007 des Verbandes widmet deshalb ein komplettes Kapitel dem Thema. Bis in die 1990er Jahre wurden Stiftungen überwiegend von Männern gegründet, was auf das damals eindeutig männlich geprägte Unternehmertum zurückzuführen ist. Seitdem hat die Entwicklung der Gleichberechtigung allerdings das Profil von Stiftenden verändert, so dass heute die Mehrzahl der 14.401 rechtsfähigen Stiftungen in Deutschland allein oder mit von Frauen errichtet werden.
Die Stiftungsgründe sind dabei so verschieden wie die Lebensläufe der Stifterinnen und Stifter selbst. Es gibt Stiftungen für soziale Belange, für die Förderung von Wissenschaft und Kunst, für Religion oder Sport. Männer stiften gerne im Bildungsbereich, Frauen auf sozialer Ebene. Nach Beobachtung der Rechtsanwältin Ulrike Helkenberg, die sich auf Stiftungsgründungen spezialisiert hat, ist auch die Motivation zur Stiftung bei Frauen eine andere als bei Männern: „Als Tendenz habe ich festgestellt, dass bei Männern oft im Vordergrund steht, dass ihr Name am Leben erhalten bleibt – insbesondere wenn es keine Nachkommen gibt. Nach meiner Erfahrung ist Frauen der Namenserhalt weniger wichtig. Ihre Motivation liegt eher darin, finanzielle Mittel für sinnvolle Projekte einzusetzen.“ Natürlich gäbe es auch Fälle, auf welche diese Beobachtungen nicht zuträfen, ergänzt Helkenberg.
Einige Stiftungen richten sich ausdrücklich nur an Frauen. In der Regel wollen sie Frauen und Mädchen politisch, ökonomisch, sozial, kulturell oder rechtlich stärken. So wie die Frankfurter Stiftung „maecinia“ – von Eva Brinkmann to Broxten gegründet, um die Präsenz von Frauen auf wissenschaftlichem und kulturellem Gebiet zu unterstützen. Für sie war es eine bewusste Entscheidung, dass aus ihrer Stiftung nur Frauen profitieren sollen, denn ihrer Auffassung nach sind es immer noch Männer, die den Löwenanteil von öffentlichen und privaten Fördermitteln einstreichen. Im Dossier „Frauen gründen anders“ können Sie das komplette Porträt der Stifterin lesen. Zudem finden Sie dort Linktipps und einen Überblick über regionale Stiftungsaktivitäten.




