(openPR) Wende am Milchmarkt dringend erforderlich
Spitzengespräch zum Milchmarkt
Berlin, den 17.12.2002
Wegen der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Situation der deutschen Milcherzeuger kamen der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Gerd Sonnleitner, der Vorsitzende des Milchindustrie-Verbandes, Dr. Manfred Tag, und der Vorsitzende des Fachausschusses Milch des Deutschen Raiffeisenverbandes, Manfred Nüssel, am 16. Dezember 2002 zu einem Spitzengespräch zusammen. Nach einem für die Erzeuger und Verarbeiter zufriedenstellenden Jahr 2001 zeigt sich am Ende des Jahres 2002 ein deutlicher Einkommensverlust für die Milcherzeuger sowohl bei konventioneller Milchproduktion als auch bei den Bio-Bauern. Die Milch-Auszahlungsleistung fiel in diesem Zeitraum um durchschnittlich zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Ursachen hierfür liegen in einer höheren Verfügbarkeit des Rohstoffes Milch, bedingt durch eine eingeschränkte Nachfrage am Binnenmarkt und auf den Drittlandsmärkten. Für das Jahr 2003 zeichnet sich derzeit noch keine Veränderung der Situation ab. Steigende Verarbeitungskosten durch Löhne und Verpackungen, aber auch durch Ökosteuer und Maut werden die Verwertung weiter belasten. Die Talfahrt wird vermutlich anhalten, wenn die Europäische Kommission nicht mit ihren Marktordnungsinstrumentarien stützend eingreift.
Vor diesem Hintergrund waren sich die Teilnehmer des Spitzengespräches einig, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Erlössituation zu verbessern. Als erstes wird ein Maßnahmenkatalog erstellt, um in einer gemeinsamen Anstrengung sowohl Verwertung als auch Auszahlungsleistung zu verbessern. Die Grüne Woche im Januar sollte den Marktbeteiligten die Möglichkeit bieten, intensive Gespräche mit dem Handel zu führen, um darauf hinzuweisen, dass die qualitativ hochwertigen Milcherzeugnisse nicht Gegenstand von Wettbewerbsauseinandersetzungen sein sollten. Zum anderen gilt es, eine gemeinsame Linie mit den übrigen EU-Mitgliedstaaten aufzubauen, damit Marktordnungsmaßnahmen nicht kontraproduktiv, das heißt vor allem nicht zur Erhöhung der Milchmenge innerhalb der EU eingesetzt werden. Dies gilt für Beihilfen- und Erstattungsmaßnahmen ebenso wie für die zukünftige Gestaltung der Quotenpolitik im Rahmen von Agenda 2000 bis zum Jahr 2008 und darüber hinaus.
Mehr als 25 Prozent des gesamten landwirtschaftlichen Einkommens werden in Deutschland in der Milchproduktion erwirtschaftet. Eine weitereVerschlechterung der derzeitigen Situation in diesem Bereich hätte gravierende Auswirkungen für die gesamte deutsche Landwirtschaft und den vor- und nachgelagerten Bereich. Daher wird Bundesministerin Renate Künast nachdrücklich aufgefordert, alle geeigneten Maßnahmen zu ergreifen, die auch in Zukunft eine wettbewerbsfähige, umweltfreundliche und verbraucherorientierte Milchwirtschaft in Deutschland zulassen.
Autor: Deutscher Bauernverband
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