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Barter – Ein Weg aus der Krise

(openPR)  

Immer mehr Unternehmen und Privatpersonen wenden sich dem Zahlungssystem „Barter“ zu. Der Begriff „Barter“ kommt aus dem Amerikanischem und bedeutet Tausch oder Austausch, also die Zahlungsabwicklung ohne Geld.

 


Erhöhter Wettbewerbsdruck, Konsum-Zurückhaltung, stagnierende Umsätze, reduzierte Erträge, Kostensteigerungen, Rating von Unternehmen und damit verbundene Kreditkürzungen belasten derzeit insbesondere Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU) überproportional.

 

Das bestehende Geld- und Wirtschaftssystem zwingt Unternehmen zu permanentem Wachstum, doch Geschäfte kommen nicht von allein. Mundpropaganda ist zwar ein Weg um neue Kunden zu gewinnen, sie reicht jedoch in vielen Fällen nicht aus, um das notwendige Wachstum sicherzustellen. Die meisten Branchen klagen über die wirtschaftlichen Probleme. Verlage und Medienunternehmen verzeichnen Beispielsweise erhebliche Rückgänge im Anzeigengeschäft, da die Kunden kein Geld für Werbung ausgeben – eine Negativentwicklung die sich sofort wieder in Umsatzrückgängen bei den KMU niederschlägt.

 

Den Unternehmern und deren Berater fehlt die Kreativität und die Kenntnis zu neuen Marketinginstrumenten – wie z. B. Barter. Die Wirtschaft hat nicht geschlafen? Unternehmen sind optimiert bis ins letzte Detail. Dennoch wird es für alle zunehmend schwieriger, immer nach dem preisgünstigsten Angebot den Vertrieb zu organisieren.

 

Unsere Wirtschaft ist äusserst belastet und benötigt dringend neue Impulse damit wieder eine hinreichende Steigerungsrate erreicht und die bestehende Arbeitslosigkeit deutlich abgebaut werden kann.

 

 

Wie funktioniert Barter ?
 

Das Prinzip ist ganz einfach: KMU und Privatpersonen sind in einem Barter-Club angeschlossen. Der Barter-Club berechnet den Mitgliedern eine Jahresgebühr und eine Aufwandsentschädigung auf Basis der getätigten Geschäfte, die je nach Barter-Club sehr unterschiedlich sein können.

 

Jedes Mitglied erhält durch die Teilnahme ein Verrechnungskonto und wird mit seinem Angebot und Nachfragen im System erfasst. Die Barter-Organisation bringt im Pool Angebot und Nachfrage zusammen und vermittelt aktiv die Geschäfte zwischen den Mitgliedern. Die Zahlung erfolgt ganz oder teilweise über das Verrechnungssystem der Barter-Organisation indem der Verkäufer, anstatt Geld auf dem Barterkonto eine Gutschrift, der Käufer die Belastung erhält.

 

Bis dahin ist vergleichbar zum „normalen“ Geschäft alles gleich -Angebot, Nachfrage, Preisverhandlung, Kaufentscheidung, Rechnungsstellung und Zahlung.

Der Verkäufer erhält im Bartersystem kein Geld sondern auf seinem Barterkonto eine Gutschrift, die wiederum durch Einkäufe bei anderen Mitgliedern des Bartersystems verbraucht werden muss. Der Käufer hingegen erhält den Betrag auf seinem Konto belastet und gleicht die Verbindlichkeit wiederum durch Lieferungen an irgend ein anderes Mitglied im Barter-Club aus.

 

Kauf und Verkauf muss nicht zum selben Zeitpunkt geschehen. Führt der Teilnehmer sein Konto im Soll – wird also vor einer Lieferung erst gekauft, ist dies zuvor beim Barter-Club zu beantragen und muss genehmigt werden. Danach verpflichtet sich der Teilnehmer den Sollsaldo binnen 365 Tagen auszugleichen. Da der Barter-Club nicht mit Geld arbeitet und sich hierdurch nicht refinanzieren muss, erhält der Teilnehmer das Zahlungsziel zinslos zur Verfügung gestellt. Da das Barterkonto wie ein Girokonto funktioniert ist es nicht erforderlich, dass die Beträge der jeweiligen Ein- und Verkäufe identisch sind. Die Berechnung erfolgt nach der FIFO-Methode.

 

Das Prinzip des Barter-Zahlungssystemes ist mit den Kreditkartensystemen vergleichbar. Ein wesentlicher Vorteil jedoch ist, dass die angeschlossenen Mitglieder zusätzliche Geschäfte realisieren und neue Kunden gewinnen und kein Geld fliesst.

 

 

Wo liegt der Nutzen ?
 

Firmen, die einem Barter-Club beitreten, tun das nur selten, wie man vermuten könnte, um damit Liquiditätsengpässe aus dem Weg zu gehen. Auch steuerlich bringt das Bartergeschäft keinen Vorteil, da die Umsätze in den Barter-Organisationen mit Marktpreisen bewertet und verrechnet werden. Man kann damit weder Umsatz- noch Einkommensteuer sparen, wie es vielleicht bei privaten Tauschgeschäften möglich wäre. Finanztechnisch, buchhalterisch und steuerrechtlich funktioniert ein Barter-Geschäft wie ein Geldgeschäft.

 

Der Grund, weshalb sich weltweit so viele Unternehmen und Privatpersonen für Barter interessieren, ist viel einfacher:

 

Die Mitgliedschaft in den Barter-Clubs bringt

 


Zusatzgeschäfte
neue Kunden
Auslastung freier Kapazitäten
Erschliessung neuer Märkte
Reduzierung von Forderungsausfällen
erleichtert die Eintreibung von Aussenständen
schont und erhöht die Liquidität
Vermarktung von Restbeständen und Saisonüberhängen
Erschliessung neue Lieferantenquellen
unabhängigeres Arbeiten und Handeln von Banken
 

Besonders für KMU, die sich keine aufwendige Marketing-Kampagnen leisten können, ist der Kontakt über die Barter-Clubs oft eine der billigsten Arten der Werbung.

 

Wenn die Mitgliedschaft erst einmal aktiviert wurde, florieren die Geschäfte meist sehr schnell. Denn jeder Teilnehmer muss bestrebt sein, die Guthaben möglichst schnell wieder durch Einkäufe aufzubrauchen. Schliesslich bringen die Barter-Guthaben im Barter-Club keine Zinsen, sodass man sie hauptsächlich bei grösseren Beträgen nicht länger ungenutzt stehen lassen will. Dank der kontinuierlichen Geschäfte aber können die Mitglieder darauf vertrauen, dass die Nachfrage nach ihren Leistungen nur selten ins Stocken gerät. Besonders für kleinere Firmen – etwa im Baugewerbe – ist diese Stetigkeit wichtig. Dank der Bartergeschäfte können sie darauf bauen, dass ihre Betriebe auch in schwach ausgelasteten Zeiten gleichmässiger ausgelastet werden.

 

Überlegen Sie einmal – welchen Aufwand muss ein Unternehmer betreiben um neue Kunden zu gewinnen oder freie Kapazitäten besser auszulasten ? Im Barter-Club ist das recht einfach, da garantiert ist, dass jeder Einkaufsumsatz letztlich wieder zu einem zusätzlichen Verkaufsgeschäft führt.

 

Ein besonderer Vorteil der Barter-Clubs im Vergleich zum Cash-Geschäft ist, dass die einmal generierten Umsätze im Pool verbleiben und dadurch kontinuierlich die angeschlossenen Mitglieder davon profitieren.

 

 

Barter-Clubs weltweit
 

Weltweit bestehen derzeit ca. 700 professionelle Barter-Clubs in den Bereichen Corporate Barter und Trade Exchange. Hiervon sind ca. 100 in Europa und 450 in Nord- und Südamerika tätig, die insgesamt ein Volumen von ca. 20 Milliarden US-Dollar abwickeln.

Nimmt man das Tauschvolumen aus weiteren Bartergeschäften, wie Kompensationen, Offset, Buyback oder Inhousebarter hinzu, so summiert sich das Volumen auf stolze 600 Milliarden US-Dollar.

 

Die WTO beziffert das Handelsvolumen der Bartergeschäfte auf ca. 15% des Welthandelsvolumens.

 

Unter www.barterportal.net sind vielfältige Informationen zu Barter, Kooperationen, Verbänden und den Barter-Clubs abrufbar.

 

 

IRTA – International Reciprocal Trade Association (www.irta.com) wurde als Verband für die Barter-Industrie 1979 in den USA gegründet. IRTA vereinigt derzeit ca. 250 Barterorganisationen weltweit und gliedert sich in drei Chapter (Austral-Asien, Europa und Nord-/Südamerika). Die weltweit führenden Barterorganisationen sind Mitglied der IRTA.

Die derzeit 23 Mitglieder in Europa sind mit ihrem Barter-Clubs in 25 europäischen Staaten vertreten und treffen sich regelmässig zum Geschäfts und Erfahrungsaustausch.

Die der IRTA angeschlossenen Barter-Clubs verpflichten sich zur Einhaltung der Codes of Ethics und garantieren im Falle einer Insolvenz eines Barter-Clubs die Weiterführung des Pools und ggf. die Übernahme durch eines der angeschlossenen Mitgliedsunternehmen, damit die Teilnehmer kein Risiko haben.

 

Verschiedene Barter-Clubs sind auch Grenzüberschreitend tätig. EBB-Euro Barter Business (www.ebb-online.com) mit Hauptsitz in Baden-Baden ist mit 9 Landeszentralen überwiegend in Europa tätig und betreibt mit dem EBB-International Clearinghouse die grösste Verrechnungsstelle mit 110 angeschlossenen Barter-Clubs. Hierdurch haben die Teilnehmer Geschäftsmöglichkeiten in 35 Ländern mit über 150.000 angeschlossenen Mitgliedern und einem Umsatzvolumen von ca. 4.000.000.000,-- USD.  

 

Bartercard (www.bartercard.com) ist derzeit die grösste australische Barterorganisation mit weiteren Zentralen in 15 Ländern im mittleren Osten und des asiatischen Raumes.

 

Die führenden amerikanischen Barterorganisationen sind Active International (www.activeinternational.com), BXI (www.bxi.com) oder ITEX (www.itex.com) sowie Intagio (www.intagio.com).

 

Der grösste und älteste Barter-Club WIR besteht seit 1934 in der Schweiz. WIR wurde als WIR-Wirtschaftsring e.G. gegründet und wurde 1996 in WIR-Bank e.G. (www.wir.ch) umbenannt. Mit über 87.000 Konten und einem Umsatzvolumen von ca. 4.000.000.000 Schweizer Franken, davon ca. 1,7 Mrd. SFR über Barter, agiert WIR ausschliesslich in der Schweiz. WIR sieht ihre Hauptaufgabe die „Solidarität und Selbsthilfe“ der gewerblichen KMU gegen die Wirtschaftsmacht der Grossindustrie und der Warenhausketten zu stärken. Daher sind letztere auch von der Mitgliedschaft bei WIR ausgeschlossen.

 

In Deutschland sind derzeit 4 Barterfirmen aktiv: BCI-Barter Clearing & Information GmbH, Wien (www.bci-biz.com), BLV-Barter Logistik Verbund, Berlin (www.barterlogistik.de), Barter Trade Logistik GmbH, Chemnitz (www.btl-net.de), EBB-Euro Barter Business Deutschland GmbH, Baden-Baden (www.ebb-online.com).

 

 

Ursprung des Bartern in Deutschland
 

Die Funktion des Bartern oder Bartering ist so alt wie die Menschheit.

Vor dem Geld gab es schon immer den Tausch. Nur waren Tauschgeschäfte früher immer sehr kompliziert, denn im bilateralen Tausch (auch Kompensationsgeschäft genannt) war es immer notwendig, dass die beiden beteiligten Geschäftspartner auch die Waren oder Dienstleistungen des Anderen benötigten.

Es dauerte viele Jahrzehnte um „Geld“ einzuführen und kaum jemand kennt heute die immensen Probleme des Geldsystemes.

 

Wenige, die den Begriff Barter kennen, interpretieren häufig Bartergeschäfte mit fehlender Liquidität oder Geschäften mit dem Ostblock.

Leider kennen Unternehmensberater, Marketingspezialisten oder Rechtsanwälte und Steuerberater nicht einmal den Begriff und kennen längst nicht die vielfältigen Vorteile des Bartergeschäfts.

 

Die Ursprünge des organisierten Bartergeschäfts liegen in Deutschland, wo 1928 in der Region Erfurt der WÄRA, als Vereinigung zur Bekämpfung von Absatzstockung und Arbeitslosigkeit, gegründet wurde. Da es noch keine Verrechnung über Computer gab, erhielten die Mitglieder Warengutscheine, die sie zum Einkauf bei anderen Mitgliedern nutzen konnten. Der WÄRA basierte gedanklich auf den Theorien des Wirtschaftsautoren Silvio Gsell, der das ängstliche Horten von Geld als eine der Hauptursachen der damaligen Wirtschaftskrise ansah. Jeden Monat wurden die Gutscheine ein Prozent weniger wert, so dass die Mitglieder der WÄRA gezwungen waren, ihre Guthaben möglichst schnell wieder in Waren oder Leistungen einzutauschen.

 

Das System brachte schon in seinen Anfängen erstaunliche Erfolge: In mehreren kleineren Orten, die ganz auf WÄRA-Gutscheine umgestellt hatten, stieg innerhalb kürzester Zeit die Nachfrage, die Wirtschaft wurde angekurbelt und die Arbeitslosigkeit nahm ab.

 

1929 gründete der Bürgermeister Michael Unterguggenberger der Gemeinde Wörgl in Tirol einen Barter-Club. Die hohen Aussenstände der Gemeinde (Steuern und Abgaben) zwangen den Bürgermeister neue Wege zu gehen, da die Schuldner kein Geld hatten um Aussenstände zu begleichen. Die Gemeinde konnte notwendige Investitionen nicht durchführen, da die Einnahmen nicht gesichert waren. So druckte die Gemeinde  Verrechnungs-Gutscheine im Wert von damals 30.000 ÖS und akzeptierte die Gemeinde die Zahlungen über das Verrechnungssystem. Die Schuldner beglichen sofort ihre Aussenstände und die Gemeinde konnte die notwendigen Investitionen tätigen. Innerhalb von nur neun Monaten wurden die Verrechnungsgutscheine 464 Mal umgesetzt und so ein Umsatzvolumen von 13.920.000 ÖS geschaffen.

 

Das Prinzip der WÄRA und des Wörgl Barter-Clubs wurde weltweit bekannt, viele Gemeinden wollten das System übernehmen. Leider wurden 1931, im Zuge der Notverordnungen die Tauschgeschäfte generell verboten.

Im Ausland kopierte man die deutsche Idee des organisierten Tauschhandels – nicht zuletzt beim schweizer WIR-Wirtschaftsring, der wiederum die amerikanischen Barter-Clubs inspirierte.

 

Erst vor wenigen Wochen haben sich 15 hochrangige Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern unter der Leitung von Dr. Dr. Stefan Brunnhuber, im Namen der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Wien) zu ihrem ersten Meeting in München getroffen um alternative Zahlungssysteme und deren Nachhaltigkeit zu untersuchen. In den bieden kommenden Meetings wird ein Bericht erarbeitet, der der Akademie sowie dem Club of Rome und der Europäische Union als Grundlage dienen soll.

 

 

Vorteile und Beispiele

 

Die Vorteile der angeschlossenen Mitglieder liegt auf der Hand. Im Regelfall kann ein Mitglied mit einer Umsatzsteigerung von 10 % rechnen, sofern diese über den Gesamtbetrag als Bartergeschäft akzeptiert werden. Da Bartergeschäfte nur mit variablen Kosten belastet sind, erhöhen sich die Margen und die Teilnehmer erzielen bessere Gewinne. Für jeden, der Bartergeschäfte macht, ist es ein reines Zusatzgeschäft. Daher sind Renditeerhöhungen von 100 % mit nur 10 % mehr Geschäft machbar und zeigen deutlich, dass Bartergeschäfte für jedes Unternehmen ein wichtiges und notwendiges Marketinginstrument darstellt.

 

Jedes Mitglied im Barter-Club hat Bedarf an Konsumprodukten und wird bei entsprechend angeschlossenen Einzelhandelsunternehmen – vom Optiker bis zum Bekleidungsgeschäft einkaufen. Doch nicht nur Konsumprodukte sondern der gesamte Einkauf eines Unternehmens kann auch Bartergeschäfte ausgerichtet werden.

 

Die Liste von möglichen Beispielen ist unendlich. So kann der Hotelier seine ungenutzen Kapazitäten vermarkten, die Modeboutique wird die aktuelle Ware und Restbestände leicht vermarkten, der Produzent investiert in eine Maschine die er letztlich wieder mit Zusatzgeschäften auslastet. Handwerksbetriebe schaffen eine stabilere Kapazitätsauslastung und erhöhen deutlich die Erfolgsquote bei den Angeboten. Automobilhändler vermarkten Neu- und Gebrauchtfahrzeuge.

 

Alle nutzen das Argument: „Kaufst Du bei mir, kauf ich bei Dir.“ Die Barter-Clubs arbeiten nach dem Slogan:“Machen Sie unsere Kunden zu Ihren!“

 

Nutzen Unternehmen Bartergeschäfte, hat dies positive Wirkungen auf Umsatz, Ertrag, Liquidität und den Arbeitsmarkt.

 

 

 

Baden-Baden, 2002-11-13

 

IRTA-International Reciprocal Trade Association

Chapter Europe

Reiner Husemann

Tel: +49 7221 50600

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