(openPR) Stadtbekannter Tierquäler betreibt seit Jahrzehnten eine Schäferhundzucht – und das Kreisveterinäramt schaut zu.
Die TIER.TV Reportage "Der Hundequäler von Ahlen" läuft am 11. Juni 2008, um 22 Uhr (Wdh. 21. Juni, 23 Uhr) auf TIER.TV.
„Wer ein Tier hält, (…), muss das Tier seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen (…)“, so das deutsche Tierschutzgesetz (§ 2 TierSchG). Das sieht der mehrfach vorbestrafte Joachim Kupke aus Ahlen im Münsterland, Westfalen, ganz anders. In einem mit Stacheldraht abgeschirmten, schwer einsehbaren Zwinger mit Namen „Elfenbeinturm“, züchtet der selbsternannte Körmeister seit über fünf Jahrzehnten Schäferhunde; seit den 90er Jahren nur noch privat, da ihm die gewerbliche Zucht verboten wurde. Vor etlichen Jahren ist Kupke aus dem Verein für Deutsche Schäferhunde e.V. (SV) verwiesen worden. Der Grund: „Urkundenfälschung bei Ahnentafeln und zahlreicher Betrügereien“, so der Verein. Die Hunde, die aus seinem Zwinger kommen, erfüllen längst nicht mehr die hohen Ansprüche geprüfter Züchter. Gefälschte Papiere und ernsthafte Krankheiten, wie beispielsweise Hüftdysplasie (HD) sowie Verhaltensauffälligkeiten, sind keine Seltenheit – für Kupke kein Problem. Über Kleinanzeigen – aktuell vom 30.05.2008 in der Ahlener Zeitung: „Schäferhund, 4 Jahre, schwarzbraun, wohnungs- und zwingerrein, kinderlieb, wachsam, beste Ausbildung, Prüfung 3, HD-frei. Telefon 02382 / XXX.“ – findet er immer wieder neue Kunden. Welpen verschickte der Rentner auch schon mal im Pappkarton mit der Post. „Zucht-Abfälle“, egal ob Hundekot oder tote Welpen, landen via Spartenwurf auf den angrenzenden, landwirtschaftlich genutzten Acker zum Verrotten. Im Winter hocken die Hunde vor eingefrorenen Wasserbehältern. Strom gibt es nicht. Schlachtabfälle verwesen im verdreckten Zwinger vor sich hin.
Die Einwohner Ahlens und Tierschützer kämpfen seit Jahren dafür, dem stadtbekannten Tierquäler endgültig das Handwerk zu legen – alle Anstrengungen waren bisher erfolglos.
Die Begründung des zuständigen Kreisveterinäramts Warendorf: Es liegen keine Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor, daher bestehe kein Handlungsbedarf.
In der diskuTIER Sendung vom 14. Mai, in der der Fall des Tierquälers von Ahlen besprochen wurde, versprach Studiogast Bärbel Höhn, Tierschutzbeauftragte der Grünen, sich persönlich dem Fall anzunehmen. Aber auch hier: Ihr Anruf beim Kreisveterinär Antonius Kleickmann blieb ohne Folgen. „Ich sehe den Anlass nicht“, so Kleickmann gegenüber TIER.TV-Reportern. Auch Bürgermeister Benedikt Ruhmöller, immerhin ein Christ-Demokrat, fühlt sich nicht zuständig. Deutschland einig Tierquälerland?
Der Europäischer Tier- und Naturschutz Verein (ETN e.V.) bereitet aktuell eine Strafanzeige gegen Kreisveterinär Antonius Kleickmann wegen „Tierquälerei durch Unterlassen“ (§ 17 TierSchG) vor. Ein entsprechendes Rechtsgutachten ist vorhanden.
Bärbel Höhn wird demnächst mit TIER.TV-Reporter Lars Walden die Zwingeranlage in Ahlen besuchen, um sich selbst ein Bild von den Missständen zu machen.
Bildmaterial wird gerne zur Verfügung gestellt.













