(openPR) »Bücher gehören nicht ihren Autoren. Bücher gehören nicht ihren Verlagen. - Bücher gehören ihren Lesern: Meine Bücher gibt es deshalb nicht nur als Paperback in jeder guten Buchhandlung oder mit einem Klick bei Amazon - sondern als E-Books auch gratis unter Creative Commons License.«
Olaf Trunschke, Schriftsteller und Dozent für digitale Medien, dessen viertes Buch in Kürze erscheint, veröffentlicht nicht nur auf klassische Weise. - Seine Texte sind im Netz frei verfügbar, dürfen ungehindert kopiert und von jedermann unter Freunden und Gleichgesinnten frei verteilt werden.
»Früher, als Bücher in den Skriptorien noch mühevoll von Hand abgeschrieben wurden, hatte ein Buch viele Leser. Bücher waren rar und teuer: Um einen bestimmten Text lesen zu können, mussten Buch oder Leser oft eine unbequeme Reise in Kauf nehmen.
Gutenbergs Kopiermaschine veränderte alles: Gedrucktes konnte kaufen, wer Geld hatte. Jeder Käufer besaß sein Buch. Ein Buch, ein Besitzer. - Die Revolution in Blei erschuf die Ware Buch und der freie Markt war ihr Heldenplatz. Aber wenn Gedanken zu Waren werden, brauchen sie Wächter: Patent und Copyright heißen ihre Werkzeuge.
Computer sind Maschinen zum Erzeugen von Kopien: Im Datennetz genügt ein Buch - jederzeit verfügbar, niemals ausgeliehen: Lektüre für alle. Jedem sein Buch.
Das Urheberrecht ist ein Fossil des vergangenen Jahrhunderts. Längst haben Alltag und Kunst die alten Grenzen zum Einsturz gebracht: Musik, Video, Text bedienen sich skrupellos bei den Ahnen. Samplen und Remixen - eine Copy & Paste Culture. Das Clipboard ist das Maß aller digitalen Dinge.«
Aber Olaf Trunschke verzichtet keineswegs auf seine Rechte. So ist die kommerzielle Nutzung verboten: Wer mit den frei verfügbaren Werken Geld verdienen will, braucht die Zustimmung des Autors. - Möglich wird das durch eine besondere Form der Lizenz: Creative Commons. - Idee und Konzept des modulartigen Systems wurden 2001 in den USA entworfen und seither ständig weiterentwickelt, zum Beispiel auch an deutsches Recht angepasst.
»Ich selbst benutze für meine Arbeit freie Software. Ich recherchiere für meine Bücher in frei nutzbaren Quellen. Meinen Studenten vermittle ich, dass Wissen eine Macht ist, die nicht in vereinzelte Hände gehört. - Das sollte auch für Musik, Literatur und Film gelten ...
Es geht nicht um arme Künstler und böse Piraten. - Der Kampf um Urheberrechte ist ein Scheingefecht. Es geht darum, wer die Informationsströme lenkt und kontrolliert. Oder anders: wer künftig die Macht hat. Es geht um die Entscheidung: Informations-Demokratie oder digitale Diktatur.«
Zum Autor:
Olaf Trunschke, geboren 1958 in Radebeul bei Dresden, war Chemiker, später Lektor und Werbetexter. 1990 gründete er einen der ersten ostdeutschen Privatverlage, wo er ab 1993 Software für Elektronisches Publizieren entwickelte. Heute arbeitet er als freier Autor und Designer für digitale Medien. Parallel dazu hat er Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen. Außer Prosa (»Das Menschen-Museum« 1989, »Der Brandenburger Tor« 2007, »Die Geometrie der Träume« 2008) veröffentlichte er bisher vor allem Aphorismen und Gedichte. Im Oktober erscheint bei amok:books: »Schöne Bestien« - sein viertes Buch. Der Autor lebt in Berlin.













