(openPR) Am Samstagnachmittag lagen plötzlich 400 Demonstranten vor dem ESCADA Shop in Münster. Mit einem sogenannten "Die-In" wollten sie an die Opfer des Modeunternehmens, die für den Handel mit Echtpelz getöteten Tiere, erinnern. ESCADA weigert sich trotz internationaler Proteste aus dem Pelzhandel auszusteigen. Die Aktion fand im Rahmen einer von verschiedenen Tierrechtsgruppen organisierten Demonstration gegen die Pelzindustrie und Tierversuche statt.
Münster beherbergt mit der PRIMERA AG, einer Tochterfirma der ESCADA AG, und dem Tierversuchslabor COVANCE zwei Unternehmen, die laut Pressesprecherin Melanie Holzmann vom Tod profitieren. „Sogenannte 'Pelz-Herstellung' geht immer mit der Gewalt an Tiere einher. Ziel ist es, den Kunden und Kundinnen von ESCADA diese Gewalt symbolisch sichtbar zu machen.“ Undercoveraufnahmen bei COVANCE haben gezeigt, dass Tierversuche ebenso wenig gewaltfrei geschehen. „Diese Aktion soll die Opfer der Tötungsmaschinerie ins Gedächtnis zurückrufen. Das Leiden von Tieren zum Wohlergehen von Menschen ist durch nichts zu rechtfertigen,“ so Holzmann.
Seit drei Jahren finden in unregelmäßigen Abständen und in verschiedenen Städten die „Antispeziesistischen Norddemos“ statt. Sie werden von lokalen Tierrechts-Gruppen aus Norddeutschland organisiert. Die Demonstration in Münster verstand sich als Teil der weltweiten Kampagne des „Global Network Against the Fur Industry“ gegen den Pelzhandel bei ESCADA. Seit Kampagnenstart im Oktober 2007 gab es bereits über 400 Aktionen. Die Organisatoren grenzen sich explizit vom Tierschutz ab, dem es nicht um die Abschaffung von Tierausbeutung ginge, sondern nur um die Verbesserung der Tierhaltung. „Unsere Kritik richtet sich darüber hinaus auch gegen den Speziesismus, d.h. die alltägliche Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren. Ob als Lebensmittel auf unseren Tellern, als Versuchsobjekte in wissenschaftlicher Forschung, als Freiwild in Wald und Flur, zur Belustigung im Zirkus und im Zoo oder eben als Pelz und Leder an unserer Kleidung, Tieren werden in dieser Gesellschaft systematisch die Subjektivität, die Leidensfähigkeit und grundsätzliche Bedürfnisse und Interessen abgesprochen,“ hieß es in einem Redebeitrag der Tierrechtler. Ihr Ziel sei es, einen öffentlichkeitswirksamen Beitrag zur Beendigung der Ausbeutung von Tieren zu leisten.











