(openPR) Sie stören sich am Herbstlaub in Ihrem Garten? Das ist ein bißchen verständlich. Aber mit einem kleinen Perspektivenwechsel gewinnt das Falllaub einen neuen Wert. Die Redaktion von Gartenberatung.info erklärt, weshalb es sich lohnt, den bunten Blättern mit Gleichmut zu begegnen.
Jetzt fallen sie wieder. Langsam aber stetig gleiten Blätter von Bäumen, legen sich auf Staudenbeete und Rasen, Bürgersteige, Zufahrten. Die Natur bereitet sich auf den Winter vor. Manch einem Gartenbesitzer ist das schon zuviel geworden, und zornig hat er sich von Laubgehölzen getrennt und sie - wenn überhaupt - durch Koniferen ersetzt. Aber ist das wirklich die einzige Antwort auf das vermeintliche auf fallende Blätter? Denn die Laubgehölze bereiten sich nicht nur auf den Winter vor, wenn sie sich von ihrem Laub trennen. Gleichzeitig ist schon die nächste Vegetationsperiode geplant, und das Herbstlaub spielt dabei eine große Rolle.
Während des vergangenen Jahres haben Bäume und Sträucher dem Boden Nährstoffe entzogen und in ihren Blättern gespeichert. Mit dem Abbau des Chlorophylls (und der damit einhergehenden Herbstfärbung) werden diese Nährstoffe wieder zurück in Stamm und Wurzel transportiert, um dort den Winter zu überdauern. Viele Stoffe jedoch verbleiben im Blatt und gehen den Gehölzen mit dem Laubfall verloren. Vornehmlich Kalzium (Ca) und Eisen (Fe) rieseln mit den herbstlichen Blättern zu Boden. Da Kalziumentzug jedoch zu Bodenversäuerung führt, schätzen weise Gärtner das Herbstlaub als kostenlose und wichtige Düngung für den Garten. Doch damit sind die Vorteile des wiederverwendeten Herbstlaubs noch nicht ausgereizt. Neben einer allgemeinen Nährstoffgabe für Stauden und Gehölze bieten die alten Blätter auch Humusstoffe zur Bodenaufwertung. Ohne diese Stoffe sind Mikroorganismen und Regenwürmer in ihrer Aktivität vermindert, der biologische Kreislauf wird verlangsamt oder gestört. Eine Mulchdecke aus Herbstlaub bietet außerdem einen erhöhten Schutz gegen Verdunstung und aufkommendes Unkraut. Weiterer Nutzen sind eine verminderte Frostgefahr sowie die Verhinderung von Erosion und Nährstoffauswaschung.
Praktische Herbstlaubverwendung sieht daher so aus: Von Wegen, Plätzen und Rasen sollte das Laub entfernt und anschließend gelagert werden. Dies kann im Kompost oder auf einem separaten Laubhumushaufen geschehen. Auf dem Kompost ist eine Mischung mit anderen Bioabfällen, am besten Grasschnitt und Zweigen, ratsam. Auf Staudenbeeten hingegen sollten die Blätter den Winter über als Schutz liegenbleiben. Gegebenenfalls ist ein niedriger Zaun empfehlenswert, um das Laub auf den Beeten zu halten. Hier kann es bis zum zeitigen Frühjahr verbleiben. Erst wenn die Aufräumarbeiten für das neue Gartenjahr beginnen, sollten die noch vorhandenen Laubreste entfernt und möglichst kompostiert werden. Über die Wintermonate hat der Boden eine Nährstoffzufuhr erfahren, und auch die Mikroorganismen konnten sich gut weiterentwickeln. Für die kommende Vegetationsperiode ist also - ohne großen Aufwand - bereits vorgesorgt.
Durch diese Maßnahmen wird in jedem Garten der natürliche Kreislauf nahezu ununterbrochen erhalten. Dies wird durch Pflanzen belohnt, die frisch gestärkt neu austreiben können. Und das alles, ohne einen Pfennig Geld ausgegeben zu haben.
Text: www.gartenberatung.info
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BU (GB1755): Viel zu schade für die Mülltonne - Herbstlaub von Eiche, Kastanie, Birke und Co.













