(openPR) Es klingt so logisch, man könnte sich darüber wundern, dass es bisher nur eine Vision ist:
Ein Sonnenwärmekraftwerk in der Sahara deckt den weltweiten Energiebedarf.
Während fossile Energieträger immer knapper werden und deren Nutzung zur Energiegewinnung das Problem der CO2-Konzentration verschärft, könnte ein Sonnenwärmekraftwerk in der größten Trockenwüste der Erde das Energieproblem ein für alle Mal lösen. Theoretisch reicht ein Kraftwerk, das weniger als ein Prozent der Wüstenfläche einnimmt, aus, um den Strombedarf Deutschlands zu decken.
Sonnenwärmekraftwerke, oder Solarthermie-Kraftwerke, wie sie in der Fachsprache heißen, wandeln die Wärmeenergie der Sonne in Strom um. Laut Prof. Michael Düren, Physiker der Universität Gießen, ist der große Vorteil von Sonnenwärmekraftwerken, dass diese einfach und gefahrlos funktionieren und Energiegewinnung durch diese nahezu unbegrenzt möglich sei. Doch nicht alles, was theoretisch möglich ist und zunächst als logische Lösung eines weltweiten Energieproblems erscheint, lässt sich leicht umsetzen.
In der Mojave-Wüste in Südkalifornien erzeugen seit mehr als 17 Jahren neun Sonnenwärmekraftwerke Strom, in Spanien ist gerade das weltgrößte Kraftwerk dieser Art im Entstehen. Aber Kalifornien und Spanien sind eben nicht Afrika. Die Umsetzung des Projekts scheiterte bisher weniger aus technischen Gründen, als aus wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen. In Gießen hat Prof. Düren zusammen mit dem Historiker Prof. Winfried Speitkamp deshalb einen Workshop initiiert, in dem Probleme einer Solarenergie-Partnerschaft mit Afrika aufgezeigt und Lösungsmöglichkeiten besprochen werden sollen. Ab nächsten Montag soll an zwei Tagen diskutiert werden, wie verhindert werden kann, dass von einem Sonnenwärmekraftwerk vornehmlich Europa und korrupte afrikanische Wirtschafts- und Regierungseliten profitieren. Überlegt werden soll, welchen wirtschaftlichen Nutzen Afrika selbst tatsächlich aus diesem Projekt ziehen könnte.
Kritiker des Projekts geben derweil zu bedenken, dass durch ein Stromversorgungskraftwerk in Afrika die Energie-Autonomie ein weiteres Mal aus der Hand gegeben würde. Sie setzen deshalb eher auf Photovoltaik-Anlagen, die zwar weniger leistungsfähig sind, jedoch den Vorteil haben, dass sie eine dezentrale Stromversorgung möglich machen.
Ob die Vision des Stroms aus der Sahara sich durchsetzt oder im Sande verläuft, kann in den nächsten Jahren verfolgt werden. Bis 2015 soll das Sonnenwärmekraftwerk in der Wüste in Betrieb genommen werden.









