(openPR) Wiesbaden, 5. August 2008. Seit dem vergangenen Freitag werden in acht nordrhein-westfälischen Müllverbrennungsanlagen (MVA) Hausmüllabfälle aus Neapel entsorgt. Das nordrhein-westfälische Umweltministerium hatte der italienischen Regierung im Rahmen einer bundesweit abgestimmten Aktion Hilfe bei der Lösung des aktuellen Entsorgungsnotstandes im Raum Neapel zugesagt. Die kommunalen MVA in Bonn, Leverkusen, Köln, Düsseldorf, Wuppertal, Weisweiler, Herten und Kamp-Lintfort werden im Rahmen eines auf die Dauer von zehn Wochen befristeten Vertrags maximal 69.500 Tonnen italienischen Müll entsorgen. Der Vertrag wurde zwischen dem in kommunaler Trägerschaft befindlichen Unternehmen Returo und dem italienischen "Sonderkommissar für den Müllnotstand in der Region Kampanien" geschlossen. Die Mülllieferung ist zwischenzeitlich nach EU-Recht genehmigt worden.
"Die Entsorgung des italienischen Hausmülls stellt aus sicherheitstechnischer Sicht keine Gefährdung für Mensch und Umwelt dar", so Henrik Honerbach, Leiter der Abteilung Arbeitsschutz in der MVA Bonn und Leiter der VDSI-Fachgruppe Thermische Abfallbehandlung. In den vergangenen Wochen waren unter anderem Befürchtungen laut geworden, dass der Müll radioaktiv belastet sein könnte. "Die Abfälle werden sowohl auf italienischer als auch auf deutscher Seite auf radioaktive Verunreinigungen untersucht", erklärt Henrik Honerbach. Darüber hinaus war die Frage aufgetaucht, ob es durch den neapolitanischen Müll zu erhöhten Emissionen kommt. Dies hält Henrik Honerbach für ausgeschlossen: "Der Transport erfolgt zum größten Teil per Bahn, so dass eine erhöhte Feinstaubbelastung nicht zu befürchten ist", so der Experte. "Die acht nordrhein-westfälischen MVA sind darüber hinaus technisch auf dem neuesten Stand. Die Müllverbrennung wird keine schädlichen Emissionen freisetzen." Auch für die in den acht MVA beschäftigten Mitarbeiter werden gesundheitliche Gefährdungen ausgeschlossen. Durch die Mülllieferung aus Italien würden außerdem keine Engpässe bei der Entsorgung in deutschen Städten entstehen.
"Grundsätzlich wäre es natürlich wünschenswert, wenn der Müll ortsnah verwertet und entsorgt werden könnte", sagt Henrik Honerbach. "Die aktuelle Situation in Neapel macht aber sowohl aus humanitärer Sicht als auch aus Gründen des Umweltschutzes ein schnelles Eingreifen notwendig." Die Mülltransporte von Neapel nach Deutschland sind nicht als Dauerlösung, sondern als Hilfsaktion angelegt: "Es darf nicht sein, dass der Müll weiterhin unsachgemäß entsorgt oder in die Natur geworfen wird. Die italienische Seite muss dringend funktionsfähige Konzepte zur Müllentsorgung erarbeiten und umsetzen."











