(openPR) Proteste zur «Fur&Fashion Frankfurt»
Frankfurt am Main • Am 8. März fand eine der größten deutschen Tierrechts-Demonstrationen statt. Anlass war die Pelzmesse «Fur & Fashion». Während die Ausstellerzahl der zweifelhaften Luxusprodukte weiter sank, stieg abermals der Zustrom der Protestierenden. Mit 900 Teilnehmern sind die Veranstalter der Demonstration sehr zufrieden. «Wir haben hohe Erwartungen gehabt und wurden nicht enttäuscht», freut sich Heiko Weber von der TierrechtsInitiative Rhein-Main (TIRM).
In diesem Jahr sind dem Aufruf zur Gegenveranstaltung zur Pelzmesse mehr Menschen gefolgt als je zuvor. Auch am Rande des Großprotestes gab es viele Aktionen, so z.B. eine einwöchige Fahrradtour, mehrere kleine Protestaktionen direkt vor der Messehalle 9 und das Anti-Pelz-Fest Justice Beatz, bei dem unter anderem die Hardcore-Band Tackleberry ohne Gage auftrat. Der Demozug wurde von den Hiphoppern Callya aus Tübingen und Aslan aus Münster live begleitet, die zusätzlich auch beim Anti-Pelz-Fest spielten. Verschiedene Tierrechts-Gruppen und Vegan-Shops informierten die Frankfurter und Frankfurterinnen am Brockhausbrunnen über die Tierrechtsposition und tierleidfreie Produkte.
Die Ziele, die sich Pelzgegner stecken, werden erfahrungsgemäß früher oder später erreicht. Die so genannten Kampagnenziele sind Geschäfte, die pelzfrei gemacht werden sollen. Die Aktivisten können auf beeindruckende Erfolge zurückblicken: fast alle Kaufhausketten führen inzwischen - nach z.T. jahrelangen Protesten - keinen Echtpelz mehr. Nun setzt die Tierrechtsszene bei den Luxuskonzernen an. Als größte Herausforderung steht der internationale Konzern ESCADA momentan im Fokus der Bewegung. Auch wenn dort nicht von der Quantität der meiste Pelz über die Theke geht, haben diese Marken doch einen erheblichen Einfluss auf Meinungsbildner und Personen, die in der Öffentlichkeit stehen.
Totes Fell als Mode wird zwar von der allgemeinen Bevölkerung abgelehnt - laut einer GfK-Studie haben 8 von 10 Menschen moralische Bedenken. Solange allerdings Stars und Sternchen Pelze als salonfähig vorführen, lassen sich zum Teil auch Journalisten dazu hinreißen, der Propaganda der Pelzlobby zu glauben, dass Pelz wieder einen positiven Aufwärtstrend erlebe.
Nach Meinung der Tierrechtler ist das Töten von Tieren für die Mode kriminell, denn laut Tierschutzgesetz darf kein Tier ohne vernünftigen Grund getötet werden. «Das, was in der Pelzindustrie heute noch gang und gäbe ist, nämlich der Handel mit Fell von Hunden und Katzen – wird schon in einem Jahr verboten sein.», so Viola Kaesmacher von der TIRM. Auch der Handel mit Produkten von Robben wird in Kürze innerhalb der EU verboten sein. «Es ist nicht die Frage ob sondern wann die Tierausbeutung für Mode auch von der Legislative als kriminell eingestuft wird.»
Solange allerdings kein Verbot besteht, appellieren die Tierrechtler an die Konsumenten, Verantwortung zu tragen und ihre Macht als Käufer durch Verzicht von Pelzprodukten auszuüben. Für die nächste Pelzmesse (5. bis 7. März 2009) kündigen sie schon jetzt massive Proteste direkt vor den Messehallen an.













