(openPR) Deutsche Firmen haben in der Ukraine mehr als 6,6 Milliarden Dollar investiert. Das teilte das ukrainische „Staatliche Komitee für Statistik“ mit. Damit gehört Deutschland zu den Spitzenreitern unter den ausländischen Investoren. Der größte Investor ist Zypern – laut Statistik. Deutschland liegt auf dem zweiten Platz vor den Niederlanden (2,7 Mrd USD), Österreich (2,3 Mrd. USD) und Großbritannien (2,1 Mrd. USD).
„Deutsche Investoren schätzen an der Ukraine niedrige Produktionskosten und gute Absatzchancen“, sagt Karin Rau, Delegierte der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine. Ausländische Firmen könnten in der Ukraine günstiger produzieren, weil Energie- und Transportkosten niedrig seien. Zudem stünde gut ausgebildetes Fachpersonal zur Verfügung. „Zurzeit gibt es um die 1350 deutsche Firmen in der Ukraine“, sagt Karin Rau. Sie seien vor allem im Maschinenbau, in der Baustoffindustrie, der Lohnveredelung und dem Einzelhandel tätig.
Das größte Land Europas lockt immer mehr deutsche Unternehmen an. Ein rasantes Wirtschaftswachstum, der Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) und das steigende Einkommen der Bevölkerung sind nur einige Gründe dafür. 2007 wuchs die Wirtschaft um 7,3 Prozent, für 2008 erwarten Experten ein Wachstum von 6,3 Prozent. Boombranchen sind unter anderem die Automobilindustrie, die Bauwirtschaft und der Einzelhandel.
Einen weiteren Schub erhofft sich die Wirtschaft vom Beitritt der Ukraine zur WTO. Am 16. Mai wurde die Ukraine als 152. Mitglied in die Welthandelsorganisation aufgenommen. Das beflügelt vor allem die deutsche Exportwirtschaft. „In den vergangenen Jahren konnten deutsche Unternehmen ihre Exporte in die Ukraine um 25 Prozent pro Jahr steigern“, sagt die Delegierte der Deutschen Wirtschaft, Karin Rau. 2007 stiegen die Exporte sogar im 38 Prozent. Der Anteil deutscher Produkte an den Gesamtimporten der Ukraine liegt bei 9,6 Prozent. „Weil Handelsbarrieren wegfallen, wird es für deutsche Qualitätsprodukte gute Absatzchancen geben“, sagt Karin Rau.
Ein weiterer Grund, wieso die Ukraine ein vielversprechender Markt für deutsche Produkte ist: Die Ukrainer können sich immer mehr leisten. In den vergangenen Jahren ist das Einkommen ständig gestiegen. 2004 mussten die Ukrainer noch mit durchschnittlich 590 Griwna pro Monat auskommen, 2007 hatten sie schon 1225 Griwna in der Tasche. In Kiew liegt das Monatseinkommen bei 2800 Griwna, was etwa 400 Euro entspricht. Fachleute weisen darauf hin, dass das Einkommen meist etwas höher ist, als in der offiziellen Statistik angegeben.
Die steigende Kaufkraft sorgt für gute Geschäfte beim ukrainischen Einzelhandel. 2007 wuchs der Einzelhandelsmarkt um 17 bis 26 Prozent. Verschiedene Marktstudien von Unternehmensberatern belegen: Auf der Liste der Expansionsziele internationaler Handelsketten steht die Ukraine auf dem 2. bis 5. Platz. Vorreiter unter den ausländischen Handelsketten ist „Metro Cash & Carry“. 2003 eröffnete der deutsche Handelskonzern seine erste Filiale in Kiew. Vor kurzem wurde die 20. Filiale in der westukrainischen Stadt Iwano-Frankowsk eingeweiht. Die deutsche Baumarktkette „Praktiker“ ist seit Dezember vergangenen Jahres in Donezk vor Ort. Bald sollen weitere Baumärkte in verschiedenen ukrainischen Städten eröffnet werden.
Zu den Boombranchen gehört vor allem die Bauwirtschaft. In Städten wie Kiew, Charkow, Dnepropetrowsk oder Odessa schießen neue Apartmenthäuser in die Höhe. „Grund dafür ist der Trend zur Eigentumswohnung“, sagt Karin Rau. „Viele Ukrainer kaufen Wohnungen und Einfamilienhäuser als private Geldanlage.“ 2007 wuchs die Baubranche um 14,4 Prozent. Die Baustoffindustrie ist im gleichen Jahr um 12,8 Prozent gewachsen. Davon profitiert zum Beispiel das deutsche Bauchemie-Unternehmen „Henkel Bautechnik“. Die Firma startete 1998 in der Ukraine und produziert heute in vier Werken. Bald kommt in der westukrainischen Stadt Mikolajiv eine weitere Fabrik hinzu. Durch die Investition werden 750 Arbeitsplätze geschaffen. Eine Erfolgsstory schreibt der Baustoffhersteller Knauf. Die Firma besitzt mehrere Werke in der Ukraine, unter anderem in der Nähe von Kiew, in Ternopil und in Donbas.










