(openPR) Vom 9. bis 13. Juni ging in der russischen Hauptstadt die „Elektro 2008“ über die Bühne. Die alljährlich stattfindende Messe für Elektrotechnik ist die größte ihrer Art in Russland.
ebn-Herausgeber Wolfgang Jauch wollte sich einen persönlichen Eindruck von der Veranstaltung machen; Russland ist immerhin der größte Elektrogroßhandelsmarkt in Europa und rückt zusehends in den Mittelpunkt der Fachwelt – wer „wachstumsstarkes Schwellenland“ sagt, meint damit auch und besonders Russland. Man schätzt das Volumen auf rund 7 Mrd. EUR, das Land liegt damit hinter Deutschland (7,5 Mrd. EUR), und vor Frankreich (6,5 Mrd. EUR) und dem Vereinigten Königreich (5,0 Mrd. EUR)
ebn bringt heute einen ersten Bericht von W. Jauch über seine Eindrücke. Im Mittelpunkt stehen dabei weniger die marktrelevanten Daten und Fakten rund um die „Elektro 2008“ - diese Materie werden wir in der kommenden ebn-Ausgabe beleuchten. Heute geht es vor allem um eher „private“ Momentaufnahmen, um „Nebensächlichkeiten“, die unsere Leser trotzdem interessieren dürften – denn so mancher unter ihnen wird in absehbarer Zeit seine eigenen Erlebnisse in Moskau machen müssen/dürfen....
Unglückliche Terminwahl
Der Termin für die „Elektro 2008“ war denkbar unglücklich gewählt. Die Veranstalter haben sich einfach über die Tatsache hinweggesetzt, dass Donnerstag, der 12. Juni seit 2002 als „Tag der russischen Nation“ ein staatlicher Feiertag ist. Durch die in Russland übliche Regelung von Brückentagen war damit auch Freitag, der 13. Juni ein arbeitsfreier Tag. Ein ganz langes Wochenende also, das der Messe recht wenig Publikum am Donnerstag und noch weniger Besucher am Freitag bescherte.
Die Aussteller – darunter ein deutscher und ein italienischer Gemeinschaftsstand – litten damit zwei Tage unter mehr als bescheidenen Besucherzahlen. Umso bedauerlicher, wenn man bedenkt, dass diese negative Auswirkung mit einer anderen Terminfestlegung zu vermeiden gewesen wäre.
Achtung, Autofahrer!
Der Stadtverkehr von Moskau unterscheidet sich kaum noch von dem westlicher Großstädte. Mit einem kleinen Unterschied: Russische Fahrer scheinen sich durch die Bank als Formel I – Weltmeister zu fühlen. Rasantes Tempo, gewagte Überholmanöver und das Ausnutzen auch der kleinsten Lücke sind an der Tagesordnung – die russische Straßenverkehrsordnung scheint die unwichtigste Sache der Welt zu sein. Für Fußgänger heißt das: Versuchen Sie gar nicht erst, einen der großen Boulevards zu Fuß zu überqueren – es ist ein völlig hoffnungsloses Unterfangen, das bestenfalls in der Unfallklinik endet.
„Do you speak english?“
Die Antwort auf diese Frage lautet zu 90% „Njet!“ Russen sprechen auch heute noch kaum Fremdsprachen. Auf der Messe, im Hotel, in Taxis: No chance – weder für Englisch noch für das früher in Russland beliebte Deutsch. Das heißt: Ohne Dolmetscher geht bei beruflichen Kontakten gar nichts. Die Preise für diese dringend notwendigen Begleiter liegen bei 20 bis 40 EUR pro Stunde bzw. bei etwa 200 EUR pro Tag.
Abenteuer Taxi
Taxis in Moskau haben keinen Taxameter. Man kann sich vorstellen, was das bedeutet: Die Preise für die immer gleiche Fahrt von Messe zu Hotel und zurück differieren erheblich. Das geht von 400 Rubel (13 EUR) bei ausgehandeltem Preis eines an der Straße angehaltenen Privatwagens bis zu 1.300 Rubel (41 EUR) bei einer Bestellung durch das Hotel. Weil der Chauffeur kein Englisch spricht, sollte man immer ein Blatt Papier dabei haben, um sich mit schriftlich festgehaltenen Zahlen zu „einigen“.
Soweit ein paar willkürlich ausgewählte Impressionen aus der russischen Hauptstadt. Photos über die Messe und über Moskau finden Sie unter www.electro-match.com unter der Rubrik Infothek.












