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Umwelterkrankungen und Vereinsinitiative

13.06.200818:49 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) "Wenn die Umwelt krank macht, ... muss die Politik handeln"

Die Umweltrundschau fragt nach!

Thema: Umwelterkrankungen und Vereinsinitiative

Unsere Eingriffe in die Natur zeigen nicht nur offensichtliche Folgen. Jeder redet von sterbenden Bienen und kranken Bäumen. Was ist mit uns Menschen?



Es häufen sich Krankheiten wie Allergien, Krebs, Elektrosmogintoleranz, Diabetes, Depressionen und Aufmerksamkeitsdefizite. Die erste Frage, die sich stellt ist: Alles Zufall? Auch werden immer mehr Krankheiten wie eine erworbene Chemikalienintoleranz, ein Sick-Building-Syndrom, eine chronische Erschöpfung (CFS), eine chronische Entzündung oder Stoffwechselerkrankung diagnostiziert und dokumentiert. Gehäufter als zuvor, klagen Menschen über Symptome einer Autoimmunerkrankung, gestörten Entgiftungskapazität, Parkinsonerkrankung, Alzheimerentwicklung und Schmerzchronifizierung. Sind das die Folgen für uns Menschen aufgrund einer Überbelastung mit Schadstoffen? Das Team der Umweltrundschau will es für SIE genauer wissen. Experten antworten:

Anlässlich des anstehenden Fachgespräches [1] zu Umwelt und Gesundheit von "Bündnis 90 / Die Grünen" am 20. Juni 2008 in Berlin "Wenn die Umwelt krank macht, ... muss die Politik handeln" führte die Umweltrundschau ein Gespräch mit dem VfU e.V. - Vorstand / Verein für Umwelterkrankte in Bredstedt.

UR: Sehr geehrte Frau Grote, sehr geehrte Frau Schwark-Sobolewski, Hiobsnachrichten über die Zunahme von Umweltbelastungen und Folgen für die Menschen erreichen uns immer wieder. Selten allerdings erfährt ein interessierter Leser etwas über den Alltag von Patienten, die unter diesen gefürchteten und doch real existierenden Folgen leiden. Können Sie uns aus Ihrer Vereinsarbeit heraus beschreiben, welchen Alltag ein umwelterkrankter Mensch zu bewältigen hat?

VfU: Es fallen sogar die einfachsten Dinge des Alltags schwer. Einkaufen, Körperpflege, kochen, den Haushalt überhaupt zu versorgen.

UR: Aus welchen Gründen heraus erkranken die Menschen Ihrer Erfahrung nach? Kann es jeden treffen oder ist die Zahl der Betroffenen eher gering einzuschätzen?

VfU: Auslöser können z. b. sein: Holzschutzmittel, Lösungsmittel, Pestizide, Duftstoffe, Reinigungs- und Pflegemittel, Weichmacher, Verbrennungsprodukte, Schimmelpilze, Schwermetalle wie Blei, Quecksilber, Palladium und Amalgam, elektromagnetische, elektrische und digital gepulste Felder und Radioaktivität und Andere. Neuere Erkenntnisse zeigen auf, dass selbst bei Titan wie z. b. bei Prothesen, Unverträglichkeiten auftreten. Ja, es kann jeden treffen. Leider ist die Zahl höher einzuschätzen, weil viele Erkrankte psychiatrisiert werden und so die Zahlen der real Betroffenen verfälscht werden.

UR: Wie sieht konkret die Unterstützung des Vereins für seine Mitglieder aus?

VfU: Aufklärung über eine Mitgliederzeitung und ein jährliches Symposium "Thema Umwelt und Gesundheit". Ferner gibt es monatliche Treffen als Selbsthilfeeinrichtung, zu denen oft Referenten eingeladen werden. Alle 2 Monate gibt es ein Gesprächstreffen mit der Umweltmedizinerin Frau Haack- Nebbe aus Schöbüll. Das Nächste ist am 08. August 2008. Eine wöchentliche Telefonsprechstunde ist auch eingerichtet.

UR: Was kann jeder Einzelne tun um umweltkranke Menschen zu unterstützen?

VfU: Auf jeden Fall den Erkrankten ernst nehmen und ihn nicht als Hypochonder abstempeln.
Den Erkrankten niemals drängen, Dinge zu tun, von denen sie krank werden. Und ganz wichtig: Verzichten Sie in seiner Gegenwart auf jegliche Duftstoffe.

UR: Sie haben sich im Vorfeld des Fachgespräches "Wenn die Umwelt krank macht, ... muss die Politik handeln" mit anderen Gruppierungen vernetzt und für ein Zustande kommen einer realen Stellungnahme seitens der Bundesregierung zum Stand der medizinischen Versorgung in Deutschland eingesetzt. Wie ist der Stand der Umwelterkrankten aus ihrer Sicht zu bewerten?

VfU: Die medizinische Versorgung ist katastrophal, völlig unakzeptabel. Der Anteil der umweltmedizinisch ausgebildeten Hausärzte beträgt 1,2% (Bundestagdrucksache 16/4848), das heißt ca. 99% aller Hausärzte haben von Umweltmedizin keine Ahnung.

UR: Werden Sie als Verein seitens der Behörden und Versicherungen in ihrer Arbeit unterstützt und welche Hilfe leisten die Krankenkassen für ihre umwelterkrankten Mitglieder?

VfU: Leider keine, lediglich vergeben die Krankenkassen Fördergelder für die Vereinsarbeit aber dafür sind sie gesetzlich auch verpflichtet.

UR: Nun setzen Sie sich schon seit 13 Jahren für Umwelterkrankte ehrenamtlich ein. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für Ihren Verein wünschen?

VfU: Vorrangig ist die Anerkennung durch die gesetzlichen Sicherungssysteme, wie Krankenkassen, Rentenversicherungen und Berufsgenossenschaften. Eine Schirmherrschaft durch einen Prominenten aus Politik oder den Medien würde unsere Arbeit erheblich erleichtern.

UR: Wie sieht die Wohnraumsituation für Menschen aus, die im Alltag nicht mehr mit Duftstoffen oder Ähnlichem wie z. b. Chemikalien konfrontiert werden dürfen?

VfU: Ob wir verträgliche Wohnungen empfehlen können, ist eine der meist gestellten Fragen von Seiten der Betroffenen. Leider ist das aufgrund der belasteten Baumaterialien in den Innenräumen fast unmöglich, es sei denn es wird nach streng baubiologischen Maßstäben gebaut.

UR: Wie sieht grundsätzlich das Leben von Erkrankten aus dem Fachbereich der Umweltmedizin aus? Gibt es Einschränkungen im Bereich Ernährung, soziale Kontakte, Partnerschaft, Einkommen und Beruf?

VfU: Soziale Kontakte bleiben bei den Meisten auf der Strecke. Man ist ständig darauf angewiesen, dass aus Rücksicht zu den Betroffenen meistens auf Duftstoffe verzichtet werden muss. Da viele Nahrungsmittelintoleranzen haben, die sich in Form von Übelkeit bis zu Darmkoliken äußern, ist auch nicht jedes Essen verträglich. Es erfordert viel Verständnis und Toleranz in der Partnerschaft. Leider werden Viele gerade dann von ihrem Partner verlassen, wenn man ihn ganz dringend braucht. Es sind viele Umweltkranke so schwer betroffen, dass an eine berufliche Tätigkeit gar nicht mehr zu denken ist. Durch die Nichtanerkennung dieser Erkrankungen ist eine Versorgung durch die gesetzlichen Sicherungssysteme nicht gegeben. Viele leben von Hartz IV oder Grundsicherung.

UR: Vielen Dank für dieses informative Gespräch. Wir wünschen Ihnen und den Mitgliedern ihres Vereins Alles Gute für die Zukunft und vor Allem viel Kraft und Gesundheit.

Das Gespräch für die Umweltrundschau führten Aida Infante und Klaus Fenslau.
redaktion ( at) umweltrundschau.de
www.umweltrundschau.de

Links:
[1] http://www.gruene-bundestag.de/cms/termine/dok/235/235488._wenn_umwelt_krank_macht_muss_die_politi.html

Info:
http://dip.bundestag.de/btd/16/046/1604657.pdf
http://www.bundestag.de/aktuell/hib/2007/2007_100/11.html

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